Naher Osten
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Unterstützung von Terroristen»

Arab Bank muss Hamas-Opfer entschädigen



(FILES)This August 14, 2014 file photo shows a New York Branch of the Arab Banking Corporation at 3rd Avenue in New York.  There is no evidence that Arab Bank executives supported terrorism, a defense lawyer told a US jury on September 18, 2014 at the end of a month-long trial. The Jordan-based multinational went on trial in New York on August 14, accused of aiding terror by transferring support funds to the families of Palestinians who died in the conflict with Israel. In more than three hours of detailed concluding arguments, lawyer Shand Stephens disputed that the institution made payments to designated terrorists and that those funds were used to bankroll terror attacks. AFP PHOTO/Don Emmert

Eine New Yorker Filiale der Arab Bank. Bild: AFP

Eines der grössten und angesehensten Finanzinstitute im Orient, die Arab Bank, ist von der US-Justiz wegen «Unterstützung von Terroristen» haftbar gemacht worden. Der Vorwurf: Die Bank soll der radikalen Palästinenserbewegung Hamas Finanzhilfe gewährt haben.

Die Arab Bank müsse wegen der systematischen Unterstützung der Hamas deren Opfern Entschädigungen zahlen, urteilte die Jury eines New Yorker Bezirksgerichts am Montag. Gegen die Bank geklagt hatten vor zehn Jahren Angehörige von Opfern, die bei Selbstmordanschlägen in Israel und in den Palästinensergebieten getötet worden waren. Die Bank habe den Hinterbliebenen von Attentätern hohe Geldsummen überwiesen.

Ein Anwalt der Klägerseite feierte das Urteil als «Meilenstein», da erstmals eine Bank für die «Unterstützung von Terroristen» haftbar gemacht worden sei.

Die Arab Bank kündigte hingegen Einspruch an, da das Verfahren von «dünnen Beweisen» geprägt und «mit Fehlern gespickt» gewesen sei. Zeugen der Verteidigung seien gleich reihenweise abgelehnt worden. Die Höhe der Entschädigungssumme wurde noch nicht festgelegt, dazu wäre ein zweites Verfahren notwendig.

Geld aus Saudi-Arabien

Die Arab Bank soll Anschläge finanziert haben, indem sie während der Zweiten Intifada von 2000 bis 2005 den Familien von Selbstmordattentätern der Hamas Geld aus einem in Saudi-Arabien angelegten Entschädigungsfonds überwies. Mehr als 70 Millionen Dollar sollen so an die Hamas und andere Organisationen geflossen sein.

Shand Stephens, a lawyer for Arab Bank Plc, exits the Brooklyn Federal Court in Brooklyn, New York in this August 14, 2014 file photo. Arab Bank Plc never provided material support for the Palestinian group Hamas, Stephens told jurors on September 18, 2014 during closing arguments at the bank's trial on civil charges under the U.S. anti-terrorism law.   REUTERS/Eduardo Munoz/Files (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS CRIME LAW)

Shand Stephens, Anwalt der Arab Bank, muss eine Niederlage einstecken. Bild: EDUARDO MUNOZ/REUTERS

Die Bank beharrt darauf, dass kein Zusammenhang zwischen ihren Geldtransfers und der Finanzierung von Anschlägen nachgewiesen worden sei. Das Kreditinstitut habe auch nichts mit dem Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu tun und lediglich «alltägliche Bankgeschäfte ausgeführt».

Diese verstiessen in keiner Weise gegen US-Gesetze zur Terrorabwehr. Zudem habe die Bank nie die Absicht gehabt, «die Hamas oder andere bekannte Terrorgruppen zu unterstützen».

In 30 Ländern aktiv

Das erste private Geldinstitut in der arabischen Welt ist heute ein multinationales Finanzunternehmen mit 600 Niederlassungen in 30 Ländern, darunter die Schweiz. In der Bilanz für 2013 wies die Arab Bank Einlagen in Höhe von 46,4 Milliarden Dollar aus, bei einem Eigenkapital von 7,8 Milliarden Dollar. Über acht Jahrzehnte überstand die Firmengruppe alle Kriege und Umbrüche im Nahen Osten.

In den Palästinensergebieten ist die Arab Bank für Entwicklungshelfer aus den USA und Europa der UNO oder internationalen Hilfsorganisationen die erste Wahl, wenn es um die Finanzausstattung von Aufbauprojekten geht.

Sie verwaltet auch die Konten der palästinensischen Autonomiebehörde, auf die Israel deren Anteil an Zöllen und Steuereinnahmen überweist. Mit fast eintausend Bankangestellten in 27 Filialen ist das Institut auch einer der wichtigsten Arbeitgeber im Westjordanland und im Gazastreifen. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Erst landet die neue Regierung des Jemens, dann kommt es zur Explosion – 10 Tote

Auf dem Flughafen der jemenitischen Stadt Aden ist es am Mittwoch zu einer schweren Explosion gekommen. Der Vorfall ereignete sich Zeugenberichten zufolge kurz nach der Landung eines aus Saudi-Arabien kommenden Flugzeuges mit der neuen Regierung des Jemens.

Nach ersten Angaben sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, mehrere Dutzend wurden verletzt.

Der Regierungschef und seine Mitglieder sind nach Angaben von Informationsminister Muammar Al-Erjani aber wohlauf. «Wir versichern unseren …

Artikel lesen
Link zum Artikel