Rassismus
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Polizist in Ferguson suspendiert

«Diese Protestierer hätte man in der ersten Nacht wie tollwütige Hunde niedermachen sollen»



Im Zusammenhang mit den mehrtägigen Protesten in der US-Kleinstadt Ferguson ist ein Polizeibeamter vom Dienst suspendiert worden. Wie die Polizeidirektion in Glendale am Samstag mitteilte, erfolgte die Suspendierung von Matthew Pappert wegen dessen Bemerkungen über die Demonstranten auf seiner Facebook-Seite.

«Ich habe diese Protestierer satt. Ihr seid eine Belastung für die Gesellschaft und eine Plage für die Gemeinschaft.» 

Matthew Pappert, suspendierter Polizist  Facebook

Der Polizist hatte unter anderem geschrieben: «Ich habe diese Protestierer satt. Ihr seid eine Belastung für die Gesellschaft und eine Plage für die Gemeinschaft.» Pappert fügte ausserdem hinzu: «Diese Protestierer hätte man in der ersten Nacht wie tollwütige Hunde niedermachen sollen.» 

Von Fotografen erkannt

Die Polizeidirektion kündigte eine Untersuchung an und erklärte, sie und die Stadtverwaltung teilten Papperts Ansichten «absolut» nicht. Glendale, eine zu 97 Prozent von Weissen bewohnte 6000-Einwohner-Gemeinde, gehört wie Ferguson zum Einzugsbereich der Grossstadt St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Die Bevölkerung in Ferguson ist zum grössten Teil schwarz, die dortige Polizei setzt sich aber ganz überwiegend aus Weissen zusammen. 

FERGUSON, MO - AUGUST 20: A police officer holds a shotgun as he works to control demonstrators on August 20, 2014 in Ferguson, Missouri. Violent outbreaks have taken place in Ferguson since the shooting death of unarmed teenager Michael Brown by a Ferguson police officer on August 9th.   Joe Raedle/Getty Images/AFP
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Die Polizei ist in Ferguson omnipräsent. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Pressefotografen erkannten Pappert als einen von hunderten Polizisten, die zur Verstärkung gegen die Demonstranten nach Ferguson entsandt worden waren. Einer der Fotografen sagte, der Polizist sei kurz davor gewesen, mit seinem Knüppel auf die Reporter einzuschlagen.

Am Freitag gingen in Ferguson erneut mehrere Dutzend Demonstranten auf die Strasse, um gegen die Erschiessung des 18-jährigen Schwarzen Michael Brown durch den 28-jährigen weissen Polizisten Darren Wilson zu protestieren und seine Festnahme zu verlangen. 

«Ich glaube an Jesus Christus als meinen Retter, doch bin ich auch ein Killer. Und wenn ich muss, töte ich noch einen ganzen Haufen weitere. Wenn ihr nicht getötet werden wollt, kommt mir nicht in die Quere. So einfach ist das.»

Dan Page, Polizist

«Ich bin auch ein Killer»

Am Freitag teilte die Polizei in St.Louis mit, sie habe eine interne Untersuchung gegen einen weiteren Polizisten eingeleitet. Der Beamte hatte sich im Jahr 2012 in einem YouTube-Video als «Killer» bezeichnet. «Ich glaube an Jesus Christus als meinen Retter, doch bin ich auch ein Killer», sagte der 35-jährige Dan Page in dem Video. «Und wenn ich muss, töte ich noch einen ganzen Haufen weitere. Wenn ihr nicht getötet werden wollt, kommt mir nicht in die Quere. So einfach ist das.» 

Der Polizist, der beim Einsatz in Ferguson auch einen CNN-Moderator vor laufender Kamera geschubst haben soll, wurde zunächst vom aktiven Polizeidienst abgezogen. Der Polizeichef von St.Louis, Jon Belmar, äusserte sich in örtlichen Medien «zutiefst verstört» durch die Äusserungen von Page. In dem Video, das ihn vor Mitgliedern der Veteranengruppe Oath Keepers zeigte, äusserte er sich auch abschätzig über US-Präsident Barack Obama, den Obersten Gerichtshof der USA, Muslime und Homosexuelle. (sda/afp)

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