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Die Schweizer Quiz-Nati von links nach rechts: Prakhar Gupta, Andreas Kröll, Philipp Rohrer, Rajan Thambehalli. Es fehlt: Renate Schär.
Die Schweizer Quiz-Nati von links nach rechts: Prakhar Gupta, Andreas Kröll, Philipp Rohrer, Rajan Thambehalli. Es fehlt: Renate Schär. bild: Philipp Rohrer

«Ein Sieg gegen Österreich!» – was die Schweiz an der Quiz-Olympiade erreichen will

11.11.2021, 15:2812.11.2021, 09:12

Vom 11. bis 14. November – mit einem Jahr Verspätung – findet in Krakau die Quiz-Olympiade statt. Zum ersten Mal dabei ist auch das Schweizer Nationalteam. Was können wir von den hellsten Köpfen des Landes erwarten? Wer ist Favorit? Und wie schneidet ein Nati-Spieler im Huber-Quiz ab?

Wir haben mit dem Präsidenten des Schweizer Quizverbandes und Mitglied des Nationalteams, dem Obwaldner Philipp Rohrer (37), gesprochen.

Herr Rohrer, am Wochenende nehmen Sie an der Quiz-Olympiade teil. Aber wissen Sie, wofür der Ausdruck Olympiade eigentlich steht?
(Lacht) Ja, das weiss ich sehr wohl. Der Ausdruck steht für den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen – aber der Event in Krakau heisst tatsächlich Olympiade.

Korrekt – das könnte reichen für den Viererclub im Huber-Quiz.
Ja, das kommt etwa hin. Ich bewege mich in der Regel zwischen vier und neun Punkten.

Das wird jetzt viele Spieler zu Hause beruhigen.
Ich hatte aber auch schon drei Zehner in Serie.

Ui. Das ist tatsächlich eine sensationelle Leistung. Ich bin sicher, die Wochen danach waren herrlicher als Bier nach der Gartenarbeit. Aber ich schweife ab ... Wer gewinnt öfter? Sie oder Huber?
Das ist wirklich schwierig zu sagen. Die Antwort lautet leider: Ich weiss es nicht.

Hätte unsere hellste Kerze also Chancen für einen Platz im Nationalteam?
Man muss sich dafür qualifizieren. Der beste Schweizer der WM, der beste der EM und der Sieger der Schweizermeisterschaften erhalten drei der vier Nationalmannschaftsplätze. Sie suchen sich dann, basierend auf den Schwächen des Teams, eine vierte Person aus.

Aber es gilt eines zu bedenken: Die Fragen werden unter Zeitdruck gestellt. Pro Frage hat man nur 30 Sekunden Zeit. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das nichts für Huber.

Da liegen Sie erneut richtig! Aber wenn es Huber nicht ist, wer sind denn die besten Schweizer Quizzer?
Andreas Kröll und Prakhar Gupta sind sicher die Stützen des Teams. Sie befinden sich aktuell auf den Plätzen eins und drei in der Schweizer Rangliste. Ich habe mich aufgrund meines Resultats an der letzten EM qualifiziert und Renate Schär (aktuelle Nr. 4 der Schweiz) bügelt auch, aber nicht nur, unsere Schwächen in Sachen Film und Kultur aus.

Was kann man von unserem Natiteam erwarten in Krakau?
Das Niveau ist unglaublich hoch. Und leider ist es nicht so wie im Fussball, dass ein Aussenseiter auch mal gewinnen kann. Gegen die Top-Teams haben wir schlichtweg keine Chance. Vielleicht als Einschätzung: 2019 wussten die besten vier Teams zwischen 70 und 75 von 100 Fragen – wir 44. Die Halbfinals werden wir also mit Sicherheit nicht erreichen.

(Lachend) Mein persönliches Ziel ist einfach, die Österreicher zu schlagen.

Ich glaube, mit einem Sieg gegen Österreich würden sie uns alle sehr glücklich machen.
Die Österreicher klassierten sich an der EM 2019 als 16., wir wurden 15. Wir verstehen uns sehr gut und natürlich ist das mehr ein Scherz. Wir sind noch nicht lange dabei. Bei unserer ersten Teilnahme an einer EM, das war 2018, waren wir das Team, das am meisten lernte.

Was heisst das?
Wir wurden 19. von 19. Wer am wenigsten weiss, lernt am meisten.

Denn Spruch bringe ich das nächste Mal in der QDH-Auswertung. Reden wir nun aber von den Favoriten. Beim Dauerfavoriten England fehlen in diesem Jahr die allerbesten – die Eggheads (aus der gleichnamigen TV-Quizshow) Ashman, Gibson und Bjortomt ...
Sie haben trotzdem ein starkes Kader. Mein Tipp für die Halbfinals sind England, Belgien, die USA und Norwegen.

Aber es gibt auch eine Individualwertung?
Genau. Wir werden natürlich alle sämtliche Quiz bestreiten.

Und was ist da von unseren Leuten zu erwarten?
Ein Platz im ersten Drittel wäre extrem stark. Aber man muss beachten, dass Prakhar Gupta noch in der U30-Kategorie antreten darf. Vielleicht gelingt ihm da ein Exploit. Oder vielleicht auch in einem der Spezialthemen-Quiz. Dort könnte jedem von uns ein Exploit gelingen.

Aber dort sind die Fragen noch perfider?
Ja. Ein Beispiel. Wie hiess der italienische Goldmedaillengewinner über 200 Meter an den Olympischen Spielen 1960 in Rom, dessen Markenzeichen eine dunkle Sonnenbrille war?

Meine olympiareifen Leistungen vollbringe ich eher in der Disziplin «Vergessen».
Das kann ja auch hilfreich sein ... Die Frage wurde an einer Europameisterschaft gestellt und als ich sie las, merkte ich, wie weit ich von der Spitze entfernt bin. Mein Spezialgebiet ist übrigens Sport.

Gibt es eine Auswahl?
Nein. Kein Multiple Choice. Man muss die Antwort aktiv wissen.​

Ich werde die Frage gleich nach dem Interview der Sportredaktion stellen – wie kommt man zu so einem Wissen? Wie wird man ein guter Quizzer?
(Lacht) Es ist schwierig. Viel lesen hilft. Lesen, lesen, lesen – aber ohne Interesse geht es nicht. Ich habe zum Beispiel Schwächen beim Thema Opern – eigentlich ein überschaubares Thema im Vergleich zum Beispiel zum Sport. Ich müsste mich einmal ein halbes Jahr damit beschäftigen – aber wenn das Grundinteresse fehlt, dann ist es schwierig.

Die besten Quizzer haben also nicht einfach nur ein gutes Gedächtnis, sondern sind auch polyinteressiert.
Ja, das ist mit Sicherheit so. Und sie lernen viel und so, dass sie ihr Wissen auch innerhalb von wenigen Sekunden abrufen können. Aber um zu relativieren: Die besten Leute sind Vollprofis. Sie treten in England in Quizshows auf und können davon leben. Das sind natürlich andere Voraussetzungen.

Da bleibt uns nur noch, ihnen am Wochenende die Daumen zu drücken. Viel Erfolg. Und hauen Sie doch bitte die Ösis weg.
Wir geben unser Bestes!

Unser Kabäuschen für Telefoninterviews befinden sich gleich neben der Sportredaktion. Doch dort kennt man den italienischen 200-Meter-Läufer nicht. «1960? Pffffffff», heisst es da. Auch unsere menschliche Sportenzyklopädie, Peter Blunschi, zuckt nur mit den Schultern.

Der gesuchte Name lautet: Livio Berruti.

Sie haben es auch nicht gewusst?

Egal.

Dafür etwas gelernt.

Ich bin sicher, der Rest der Woche wird besser als das neue Album von Abba. Wie hiess es nochmals?

Wer gerne Quiz spielt, und Lust hat, sich mit anderen quizbegeisterten zu messen, der kann das (fast) jeden Sonntag-Abend hier bei watson mit dem Huber-Quiz tun. Oder sich einmal auf der Homepage des Schweizer Quizverbandes umsehen. Es gibt auch eine Online-Liga. Wer teilnehmen will, soll sich per Mail beim Präsidenten melden.

Viel Spass!

Update vom 12.11.2021 (09:11 Uhr)
Leider ging Philipp Rohrers Wunsch nicht in Erfüllung. DIE Schweiz klassierte sich im Nationencup mit 44 Punkten zwar auf dem ausgezeichneten 13. Rang. Österreich landete aber einen Platz vor der Schweiz – und einen hinter Deutschland.

Beim «Speed Quiz» (80 Fragen in 2 Minuten) schrammten WIR Schweizer aber knapp an einer Sensation vorbei. In den zwei Qualifikationsrunden erreichten Prakhar Gupta und Philipp Rohrer je den sechsten Platz (von ca. 180). Für den Finaleinzug hat es nicht gereicht. Dort stehen nur die Top-3-Platzierten der beiden Runden.

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Video: watson
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