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Hunderte Leichen in Nigeria entdeckt: Steckt Boko Haram hinter der Gräueltat?



In der nordostnigerianischen Stadt Damasak sind hunderte Leichen gefunden worden, bei denen es sich mutmasslich um Todesopfer eines Massakers handelt. Für die Gewalttat, die wahrscheinlich Monate zurückliegt, dürfte laut Behörden Boko Haram verantwortlich sein.

epa04697400 A Nigerian soldier walks in an abandoned Boko Haram camp showing materials for making bombs after Nigerian troops recaptured Gwoza, Borno State, North East Nigeria, 09 April 2015. Following the Nigerian presidential elections Nigerian troops continue to work to contain the wave of attacks by Boko Haram Islamic militants in the North East of Africa's most populous country where Boko Haram have been conducting acts of terror for the past five years.  EPA/STR

Ein Soldat läuft über ein ehemaliges Camp von Boko Haram. Hier haben die Extremisten unter anderem offenbar an Bomben gebastelt. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die Behörden hatten die mutmasslichen Opfer der Extremistengruppe am Donnerstag entdeckt und am Wochenende in Massengräbern beisetzen lassen. Die Leichen, von denen viele in einem ausgetrockneten Flussbett gefunden wurden, «waren zwar verwest, aber wir haben sie angemessen begraben», sagte der Anwohner Kaumi Kusur am Montag.

Leichen sollen vom Sand verdeckt gewesen sein

Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Truppen aus dem Tschad und aus Niger hatten Damasak am 9. März von Boko Haram zurückerobert. Schon kurz darauf waren unter einer Brücke der Stadt hundert Leichen entdeckt worden. Nun seien es viel mehr gewesen, sagte Kusur. «Sie lagen in Häusern, auf den Strassen und in einem Fluss, der ausgetrocknet war.»

Ein weiterer Anwohner sprach von 400 Leichen, sie seien vom Wüstensand verdeckt gewesen. Ein Regierungsvertreter des Staates Borno sagte, es seien «Hunderte» gewesen.

Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt gegen die Behörden und tötete bereits mehr als 13'000 Menschen. Seit Anfang 2014 entführte Boko Haram nach Schätzungen von Amnesty Internationale überdies mindestens 2000 Mädchen und Frauen. (feb/sda/afp)

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