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«The Drama» mit Zendaya ist einer der besten Beziehungs-Filme. Ever

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Kommt DAS gut? Robert Pattinson und Zendaya üben, wie man Hochzeitsfotos macht. Im Film «The Drama», nicht im Leben.Bild: www.imago-images.de
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«The Drama» mit Zendaya ist einer der besten Beziehungsfilme. Ever.

Die Amerikanerin und der Brite Robert Pattinson spielen ein amerikanisch-britisches Liebespaar, das vom RomCom-Himmel in die Psycho-Hölle gerät.
31.03.2026, 17:2731.03.2026, 17:27

Das Drama um diesen Film war im Vorfeld gross. Wer ihn sehen durfte, musste ein haarsträubendes Non Disclosure Agreement unterzeichnen, das einem verbat, auch nur ein einziges Wort über den Film zu schreiben, bis das Embargo gefallen war. Und der Filmverleih mahnte eindringlich, nicht zu spoilern. Das Embargo fiel vor wenigen Stunden. Und was tun die grossen Medien wie der «Guardian»? Sie spoilern im ganz grossen Stil.

Nun ist es tatsächlich nicht ganz einfach, über «The Drama» zu schreiben und das «Geheimnis» nicht zu verraten, denn dieses nimmt sehr bald allen Raum ein. Ein derart dominantes Geheimnis hat man selten gesehen. Aber: kein Wort darüber. Es ist tatsächlich ein grossartiges Geheimnis, bei dessen Enthüllung dem ganzen, hoffentlich ungespoilert bleibenden Kinosaal der Atem stockt.

Doch von vorn: Der bebrillt-verhühnerte britische Museumskurator Charlie (Robert Pattinson) trifft in einem Café in Boston auf Emma (Zendaya). Sie ist sehr schön und liest sehr gern. Menschen, die lesen, sind gute Menschen. Was Emma beruflich so tut, werden wir den ganzen Film über nicht genau erfahren, auf jeden Fall sitzt sie gerne in der Unibibliothek, büschelt Bücher und brutzelt möglicherweise an Seminararbeiten. Emma und Charlie verlieben sich sofort und derart heftig, dass sie auch bald heiraten wollen.

Der Trailer

Ein befreundetes Paar hat die nun wirklich kindische Idee, dass sich alle eines besoffenen Abends vor der Hochzeit ihr schlimmstes Geheimnis erzählen sollen. Das kann ja nur schief gehen! Alle ausser Emma erzählen fade Banalitäten. Emma erzählt etwas, das so unerwartet und gewaltig ist und derart krass und zynisch garniert an einer amerikanischen Vorstellung von Gutmenschentum kratzt, dass alles explodiert. Keiner traut ihr mehr. Charlies Fantasie knallt durch, ständig hat er Entsetzensvision einer Hochzeit im Zeichen von Emmas Geheimnis.

Und was als richtig süsse Satire auf amerikanische RomComs begann, wird immer deftiger, härter, surrealer und europäischer. Quasi der beste Beziehungskomödien-Thriller, den Yasmina Reza, die französische Göttin des metaromantischen Gemetzels, nie geschrieben hat.

Die kreative Kraft hinter «The Drama» ist der norwegische Regisseur und Drehbuchautor Kristoffer Borgli. Von ihm stammt «Dream Scenario» mit Nicolas Cage – ein krümeliger Biologieprofessor erlangt plötzlich weltweite Berühmtheit, weil er in den Träumen der Menschen auftaucht. Oder «Sick of Myself» – eine junge Frau leidet unter einer drogeninduzierten Hautkrankheit und wird genau deshalb zum Model.

Robert Pattinson, Kristoffer Borgli und Zendaya bei der Premiere des Kinofilms The Drama / Das Drama - Noch mal auf Anfang in DGA Theater Complex . Los Angeles, 17.03.206 *** Robert Pattinson, Kristof ...
Dreierlei von der Beziehungsparanoia: Robert Pattinson (v. l.), Kristoffer Borgli und Zendaya.Bild: www.imago-images.de

Borgli ist 40, scheint aber so ziemlich alles zu kennen, was Hollywood jemals an nicht ganz ernst gemeinten Beziehungsfilmen gemacht hat. Man glaubt in seinem «Drama» Spurenelemente jener superschnellen, spitzen Paardialoge von Katherine Hepburn und Spencer Tracy zu erkennen, ein bisschen Woody Allen, viel Nora Ephron, aber auch Zeitgenössisches im Stil von «Materialists». Und alles durchzuckt von komplett entfesselter Paranoia. Das Resultat ist grandios, als würden schräge skandinavische Filme wie «Triangle of Sadness» «Sex and the City» zum Frühstück verschlingen.

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Zendaya als Braut, der niemand traut.Bild: www.imago-images.de

Während sich Pattinson hochdramatisch verausgabt (wann konnte er eigentlich schon mal sein komisches Talent so hemmungslos unter Beweis stellen?), darf auch Zendaya mal ganz gegen ihr sonst übliches Rollenprofil spielen. Also nicht rotzig-burschikos wie in «Euphoria», «Dune», «Spider-Man» und grösstenteils auch in «Challengers», sondern bis auf den Herzensgrund verletzlich und verletzt, weil sie den anderen doch bloss eine ehrliche Antwort gegeben hat und diese sie nun behandeln wie das abscheulichste Tier. Ihre Performance ist herzzerreissend, man nimmt sofort Partei, die arme, arme Emma! Aber kann man ihr wirklich trauen? Ja? Nein? Niemals?

«The Drama» ist wunderbar. Originell, erfrischend, böse, schnell und schlau, eine Geschichte ganz ohne diesen klebrigen psychologischen Nebel, der sich sonst immer über Beziehungsdramen legt. Und so, so toll gespielt, agil, vibrierend, präsent. Was für ein ideales Paar! Oder wie Zendaya sagt: Sie habe Pattinson (mit dem sie heuer auch noch in Nolans «The Odyssey» und Villeneuves «Dune 3» spielt) exakt beobachtet, sich immerzu Notizen gemacht und einen Film lang von dem britischen Kollegen gelernt. Er gewiss auch von ihr.

«The Drama» läuft ab dem 2. April im Kino.

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