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epa07523227 MEP and 'The Party' party leader Martin Sonneborn (L), and satirist Nico Semsrott (R) pose during the EU election campaign opening of the German satirical party Die PARTEI (The PARTY) at the Volksbuehne theatre in Berlin, Germany, 23 April 2019. Politicians of the party 'Party for Labour, Rule of Law, Animal Protection, Promotion of Elites and Grassroots Democratic Initiative' (The PARTY, orig.: Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, Die PARTEI) held a press conference on EU election campaign of the party prior to their show 'EUROPA-SHOW' at the Volksbuehne.  EPA/HAYOUNG JEON

«Die Partei»-Gründer Martin Sonneborn und Nico Semsrott üben die wichtigsten Politiker-Posen. Bild: EPA/EPA

ZDF ohne Nico Semsrott: «Heute Show» verliert Satiriker an die EU



Jetzt heisst es Abschied nehmen: Nico Semsrott wird die «Heute Show» verlassen und nach Strassburg ziehen. Tatsächlich fanden sich offenbar genügend Wähler, die das wollten.

Laut den Hochrechnungen kommt «Die Partei», für die Semsrott kandidierte, auf 2.4 Prozent. Die Satirepartei steigerte sich damit um satte 1.8 Prozentpunkte. Das dürfte für zwei bis sogar drei Sitze im Europaparlament reichen. «Partei»-Gründer Martin Sonneborn muss nun also nicht mehr alleine im Strassburger Parlament sitzen, er wird einen Kollegen bekommen.

Nico Semsrott kommentierte seinen (noch nicht offiziellen) Einzug ins Europaparlament gegenüber watson.de mit den Worten: «Müde, resigniert und trotzdem da. Depressive Antifa.»

Reporter bei der «Heute Show» und Politiker im EU-Parlament – das schliesst sich aus

In der «Heute Show», in der Semsrott zuletzt häufig zu sehen war, wird er nun nicht mehr auftreten können. Das bestätigte der Satiriker gegenüber watson. Sein Parteikollege Martin Sonneborn kennt das schon: Das ZDF hatte die Zusammenarbeit mit Sonneborn nach der Wahl 2014 für die Dauer seiner Tätigkeit im EU-Parlament beendet. Nach dem Wahlsonntag ist klar: Auch Sonneborn behält seinen Platz im EU-Parlament – die ZDF-Karriere liegt so weiter auf Eis.

Sonneborn sagte watson nach Verkündung der ersten Prognosen am Sonntagabend:

«Wir können und werden dann für die nächste Legislaturperiode viel mehr Öffentlichkeit herstellen. Gerade für das, was die Konservativen im Europaparlament so machen. Ich glaube, dass das die Wahlergebnisse nachhaltig verändern wird. Eben weil die Leute dann sehen, wofür und wogegen die CDU so alles abstimmt im Europaparlament.»

Wie Semsrott für «Die Partei» Wahlkampf machte

Es ist, in aller Ernsthaftigkeit, ein erstaunliches Wahl-Ergebnis für eine Partei voller Satiriker. Blickt man auf die Details der Europawahl, wird es noch erstaunlicher.

«Die Partei» wurde bei Erstwählern laut Nachwahl-Befragungen drittstärkste Kraft. Hinter den Grünen und der Union, aber vor der FDP, der SPD und der Linken.

Wie hat «Die Partei» das geschafft? Liegt es am Wahlkampf-Motto «Für Europa reicht's?». Liegt es an den lakonisch-depressiven Sätzen von Semsrott («Die Europäische Union steckt in einer tiefen Krise. Ich auch»)?

«Die Partei» hat es vor allem verstanden, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Während Deutschland über das Video von Youtuber Rezo diskutierte, twitterte Semsrott Ausschnitte von Sendungen von ARD und ZDF, die er auf dem Youtube-Kanal der CDU gefunden hatte. Die CDU hatte die Sender nicht um Erlaubnis gefragt. Ein grober Urheberrechtsverstoss.

Es war einer der zahlreichen Mediencoups der «Partei». Und Semsrott hatte gut lachen. Wie an diesem Sonntag.

(ll)

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Rechtspopulisten in Europa

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quelle: dpa-zentralbild / britta pedersen
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