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Verrat' uns: Was findest du das Allerschönste an Ferien?
Der Begriff «Urlaub» stammt ursprünglich vom althochdeutschen Wort urloub ab, was «Erlaubnis» bedeutete. Die Erlaubnis wegzugehen, sich vom Dienst entfernen zu dürfen, also die Burg oder den Hof und den Herrn für eine bestimmte Zeit zu verlassen, um irgendwas anderes zu machen. Eine Pilgerfahrt unternehmen zum Beispiel. Oder ein Bündnis schliessen.
Bis Urlaub dem Zweck der Erholung diente, verstrichen also einige Jahrhunderte. Heute sind Ferien vielmehr Ausdruck von Ruhe, Entspannung und Erneuerung. Man entrinnt dem Alltag. Was aber ist daran am Allerschönsten?
«Das Ankommen. Wenn man die (je nachdem) stundenlange Tortur im auf 10'000 Metern Höhe fliegenden Aluzylinder mit zu wenig Beinfreiheit endlich hinter sich hat. Wenn man diese Keimschleuder entweder durch diesen ausgeschwenkten Verbindungsarm oder – noch besser – via hingekarrte Treppe verlässt und den ersten Fuss auf fremden Boden setzt. Geht es nur mir so oder ist dieses Gefühl jedes Mal einzigartig? Ich kann den Sinneseindruck nicht richtig einordnen. Ist es der Geruch? Der Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit? Irgendwas ist anders – man spürt, dass man nicht mehr zuhause ist. Dass man sein Alltagsleben jetzt hinter sich gelassen hat – zumindest bis die Ferien enden und es einen unweigerlich wieder einholt.»
Lucas Zollinger
«Viele träumen davon, am Strand zu liegen; was früher das Schicksal von Schiffbrüchigen war» – diese weisen Worte stammen vom Schweizer Theologen Walter Ludin.Bild: ebay
«Das Essen, Geniessen und Nichtstun. Klingt faul? Bigoscht – dafür sind Ferien doch da.»
Madeleine Sigrist
«An Ferien liebe ich die Ruhe, die nach ca. 24 Stunden einkehrt. Die Kids sind am ersten Tag wildgewordene Irgendwas, alles ist neu, aufregend, von der Fahrt bleibt Energie übrig, alles muss raus. Komplettes Gegenteil bei mir und meinem Mann: Battery low von der Anreise, der Organisation, dem Zurechtfinden am neuen Ort, Food-Beschaffung etc. Nach etwa 24 Stunden (manchmal auch 48...) schleicht sich langsam der neue Alltag an, es kehrt (ab und zu) etwas Ruhe ein, neue Rituale entwickeln sich und plötzlich scheint das Zuhause und der dortige Alltag weit weg. Fast ein wenig ein neues Leben, dass man auf Zeit leben darf.»
Nadine Sommerhalder
«Im Urlaub missfällt mir so viel, dass ich mich wie zuhause fühle», sagte einst der deutsche Aphoristiker Elmar Kupke.Bild: ebay
«Ganz klar, und zu hundert Prozent und ohne Wenn und Aber: das Ausschlafen. Oder nein, noch eher: das ins Bett gehen mit der Vorfreude aufs lange Lesen. Das bedingt natürlich, dass man in den Ferien niemals in der Früh was planen darf (was ja generell ein absolutes No-Go ist). Das Ganze hat sich natürlich seit dem Kind etwas verändert, aber wir sind sehr bemüht, sie zu einer Langschläferin zu erziehen.»
Lara Knuchel
«Viele Schweizer fahren in die Ferien, um sich davon zu überzeugen, dass es zu Hause am schönsten und besten ist. Ich hingegen bin froh, wenn ich endlich einmal davon wegkomme.»
Peter Blunschi
Karlheinz Karius, seines Zeichens Urheber, Mensch und Werbeberater meint: «Urlaub: Dortsein statt Dasein.»Bild: hippostcard
«Das erste Abendessen nach dem ersten Tag am Meer. Die Familie ist erschöpft, aber zufrieden. Wir freuen uns aufs Essen und sind gespannt, ob es auch schmeckt. Vor mir steht ein schönes Bierchen und vis-à-vis sitzt die noch schönere Partnerin. Die Kinder besprechen den Tag und ihre Ferienpläne und mein Körper wird geflutet von einem Zufriedenheitsflash, der wie die Wellen am Strand den Stress des Anreisens und der Arbeitswochen zuvor wegspült. Es gibt fast nichts Besseres.»
Patrick Toggweiler
«An Ferien gibt es Vieles, was ich liebe, aber ganz besonders mag ich die After-Beach-Abendroutine: Nach einem sonnigen Tag am Strand zurück in die Unterkunft, eine ausgiebige Dusche geniessen, ein Apéro auf dem Balkon … und dann frisch gestylt in die Stadt, durch kleine Gässchen schlendern, Neues entdecken, lecker essen und einfach die besondere Abendstimmung aufsaugen.»
Livia Jeger
«Urlaub beginnt dann, wenn der Fuss im Meer und das Herz im Himmel baumelt», findet Ruth W. Lingenfelser, die ansonsten als Sekretärin, Dichterin, Aphoristikerin und Buchautorin auf der Erde wandelt.Bild: hippostcard
«Das Heimkommen. Wenn die Kinder ins Haus rasen und ihre Spielsachen wieder entdecken, als wären sie 300 Jahre lang weggewesen. Das Meer ist aber auch nicht übel.»
Anna Rothenfluh
Und jetzt ihr! Was mögt ihr am meisten an euren Ferien?
(rof)
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