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bild: Christoph Biegel

Shake your feet and clap your hands!

Wie sehr Melodien und Rhythmen einen in den Bann ziehen können, zeigte Ben Williams mit seiner Band «Sound Effect» im Konzert dem Murianer Publikum
29.11.2019, 10:50
Sumaya Hossain

«Shake your feet and clap your hands!» (Schüttle deine Füße und klatsche in die Hände), ist Regel Nummer 1 für Ben Williams, einer der talentiertesten Bassisten der jungen Jazzgeneration. Die Zuschauer reisten aus vielen Orten der Schweiz an, um den gebürtigen Washingtoner an dem Abend erleben zu dürfen. Bevor es überhaupt anfing, warnte schon Stephan Diethelm das Publikum: «Heute wird es laut.»

Schon nach kurzer Zeit war die ruhige Sonntagabendstimmung im Pflegidach Muri verschwunden. Die klare und sanfte Stimme des 30-Jährigen wurde von seinen Bandkollegen Justin Brown (Schlagzeug), David Rosenthal (Gitarre), Julius Rodriguez (Klavier) und Marcus Strickland (Saxophon) begleitet.

Ben Williams & Sound Effect - «Home»

Während Williams sein Solo spielte, fühlte man sich wie an einem einsamen Strand versetzt. Im nächsten Moment dann wiederum befand man sich in New York. Alle Instrumente wurden gleichzeitig gespielt, weswegen es sehr laut wurde, sodass die Musik an eine Großstadt erinnerte. Die Harmonien von Marcus Stricklands Blasarrangement erinnerten an südafrikanische Chöre. «Ich finde es toll, dass er auch Stücke, die erst 2020 veröffentlicht werden, gespielt hat», meinte eine Zuschauerin. Der Rhythmus, die sanfte Stimme und der Songtext in jedem Lied harmonierten optimal, sodass einige Zuschauer sogar aufstanden, um zur Musik mitzutanzen.

Lebenserfahrungen als Inspiration

«Own experiences and other people experiences are my inspiration » (Eigene Erfahrungen und die von anderen Menschen sind meine Inspiration), berichtete Williams im Interview nach dem Konzert. Williams versucht seine Gefühle und Gedanken in seinen Songs zum Ausdruck zu bringen. So performte er sein Lied «If you hear me» (Wenn du mich hörst), in welche er etliche Fragen stellt, die an Gott gerichtet sind.

Hinweis
Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

Emotional wurde es dann, als er einen Song von Bob Dylan namens «The Death of Emmett Till» vorspielte. Im Song geht es um den Mord an Emmett Till, 1955 in Mississippi. Der damals 14-jährige Junge wurde aufgrund seiner dunklen Hautfarbe zu Tode geschlagen. Die Täter wurden dafür kaum bestraft, was für viele Afroamerikaner ein Entsetzen war. Der Song sollte auf den Rassismus auf der ganzen Welt aufmerksam machen. Die Emotionen, die Williams in dem Moment während dem Singen hatte, sah man seinem Gesichtsausdruck an. Er selbst ist ein Afroamerikaner, weshalb ihm dieser Song nahe ging.

Musikalischer Werdegang

In dem Augenblick, als er 2009 den Bassisten-Wettbewerb gewann, begann für ihn seine Karriere als Bandleader und Komponist. Er und seine Band sind zurzeit auf Tour. Ben Williams war nun zum ersten Mal in Muri. Am meisten Freude hätte ihm das Publikum bereitet, weil sie so aktiv mitmachten. «It‘s a lot of fun, sharing good gifts of music to beautiful people» (Es macht Spaß, gute Musikgeschenke an schönen Menschen zu machen), erzählte Williams. Auf die Frage, wie er es hier in der Schweiz findet, antwortete er: «Switzerland is a very beautiful, clean and peaceful country, if they want, I’ll come again» (Schweiz ist ein sehr schönes, sauberes und friedliches Land und wenn sie es wollen, komme ich wieder). Unsere Antwort daraufhin: Auf jeden Fall wollen wir es, Ben Williams!

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Ben Williams and Sound Effect @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Ben Williams & Sound Effect @ «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: christoph biegel
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In alter Frische – oder in frischem Alter
Samara Joy (Gesang) aus New York, Ben Paterson (Klavier) aus Philadelphia, Malte Arndal (Schlagzeug) aus dem ländlichem Dänemark und Mathias
Allamane (Bass) aus Südfrankreich zeigten am letzten Sonntagabend bei «Musig im Pflegidach» in Muri, in einer perfekt eingespielten Formation, wie universell und zeitlos Jazz war und bis heute ist.

«Diese Sängerin hier wird einmal ganz gross werden.» Mit diesen Worten begrüsste Stephan Diethelm am letzten Sonntagabend das Publikum und die 22-jährige Samara Joy. Da es sich in den letzten 20 Jahren schon öfter herausstellte, dass Künstler*innen, die bei «Musig im Pflegidach» auftraten, später grössere Erfolge feiern durften, muss man Diethelms Vorhersage ernst nehmen.

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