«Wir sind stolz»: Mattel bringt erste Barbie mit Autismus auf den Markt
Ob eine Barbie im Rollstuhl, mit Diabetes oder mit dem Down-Syndrom: Die Firma Mattel bringt seit Jahren immer mehr diverses Spielzeug für Kinder heraus. Mit dem Motto «We are Barbie» möchte das Unternehmen für mehr Repräsentation und Inklusion sorgen. Seine neueste Puppe geht nun noch einen Schritt über körperliche Einschränkungen hinaus.
So bringt Mattel am Montag die erste Barbie mit Autismus heraus. Laut dem Guardian soll die Puppe dazu beitragen, dass sich mehr Kinder in einer Barbie wiedererkennen können.
Autismus ist gemäss der World Health Organization (WHO) eine neurodivergente Störung, die durch Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet ist. Viele Menschen mit Autismus können selbstständig leben, andere sind jedoch auf lebenslange Betreuung und Unterstützung angewiesen.
Fidget-Spinner, Kopfhörer und Tablet
Für die Entwicklung der Barbie hat Mattel mit der US-Wohltätigkeitsorganisation Autistic Self Advocacy Network zusammengearbeitet. Die Puppe wurde mit verschiedensten Merkmalen ausgestattet, um Autismus korrekt abzubilden. So hat die Barbie Pupillen, die leicht zur Seite gerichtet sind, um zu zeigen, dass Autistinnen und Autisten Augenkontakt oft schwerfällt. Dazu kommen bewegliche Ellbogen und Handgelenke, um repetitive Bewegungen wie Stimming zu ermöglichen. Stimming sind wiederholte Körperbewegungen, Laute oder Handlungen, die Menschen zur Selbstregulation nutzen, um mit Emotionen oder sensorischen Reizen umzugehen.
In der Hand hält die Barbie einen pinkfarbenen Fidget-Spinner, der helfen kann, Stress abzubauen. Zudem trägt sie einen geräuschunterdrückenden Kopfhörer, um sensorische Überlastung zu reduzieren, und hat ein Tablet, dessen Bildschirm mit Tasten ausgestattet ist. Autistische Menschen verwenden Tablets, da sie visuelle und gut vorhersehbare Hilfen zur Kommunikation, zum Lernen und zur Strukturierung bereitstellen, die Ängste reduzieren und die soziale Teilhabe unterstützen.
«Wir sind stolz»
Die autistische Puppe wurde von Jamie Cygielman, der globalen Leiterin der Puppenabteilung bei Mattel, angekündigt: «Barbie bemüht sich stets, die Welt, die Kinder sehen, widerzuspiegeln. Wir sind stolz darauf, im Rahmen dieser kontinuierlichen Arbeit unsere erste Barbie mit Autismus vorzustellen», so die Sprecherin. Die Puppe solle dazu beitragen, das Verständnis von Inklusion im Spielzeugregal und darüber hinaus zu erweitern.
Ab Montag soll die Barbie erhältlich sein. In Schweizer Onlineshops ist die Puppe bisher jedoch nicht zu finden. Wann genau sie hier erhältlich sein wird, ist noch nicht klar.
