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Such-Traffic nach Mia Khalifa explodiert – und nun raten Sie mal, woher die meisten Anfragen kommen

Moralapostel vs. Mia Khalifa

Such-Traffic nach Mia Khalifa explodiert – und nun raten Sie mal, woher die meisten Anfragen kommen

10.01.2015, 20:0211.01.2015, 08:02
Philipp Dahm
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21 Jahre alt, amerikanische Studentin mit libanesischen Wurzeln und Pornostar: Mia Khalifa ist mittlerweile nicht nur unter Freunden frivoler Filme ein Begriff. Der Football-Fan wird im Internet dafür gefeiert, dass sie sich gegen moralinsaure Twitter-Trolle zur Wehr setzt.

Nach diversen Medienberichten und Tweets, wie dem obigen, ist klar, dass die junge Frau «klug, witzig und sexy» ist. 

Oder wie es dieser Herr ausdrückt:

Sogar ein Song wurde ihr zu Ehren schon komponiert. 

Das Beste aber ist, dass die Moralapostel sich mit ihren Drohungen ins eigene willige Fleisch geschnitten haben: Die Nachfrage nach Mias Filmen ist explodiert. Mitte Dezember gab es auf «Pornhub» noch keine 50'000 Suchanfragen täglich. Danach schnellte die Zahl jedoch auf 1,2 Millionen am 7. Januar hoch, berichtet Bild.

Dabei ist besonders spannend, woher die (neuen) Zuschauer kommen: Ein Viertel aller Anfragen stammt aus ihrem Geburtsland, dem Libanon. Platz zwei und drei belegen mit 16,8 und 12,9 Prozent Syrien und Jordanien. Taiwan und Ägypten (11,8 und 10,1 Prozent) runden die Top 5 ab.

Mia Khalifa

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Mia Khalifa
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Während einige dieser Zuschauer wohl mehr Gefallen an Khalifas Arbeit finden, als sie öffentlich  zugeben, hat ihre Verwandtschaft gar keine Freude daran.

Familie ignoriert Mia

«Niemand aus meiner Familie spricht mit mir», gestand die junge Frau gegenüber Newsweek. Ihre Eltern seien «extrem streng, herrisch und sehr konservativ – sie haben sich der amerikanische Kultur angepasst, indem sie sich an die Republikaner geklammert haben».

Laut Lebanese Examiner gab es im Libanon mehre kritische Artikel über die Darstellerin. Khalifa selbst sagte «Newsweek», sie fühle sich schuldig, den Namen ihrer Familie in den Dreck gezogen zu haben. Sie wolle nicht, dass ihre Verwandten belästigt werden, aber auch nicht klagen. «Weil ich diese Wahl selbst und bewusst getroffen habe.»

Doch das Problem sind nicht allein ihre christlich-nationalen Tattoos und/oder ihre Arbeit sondern das Verhältnis von Mann und Frau in der libanesischen Gesellschaft.

Prostitution wird im Libanon «ausgelagert»

Die libanesisch-amerikanische Autorin, Sulome Anderson, hat eine gute Erklärung für den Aufruhr um den Pornostar. In Foreign Policy erklärte sie das System der legendären Partys in Beirut, dem «Paris des Nahen Ostens»: Viele Frauen werden für solche Partys extra aus Osteuropa eingeflogen.

Paris Hilton schmeisst 2009 eine Party in Beirut.
Paris Hilton schmeisst 2009 eine Party in Beirut.Bild: AP
Strassenszene in Beirut: nackte Ausländerinnen, brave Libanesinnen.
Strassenszene in Beirut: nackte Ausländerinnen, brave Libanesinnen.Bild: EPA

Die dortigen Männer würden das begrüssen: Dieses System beschützt vermeintlich libanesischen Frauen. Die Ausländerinnen erinnern so nicht an die eigene Verwandtschaft, doch genau dieses Tabu habe Mia Khalifa nun gebrochen.

Schwierige Selbstbestimmung

Libanesischen Frauen gehören bei dieser Gleichung freilich auch zu den Verlierern, verdeutlicht Dr. Sandrine Atallah, eine Spital-Betreiberin aus Beirut. «Wenn sie für ihren Mann oder Freund sexy sein sollen, gibt es eine unausgesprochene Aufforderung, nicht zu sexy zu sein», sagte sie Cosmopolitan. Oder erfahren im Bett, aber auch keine Schlampe. Die Quadratur des Kreises.

«Frauen sind da in diesem schweren Spiel gefangen. Und jemand wie Mia Khalifa gefährdet die Macht, die Männer über solche Frauen haben.» Diese wollten nicht, dass Frauen selber wählen – auch wenn es um Orgasmen gehe. So erkläre sie sich auch die Beschneidung von Frauen in Teilen Afrikas.

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