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Frauen in der Filmindustrie: Erschreckende Zahlen in Hollywood

epa10737106 US actor Greta Gerwig attends the premiere of Barbie at the Shrine Auditorium in Los Angeles, California, USA, 09 July 2023 (issued 10 July 2023). The movie will be released in theaters on ...
Greta Gerwig gelang mit «Barbie» ein Erfolg – mit nachhaltigem Effekt?Bild: keystone

Wo ist der «Barbie»-Effekt? Erschreckende Zahlen für Frauen in Hollywood

07.01.2025, 04:5707.01.2025, 04:57
Hendrik Busch / watson.de

Vor nun grob eineinhalb Jahren brach Greta Gerwig mit «Barbie» Rekorde. Die durchaus unbequeme Feminismus-Comedy spielte weltweit fast eineinhalb Milliarden US-Dollar ein. Mehr hatte ein Film von einer Regisseurin noch nie erreicht.

Das schien der Weckruf zu sein, den die Branche benötigte. Denn natürlich gibt es in der grössten Filmindustrie der Welt etliche Filmemacherinnen, die sich um Regie-Posten reissen. Die grossen Blockbuster-Produktionen gehen aber weiterhin so gut wie immer an Männer. Frauen werden strukturell benachteiligt. «Barbie» muss daran doch etwas geändert haben, oder?

Statistik zeigt: Hollywood grenzt Regisseurinnen aus

Bisher sieht es nicht so aus. Neue Zahlen legen eher eine Rückwärts-Entwicklung bei der Situation von Frauen in Hollywood nahe. Die Daten lesen sich teilweise erschreckend.

Die Studie, über die unter anderem «Variety» berichtet, stammt vom Center for the Study of Women in Television and Film an der San Diego State University.

Demnach führten bei den 250 in den USA erfolgreichsten Filmen nur 16 Prozent Frauen Regie. In totalen Zahlen sind das 40 Werke, darunter Coralie Fargeats gefeierter und bei den Oscars gehandelter Bodyhorror «The Substance».

Im Vergleich zu den Gesamtzahlen hat sich hier im Vergleich mit dem Jahr nichts verbessert. Betrachtet man nur die 100 erfolgreichsten Filme, gingen die Zahlen sogar zurück – von 14 auf 11 Prozent Frauenanteil.

In den Bereichen Drehbuch und Kameraführung stiegen die Anteile beschäftigter Frauen leicht an, sind aber immer noch weit in der Unterzahl. Im Bereich ausführende Produktion etwa sanken sie sogar.

Und überhaupt: Der Regisseur oder die Regisseurin hat die einflussreichste Position auf einem Filmset. Die Zahlen sagen hier also besonders viel aus über den Stand von Frauen in Hollywood.

Ist wenigstens in den kommenden Jahren Besserung in Sicht?

Auch 2025 sieht es für Frauen in Hollywood düster aus

Die grössten Blockbuster des Jahres 2025 sind wohl «Avatar 3», «Mission: Impossible 8», «Superman», «Jurassic World: Rebirth», «Thunderbolts», «Fantastic Four», «Snow White», «Captain America: Brave New World», «Ein Minecraft Film», «Wicked: For Good», «Zootopia 2» und «Lilo & Stitch». Durchweg wurden diese Filme Männern anvertraut.

David Corenswet in Superman (2025)
Die Regie von Filmen wie Superman wurden von Männern geführt.Bild: dc studios

Um unter aufwändigeren Produktionen eine Regisseurin zu finden, muss man lange suchen. So verantwortete Nisha Ganatra das Lindsay-Lohan-Reboot «Freakier Friday», das Stand jetzt aber eher in der zweiten Kategorie anzusiedeln ist.

Das ist nur eine Stichprobe und das Kino besteht nicht nur aus Blockbustern. Aber diese Stichprobe verheisst auch für die nahe Zukunft nichts Gutes.

Was Hoffnung macht: Aufgrund der langen Produktions- und Vorbereitungszeiten setzen sich angestossene Veränderungen in der Filmindustrie meist erst mit circa drei Jahren Verzögerung durch. Der «Barbie»-Effekt kann also noch greifen.

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