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epa04729015 People celebrate in the streets of the Sandtown neighborhood in Baltimore after State Attorney Marilyn Mosby announced that six police officers are being charged in the death of Freddie Gray, in Baltimore, Maryland, USA, 01 March 2015. Six police officers are being charged in the death of a Baltimore man who was injured while in police custody and whose death has been ruled a homicide, the Maryland state's attorney said 01 May 2015. The death of Freddie Gray, a suspect who suffered catastrophic injuries while in official custody, prompted nationwide protests and violent riots in Baltimore, Maryland.  EPA/JIM LO SCALZO

Am Freitagabend wird ins ganz Baltimore gefeiert, denn sechs Polizisten wurden Angeklagt, einer wegen Mordes. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Baltimores Bürgermeisterin hebt die Ausgangssperre auf 



Nach den schweren Krawallen infolge des Tods des Afroamerikaners Freddie Gray kehrt in die US-Ostküstenstadt Baltimore allmählich die Normalität zurück. Am Sonntag hob Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake nach fünf Tagen die nächtliche Ausgangssperre auf. 

Die Ausgangsperre werde mit sofortiger Wirkung aufgehoben sagte die Bürgermeisterin. «Ich danke den Bürgern von Baltimore für ihre Geduld», fügte sie hinzu. 

epa04729359 A handout combo released by the Baltimore, Maryland, USA, Police Department on 01 May 2015 shows (top L-R): Ceasar Goodson, Garrett Miller and Edward Nero and (bottom L-R) William Portner, Brian Rice and Alicia White, the six Baltimore police officers that were charged in connection with the death in custody of Freddie Gray. The Baltimore state's attorney  said on 01 May 2015 she was filing criminal charges against six police officers involved in the arrest of a man who died from injuries suffered in police custody, in a case being ruled a homicide. The death of Freddie Gray on 19 August, who suffered fatal injuries while in official custody, prompted nationwide protests that continued  and riots earlier this week in Baltimore, Maryland.  EPA/Baltimore Police Department  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die sechs angeklagten Polizisten. Bild: EPA/Baltimore Police Department

Der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, sagte am Sonntag vor Journalisten, die Nationalgarde habe mit dem Abzug aus Baltimore begonnen. Der Abzug werde einige Tage dauern. Die Behörden versuchten, so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren. 

Hogan rief zu «Heilung» und Gebeten auf. Der Gouverneur sprach auch die finanziellen Folgen für die Stadt an: Durch die Krawalle am Montagabend seien 200 Geschäfte zerstört worden, die meisten davon seien nicht versichert gewesen. «Hunderte Millionen Dollar gingen verloren», sagte der Gouverneur. 

Tausende Menschen waren am Samstag erneut zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Strasse gegangen. Die Kundgebung verlief friedlich, streckenweise herrschte eine fröhliche Atmosphäre. Zugleich zeigten sich die Demonstranten entschlossen, den Druck auf Politik und Polizei aufrechtzuerhalten, und zahlreiche Redner forderten ein Ende der Ausgangssperre. 

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Krawalle in Baltimore
quelle: x90054 / jim bourg
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Strafverfahren als Wende 

Zur Beruhigung der Lage trug die Entscheidung der Staatsanwaltschaft vom Freitag bei, Strafverfahren gegen drei weisse und drei schwarze Polizisten einzuleiten. Die Behörde legt dem Fahrer des Gefangenentransporters unter anderem Mord mit bedingtem Vorsatz zur Last. 

Die Vorwürfe gegen die fünf anderen Polizisten reichen von Amtsverletzung über Freiheitsberaubung und Körperverletzung bis zu fahrlässiger Tötung. Gray sei «illegal festgenommen» worden, weil er kein Verbrechen begangen habe. 

Die sechs bereits vom Dienst suspendierten Polizisten kamen gegen Kautionszahlungen zwischen 250'000 bis 350'000 Dollar frei. Am 27. Mai sollen sie einem Richter vorgeführt werden. 

«Ungeheuerlichen Vorverurteilung» 

Der Anwalt von Grays Familie, William Murphy, lobte das entschiedene Vorgehen und den «beispiellosen Mut» der Staatsanwaltschaft. Die Polizeigewerkschaft in Baltimore sprach hingegen von einer «ungeheuerlichen Vorverurteilung». 

Der 25-jährige Freddie Gray hatte nach seiner Festnahme Mitte April so schwere Verletzungen erlitten, dass er eine Woche später starb. Die zunächst friedlichen Demonstrationen schlugen Anfang der Woche in heftige Strassenschlachten um. Daraufhin verhängte die Bürgermeisterin die Ausgangssperre, die ab Dienstag galt. Zudem wurden etwa 3000 Nationalgardisten in die Stadt entsandt. 

Seit den Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown in der Stadt Ferguson im vergangenen August hat eine Reihe tödlicher Polizeieinsätze gegen Afroamerikaner in den USA für Empörung gesorgt. In mehreren Fällen zeigen von Passanten aufgenommene Videos brutales Vorgehen von Beamten. Viele Afroamerikaner sehen Gray als das jüngste Opfer der Polizeigewalt. (sda/afp) 

Demonstrators stand on top of vehicles at the intersection of North Avenue and Pennsylvania Avenue in Baltimore, Maryland May 1, 2015. Baltimore residents cautiously celebrated news on Friday that six police officers involved in the arrest of Freddie Gray face criminal charges, a marked contrast to recent rioting over fraught relations between police and the African-American community.   REUTERS/Eric Thayer      TPX IMAGES OF THE DAY

Das Engagement der Staatsanwältin wird von den Bewohnern Baltimores positiv aufgenommen. Bild: ERIC THAYER/REUTERS

Hohe Dunkelziffer 

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