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Postfinance-CEO Hansruedi Köng tritt Ende Februar 2024 zurück

Postfinance-CEO Hansruedi Köng tritt Ende Februar 2024 zurück

06.03.2023, 08:3506.03.2023, 09:34
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Der langjährige Chef der Postfinance, Hansruedi Köng, legt sein Amt Ende Februar des nächsten Jahres nieder. Er verlässt das Finanzinstitut laut einer Mitteilung vom Montag auf eigenen Wunsch nach zwölf Jahren an dessen Spitze.

Hansruedi Koeng, CEO Postfinance, spricht waehrend einer Medienkonferenz, am Donnerstag, 7. Juni 2018 in Bern ueber die geplanten Entlassungen bei der Postfinance. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Handsruedi Köng will zurücktreten.Bild: KEYSTONE

Köng ist seit 21 Jahren im Dienst von Postfinance, seit Anfang 2012 als CEO. In dieser Zeit habe er die Postfinance «grundlegend umgebaut», heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Der Präsident des Verwaltungsrates, Marcel Bührer, bedauert den angekündigten Rücktritt Köngs. Doch die frühe Ankündigung gebe der Postfinance nun genügend Zeit, «die Nachfolge sorgfältig zu regeln».

Für Köng, der das Finanzinstitut seit Anfang 2012 führt, werde es Zeit «Platz für Neues zu schaffen». Der aktuelle Zeitpunkt sei ideal für einen Wechsel. «Postfinance hat die Hausaufgaben in Bezug auf ihre Strategie gemacht und mit der Zinswende sind die Perspektiven aus heutiger Sicht positiv», wird der heute 57-Jährige in der Mitteilung zitiert.

Die Problematik des Kreditverbots

Die Postfinance hatte als Bundesbetrieb jahrelang mit der Politik zu kämpfen. Während der Negativzinsära gingen die Gewinne der Post massiv zurück, da das Institut auf Zinserträge angewiesen ist. Denn anders als andere Finanzinstitute ist es der Postfinance nicht erlaubt, Geld in Form von Krediten oder Hypotheken zu verleihen. Diese Tatsache hat Köng in seiner Amtszeit als Postfinance-CEO immer wieder angeprangert.

Er war - anders als der Post-Chef Roberto Cirillo - auch immer offen für eine Privatisierung der Postfinance, um damit die Aufhebung des Kreditverbotes zu ermöglichen. Köng glaubte gar, dass eine Aufhebung des Kreditverbotes politisch nur durch eine Privatisierung möglich würde.

Dass das Kreditverbot noch immer besteht, dürfte denn auch einer der Tiefpunkte in Köngs Karriere als Postfinance-CEO sein. Nachdem die Schweizerische Nationalbank SNB den Leitzins nun allerdings wieder angehoben hat, wird auch der Druck auf die Postfinance allmählich nachlassen, da die Zinserträge wieder steigen dürften.

Erfolgreiche Projekte

In anderen Bereichen war Köng ausserdem äusserst erfolgreich. So wurde das Finanzinstitut unter seiner Ägide etwa in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft überführt, erhielt eine Banklizenz und wurde der Finanzmarktaufsicht Finma unterstellt. Zudem lancierte er diverse neue Geschäftsmodelle, Tochtergesellschaften und Joint Ventures, darunter etwa Twint oder die Neobank Yuh.

Als CEO war er aber auch verantwortlich für mehrere Partnerschaften der Postfinance, etwa mit der Münchener Hypothekenbank oder mit Swissquote. «Er hat massgeblich dazu beigetragen, dass Postfinance heute ein relevantes und profitables Finanzinstitut ist», wird Verwaltungsratspräsident Marcel Bührer in der Meldung zitiert.

Was Köng nach seinem Rücktritt vorhat, geht aus der Mitteilung nicht hervor. «Unternehmerisches Engagement, innerhalb und ausserhalb der Finanzindustrie, wird mich auch künftig antreiben», wird der Noch-CEO zitiert. (awp/sda)

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