Das ist das beste Musikvideo des bisherigen Jahres
Manchmal pfeffern Musikvideos so richtig rein.
2018 löste Childish Gambino mit «This is America» eine enorme Kontroverse aus. 2024 gelang ASAP Rocky (mit «Taylor Swif») der verrückteste Wurf.
Das bisher beste Musikvideo des Jahres 2026 gehört «Storm» von Gener8ion feat. Yung Lean. Hinter Gener8ion verbirgt sich der französische Musiker Surkin, der sich für die filmische Umsetzung mit Romain Gavras zusammentat (ja, dem Ex von Rita Ora und Dua Lipa).
Storm I und II von Gener8ion feat. Yung Lean
Die ersten vier Minuten («Storm I») sind Geschmackssache. Der schwedische Rapper Yung Lean spielt einen unantastbaren Schulbully, der es in einem reinen Jungeninternat in Leeds auf rothaarige Mitschüler abgesehen hat, Drogen konsumiert und von seiner jugendlichen Wut so vereinnahmt wie überfordert wird.
Es ist eine Hommage an den 2002er-Kultfilm «Blue Spring» von Toshiaki Toyoda, und wie schon im Musikvideo zu «Stress» von Justice verwischt Gavras die Grenzen zwischen Gewaltkritik und -verherrlichung.
Die Betonung der destruktiven Seiten männlicher Jugendlicher erscheint Gavras wichtiger, als die Protagonisten sympathisch wirken zu lassen. Das kann man abfeiern oder kritisieren – der Hilfeschrei ist in jedem Fall unüberhörbar.
Gavras Videoclip zu «Stress» von Justice
Weniger Geschmackssache ist die Choreografie in «Storm II» (ab 4:05). Sie ist schlicht und ergreifend atemberaubend. Die scheinbar ungelenken Bewegungen der Einzeltänzer entwickeln in der Masse eine weiche und doch urgewaltige Dynamik: das perfekte Abbild für unsere Jugend.
Verantwortlich für dieses Hooligan-Ballett ist der belgische Choreograf Damien Jalet, der auch schon mit Paul Thomas Anderson, Madonna und Marina Abramovic zusammenarbeitete.
Storm starring Yung Lean von Gener8ion ist seit 10 Tagen online und hat schon über 5 Millionen Views.
