DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mittlerweile ist der Luftraum in der Region um Donetsk gesperrt. Die meisten Ausweichrouten führen südlich des Schwarzen Meeres durch.
Mittlerweile ist der Luftraum in der Region um Donetsk gesperrt. Die meisten Ausweichrouten führen südlich des Schwarzen Meeres durch.Bild: Flightradar24/Screenshot watson, 18.07.14/14.50Uhr
Fragen und Antworten 

Warum flog die MH17 über Kriegsgebiet? Und welche Airlines mieden den Luftraum bereits seit Monaten? – Fragen und Antworten

Kurz nach dem mutmasslichen Abschuss der MH17 reagierten die internationalen Airlines und umflogen das Krisengebiet. Welche Fluggesellschaften den Luftraum bereits seit Monaten mieden und warum die Malaysian Airlines trotzdem diese Route wählten: Die wichtigsten Fragen und Antworten. 
18.07.2014, 14:5518.07.2014, 15:30
No Components found for watson.rectangle.

1. Warum wählten die Malaysian Airlines die Route über das Krisengebiet? 

Die Hauptflugstrassen – die kürzesten und schnellsten Routen – zwischen Europa und Asien führen über die Ukraine. Je grösser ein Umweg, desto mehr Treibstoff wird verbraucht, desto mehr Zeit ist man in der Luft und desto höher sind die Betriebskosten. Die Flugroute der MH17 wurde von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) für sicher erklärt.

2. Welche Airlines flogen nicht mehr über die Ukraine?

Einige Fluggesellschaften umfliegen das Krisengebiet bereits seit Monaten weiträumig. Dazu gehören die koreanische Airline Korean Air, die australische Quantas sowie Asiana. Die drei Fluggesellschaften leiteten ihre Flüge bereits nach der Annexion der Krim durch Russland im März um. Nach dem mutmasslichen Abschuss – und noch vor der offiziellen Sperrung – mieden praktisch alle Airlines den Luftraum über der Ukraine, so die Swiss, Lufthansa, Russian Airlines, Turkish Airlines, Air France und British Airways.

Die Airline KLM verschob die Route von Kuala Lumpur nach Amsterdam nicht. Das Bild zeigt die Route einer Maschine, die das Krisengebiet am Mittwoch noch überflog. Erst nach dem Absturz änderte die niederländische Airline ihre Flugrouten. 
Die Airline KLM verschob die Route von Kuala Lumpur nach Amsterdam nicht. Das Bild zeigt die Route einer Maschine, die das Krisengebiet am Mittwoch noch überflog. Erst nach dem Absturz änderte die niederländische Airline ihre Flugrouten. Bild: Flightradar24

3. Hat die Airline eine Wahl bei der exakten Festlegung der Route?

Jede Airline kann eine Gegend umfliegen. Das wird auch gemacht, wenn beispielsweise die Wetterlage in einer bestimmten Region zu unsicher ist. Umwege kosten aber Zeit und Geld.

4. In wessen Verantwortung liegt die Sperrung eines Luftraums?

Die lokalen Behörden und Ministerien sind zuständig für die Freigabe von Luftfahrtstrassen – in Koordination mit dem Weltluftfahrtverband (IATA).

5. Warum wurde der ukrainische Luftraum nicht gesperrt?

Seit der Krise in der Ukraine ist der Luftverkehr über dem Land eingeschränkt. Mehrmals schon wurde die Höhe, in der Passagierflugzeuge sicher fliegen dürfen, geändert. Seit Montag ist auch der Luftraum über dem mutmasslichen Abschussgebiet nahe der Stadt Donezk bis zu einer Höhe von 32'000 Fuss gesperrt. Wie Eurocontrol-Sprecher Nicholas Wyke gegenüber «Zeit Online» sagt, habe die Sperrzone seit dem 1. Juli noch bei 26'000 Fuss geendet. Nach dem mutmasslichen Abschuss wurde der Luftraum über der Ostukraine von den ukrainischen Behörden und der Luftverkehrskontrolle Eurocontrol für gesperrt erklärt. Die Massnahme gelte unbefristet, teilte die europäische Organisation in Brüssel mit. 

6. Über welche Kriegsgebiete wird sonst noch geflogen?

Viele Verkehrsflugzeuge überfliegen täglich den Irak. Auch der Luftraum über Afghanistan wird von Passagierflugzeugen durchquert. Selbst im eskalierten Nahost-Konflikt fliegen internationale Fluggesellschaften weiterhin Tel Aviv an.

7. Warum haben Passagierflugzeuge kein Abwehrsystem?

Die Air Force One des US-Präsidenten und die Verkehrsflugzeuge der israelischen Luftfahrtsgesellschaft El Al verfügen über ein Raketenabwehrsystem. Die El Al flog als einzige Airline am Freitagmorgen über die Ukraine. Das System ist allerdings nicht unbedenklich – und teuer. Und ob das Abwehrsystem eine radargesteuerte, grössere Rakete hätte abwenden können, ist zweifelhaft, schreibt «Time».   

Die Route der El-Al-Maschine von Tel Aviv nach Moskau führte auch heute Morgen über die Ostukraine. 
Die Route der El-Al-Maschine von Tel Aviv nach Moskau führte auch heute Morgen über die Ostukraine. Bild: Flightradar24/Screenshot watson

Mit Material der SDA

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Alitalia ist Geschichte: Ab heute hebt Ita ab – unter nicht idealen Voraussetzungen

Nach 74 Jahren ist Schluss für Italiens Fluggesellschaft Alitalia. Ab Freitag geht die Nachfolgerin Ita an den Start. Doch der neuen Fluglinie könnten Turbulenzen drohen.

Zur Story