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Disney-Fail auf Twitter sorgt für riesigen Shitstorm



Seit Disney 2012 die Rechte an «Star Wars» gekauft hat, feiert der Konzern jedes Jahr kräftig beim 4. Mai mit. Für die «Star Wars»-Fans ist dies der offizielle Feiertag, um die Sternensaga, aber auch den Fankult darum zu feiern.

Auch in diesem Jahr hat man sich bei Disney wohl etwas Spezielles ausgedacht. Dafür rief man die Fans auf Twitter auf, ihren schönsten «Star Wars»-Moment zu teilen:

«Feiere die Saga! Antworte mit deiner liebsten ‹Star Wars›-Erinnerung und du wirst sie vielleicht am 4. Mai an einem speziellen Ort sehen.»

So weit, so gut. Dann hat Disney aber noch einen Tweet nachgeschoben:

«Indem du deine Nachricht, die #MayThe4th beinhaltet, mit uns teilst, erklärst du dich damit einverstanden, dass wir deine Nachricht und deinen Benutzernamen in allen Medien verwenden dürfen und erklärst dich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden: disneytermsofuse.com»

Dies kam bei der Fan-Community überhaupt nicht gut an. Sofort wurde Disney vorgeworfen, Copyright-Ansprüche auf einen Hashtag zu erheben. Tatsächlich könnte Disneys Formulierung so verstanden werden – wenn man den zweiten Tweet aus dem Kontext reisst. Doch selbst wenn nicht, hat das Vorgehen des Medienkonzerns für viele Fans einen faden Beigeschmack.

Vielen kommt es so vor, als würde Disney versuchen, sich die kreative Freiheit im Netz zu eigen zu machen. Das dürfte wohl vor allem dem juristisch anmutenden Tweet geschuldet sein. Disney versuchte dann einige Stunden später die Wogen zu glätten und präzisierte in einem weiteren Tweet:

«Der obige rechtliche Text gilt NUR für Antworten auf diesen Tweet, die #MayThe4th benutzen und @DisneyPlus erwähnen. Die Antworten werden womöglich in etwas Speziellem am 4. Mai erscheinen!»

Der Schaden war da aber schon angerichtet. Viele User machten ihrem Ärger daraufhin Luft, indem sie den Gebrauch des Hashtags ad absurdum führten:

«Ich zeichne Inzestpornos #MayThe4th»

«Ich wurde am 4. Mai geboren – heisst das, dass ihr im Prinzip meinen Geburtstag besitzt?»

«Indem Disney meinen Tweet liest, akzeptiert es, mir bis zum 4. Mai 2020 eine Million US-Dollar zu bezahlen.»

«Indem ihr eure Nachrichten mit mir teilt und #Caturday benutzt, akzeptiert ihr, mir all eure Katzen zu geben. Nutzungsbedingungen gibt es hier: yourcatismyfuckingcatnow.com»

«Mein liebster ‹Star Wars›-Moment müsste die Zeit gewesen sein, in der Disney versucht hat, auf jeden Tweet auf Twitter, der einen gewissen Hashtag benutzte, Rechtsanspruch zu erheben.»

Kritik an Arbeitsbedingungen

Einige nutzten den Hashtag aber auch, um Disney ernsthaft zu kritisieren. Dabei standen vor allem auch die Praktiken und der Umgang mit ihren Angestellten im Fokus. Disney wird immer wieder vorgeworfen, ihre Angestellten in den Disney-Parks auszubeuten.

Auch im Zuge der Coronakrise hat sich der Konzern nach Ansicht vieler falsch verhalten. So habe Disney tausende Mitarbeiter unbezahlt nach Hause geschickt, während an die Aktionäre weiterhin Millionen ausgezahlt würden.

Auch die Disney-Top-Manager stehen in der Kritik. Zwar würden sie wegen Corona werbewirksam auf ihr Gehalt verzichten, nicht aber auf ihre Boni, die ein Vielfaches ihres Lohns darstellen würden. So hat der Ende Februar zurückgetretene Disney-Chef Bob Iger 2019 ein Salär von «nur» rund drei Millionen Dollar erhalten, strich Ende Jahr aber einen Bonus von 47,5 Millionen Dollar ein. 2018 war Igers Bonus sogar noch über 20 Millionen Dollar höher ausgefallen.

«Hallo, Disney Plus!
#MayThe4th ist sehr nahe am 1. Mai, also lasst uns über Disneys Arbeitspraktiken reden. Es ist das, was uns auf Trab hält, seit ihr Walt Kelly gezwungen habt zu gehen.»

«Das Beste: Sprecht doch mal darüber, dass Disney seine Mitarbeiter heute nicht bezahlt. Man hat den Mitarbeitern gesagt, sie sollen Arbeitslosenhilfe beantragen – als ob Disney so ein kleines Unternehmen wäre, dem es an Gewinnen mangelt.»

«Sicher. Mein liebster Teil von #MayThe4th ist, als Disney die ‹LA Times› von allen Film-Pressevorführungen ausgeschlossen hat, weil sie über deren zwielichtige Parkpraktiken geschrieben hatte.»

Schliesslich brachte eine Benutzerin die ganze Situation auf den Punkt:

«Ihr seid das alles falsch angegangen. Ihr HÄTTET sagen können:
‹Hey, wenn du darauf antwortest, bla bla, wirst du vielleicht zitiert!!!›
Das hätte viel mehr dazu beigetragen, dass die Leute sich freuen, als wegen einer Überschreitung angepisst zu sein.»

(pls)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Son of a Boomer 29.04.2020 08:31
    Highlight Highlight Meine liebste StarWars Erinnerung ist, als die "Fimtechnik" noch nicht so weit war um Episode I bis III zu drehen.
  • Caerulea 28.04.2020 20:20
    Highlight Highlight Der letzte Tweet (Karen) hat recht.
    Marketing hat sich wohl nicht viel überlegt
  • Butch Cassidy & Sundance Kid 28.04.2020 19:30
    Highlight Highlight Mein liebster StarWars Moment war, als StarWars nicht Disney war..
  • MartinZH 28.04.2020 18:40
    Highlight Highlight Sturm im Wasserglas. Ich denke, es gäbe ernsthaftere Probleme in den USA, über die zu berichten es sich lohnen würde.
  • Weisser Mann 28.04.2020 18:32
    Highlight Highlight es ist scheisse was Disney Mit seinen Mitarbeitern macht. Aber sind wir ehrlich, unsere Firmen würden das selbe machen, würde ihnen das Gesetz es erlauben. Wir können froh sein, dass wir keine zu "liberale" Gesetzgebung haben, die so vom Kapitalismus verseucht ist, wie die der USA.
  • *sharky* 28.04.2020 17:08
    Highlight Highlight Ohne dem # jetzt all zu viel Bedeutung beimessen zu wollen... Disney ist je länger je mehr nicht mehr das was es war, oder zumindest das wofür es stand.
    Für mich persönlich Unternehmen, welche ich 'never ever' aktiv unterstützen möchte, wie z.B. amazon, uber oder Bayer.
  • N. Y. P. 28.04.2020 17:03
    Highlight Highlight Soso, der schöne Bob bekam für 1 Jahr 47,5 Millionen Dollar.

    Mitarbeiter wurden wegena Corona entlassen und den Aktionären wurde Geld in den Hintern geschoben.

    Nochmals zum schönen Bob. Würde er 20 Jahre bei Disney arbeiten, würde er also rund 1 Milliarde !! US - Dollar verdienen.

    Abartig.
  • devito1881 28.04.2020 16:49
    Highlight Highlight Ich komme mir vor in wie in einem Märchen....☺️


    Nur der unterschied ist, dei Beigeschmack ist ziemlich bitter UND Es sieht nicht nach eine Happy End aus 🥺
  • Vesparianer 28.04.2020 16:18
    Highlight Highlight Guter Tipp:
    Benutzer Bild
  • 0ldNicehand 28.04.2020 16:17
    Highlight Highlight Nur Sanitärinstallateure wissen wirklich, was ein 'Shitstorm' ist..^^
    • Bits_and_More 28.04.2020 23:28
      Highlight Highlight Oder Eltern.
  • Name_nicht_relevant 28.04.2020 16:14
    Highlight Highlight Es ist wie mit der Bibel und dem Koran, man kann alles falsch verstehen oder es besser Wissen ob man wirklich Richtig liegt, weiss nur Gott (Disney) allein.
  • PlayaGua 28.04.2020 15:54
    Highlight Highlight Tweets werden ja grundsätzlich von allen Medien übernommen. Keine Ahnung, was die User da für ein Problem haben.
  • mxpwr 28.04.2020 15:28
    Highlight Highlight Ich sehe jetzt nicht so, wie das missverständlich war...
  • piranha 28.04.2020 14:50
    Highlight Highlight "Shitstorm". Sobald einige Nutzer, die keine Ahnung haben, gegen etwas reklamieren, ist alles gleich ein Shitstorm...
    • Findolfin 28.04.2020 15:21
      Highlight Highlight Na du musst es ja wissen.

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