Warum das Netz über den McDonald's-Chef lacht – und wie Burger King mitspottet
Ein saftiger, grosser Burger. Für Fast-Food-Fans gibt es bei einem solchen Anblick nur eines: herzhaft reinbeissen. Ein solches kulinarisches Erlebnis wollte McDonald's-Chef Christopher Kempczinski seiner Kundschaft in einem Social-Media-Clip vermitteln.
Dabei präsentierte der 57-jährige Manager die neuste Burger-Kreation, den «Big Arch», benannt nach den goldenen Bögen des McDonald's-Logos. Doch diese Marketing-Offensive ging gehörig schief. Kempczinski sitzt wie verloren in einem öden, für die USA typischen Büroraum mit grauem Teppich. Er trägt ein blaues Anzugshemd, darüber einen zu grossen weissen Pulli.
«Ich mache jetzt ein Testessen, aber das ist auch mein Mittagessen», sagt der US-Amerikaner. «Holy Cow, der ist gross», lautet seine erste Reaktion nach dem Öffnen der Kartonverpackung. Anschliessend lobt er die Sauce, das Sesam auf dem Brötchen, die Fleisch-Patties. Doch beim Halten des Burgers beginnen die Probleme. «Ich weiss gar nicht, wie ich den in Angriff nehmen soll», sagt der Manager, der zuletzt rund 18 Millionen Dollar verdiente.
«Das ist ein grosser Bissen» – wirklich?
Es folgt der Höhepunkt: «Ok, der Moment der Wahrheit.» Der steif in seinem Stuhl sitzende Kempczinski führt den Burger zum Mund – doch er nimmt nur einen Mini-Bissen, als wäre er ein kleiner Vogel. Zudem verzieht sich just beim Reinbeissen sein Gesicht. Genuss sieht anders aus. Auch wenn Kempczinski mit einem «Mmh, das ist so gut» reagiert. Und er scheint realitätsfremd zu sein: «Das ist ein grosser Bissen für den Big Arch.»
Das Video sorgt seither auf Social Media wegen der fehlenden Authentizität für Spott und Häme. «Ich, als 10-Jähriger, als meine Eltern mir sagten, ich solle mein Gemüse essen», schreibt ein User dazu. «Er scheint Angst davon zu haben», schreibt ein anderer. Oder: «Sieht wirklich so aus, als würde der Typ mit vorgehaltener Waffe festgehalten.» Und ein anderer Internetnutzer ist sich sicher: «Dieser Dude hat das sofort in den Müll geworfen und von seinem Assistenten verlangt, ihm direkt nach dem Dreh seinen üblichen Grünkohlsalat zu bringen.»
Manche halten Kempczinskis Auftritt für derart künstlich, dass sie künstliche Intelligenz hinter dem Video vermuten. Und manche spielen ihn in Instagram-Filmchen nach und agieren dabei wie Ausserirdische.
Die Konkurrenz bleibt nicht still. Der Instagram-Account von Burger King schreibt zum Video: «Wir konnten ihn auch nicht fertig essen.» Der Chef des McDonald's-Hauptkonkurrenten, Tom Curtis, ging sogar noch weiter. Auf Instagram publizierte er ein Video von sich in einer Burger-King-Küche, in dem er einen herzhaften Burger-Biss nimmt. So wie es sich gehört. (aargauerzeitung.ch)

