DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Militärmusik spielt in Airolo zur Grundsteinlegung der zweiten Gotthard-Röhre.
Die Militärmusik spielt in Airolo zur Grundsteinlegung der zweiten Gotthard-Röhre.
Bild: keystone

Spatenstich am Gotthard – die 9 wichtigsten Punkte zur zweiten Röhre

29.09.2021, 15:5329.09.2021, 16:33

Was ist heute passiert?

Rund 150 geladene Gäste haben am Mittwoch in Göschenen dem symbolischen Startschuss zum Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels beigewohnt. Der Spatenstich war ursprünglich bereits im Frühling geplant gewesen, wurde aber wegen der Coronapandemie auf den Herbst verschoben.

Mit einer symbolischen Explosion wurde der offizielle Baustart markiert. Kinder von Göschenen und Airolo TI tauschten Gedenktafeln aus, zudem gab es Reden von Politikern und Beamten. Anschliessend ging die Zeremonie beim Südportal weiter – wo das Wetter natürlich viel schöner war.

Zwei Bauarbeiter bei der Grundsteinlegung des zweiten Gotthardtunnels in Airolo.
Zwei Bauarbeiter bei der Grundsteinlegung des zweiten Gotthardtunnels in Airolo.
Bild: keystone

Gibt es Impressionen von den Feierlichkeiten?

Klar! Du darfst dich gerne durch unsere Slideshow klicken:

1 / 13
Spatenstich für die zweite Röhre beim Gotthard
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Und hier noch das Video der imitierten Sprengung:

Sind die Bauarbeiten tatsächlich erst heute gestartet?

Nein. Die Vorarbeiten für die zweite Röhre haben bereits im Frühjahr 2020 begonnen. Dazu zählen etwa die Verlegung der Einfahrt des Service- und Infrastrukturtunnels oder die Zugangstunnel in Göschenen und Airolo.

Wofür braucht es überhaupt eine zweite Röhre?

Seit November 1980 ist die erste Röhre für den Verkehr am Gotthard geöffnet. Bis 2035 muss diese nun saniert werden. Dafür ist eine vollständige Sperrung des Tunnels für mehrere Jahre notwendig.

Am 27. Juni 2012 entschied sich der Bundesrat für die Variante «Bau einer zweiten Tunnelröhre mit anschliessender Sanierung der bestehenden Röhre (ohne Kapazitätserweiterung)» und somit zugunsten einer zweiten Röhre. Das Schweizer Stimmvolk bestätigte diesen Entscheid an der Urne am 28. Februar 2016.

Die zweite Röhre wird sich 70 Meter neben der ersten Röhre befinden und ist ebenfalls 16,9 Kilometer lang. Die beiden Röhren werden nach Abschluss der Bauarbeiten einspurig befahren. Dadurch erhöht sich die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden.

Okay, der Start ist bereits erfolgt. Wie geht es jetzt weiter?

Eines vorweg: Bis durch beide Röhren Autos rollen, wird es noch über zehn Jahre dauern. Erst 2032 soll der erste Tunnel fertig saniert sein.

So sieht der Plan, den wir hier schamlos von gotthardtunnel.ch copy-pasten, aus:

2020:

  • Allgemeiner Baubeginn in Göschenen und Airolo

2021:

  • Baubeginn Umlegung Service- und Infrastrukturstollen
  • Baubeginn Zugangsstollen Süd
  • Baubeginn Zugangsstollen Nord

2022:

  • Baubeginn Haupttunnel
  • Vortriebsbeginn Tunnelbohrmaschine Zugangstollen Nord & Süd

2024:

  • Vortriebsbeginn Tunnelbohrmaschine Haupttunnel Nord
  • Vortriebsbeginn Tunnelbohrmaschine Haupttunnel Süd

2026:

  • Durchschlag Haupttunnel

2027:

  • Beginn Ausrüstung Betriebs- und Sicherheitsausrüstung

2029:

  • Anlagetests und Inbetriebnahme Gesamtsystem
  • Eröffnung 2. Röhre Gotthard-Strassentunnel

2032:

  • Ende Instandsetzung 1. Röhre Gotthard-Strassentunnel
Die zweite Gotthard-Röhre: Das ASTRA erklärt das Wichtigste in Kürze.

Was passiert mit dem Ausbruchmaterial?

Bei den Bauarbeiten gibt es insgesamt 7,4 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial. Der grösste Teil davon wird wiederverwendet, schreibt das Bundesamt für Strassen (ASTRA). 3,5 Millionen Tonnen werden etwa für die Renaturierung der Flachwasserzonen im Urnersee verwendet. 1,5 Millionen werden als Baumaterial verwendet und 1,9 Millionen Tonnen werden für die Geländemodellierung und Überdeckung gebraucht. Eine Übersicht dazu erhältst du in folgender Grafik:

Wie viel kostet die zweite Röhre?

Aktuell wird mit 2,14 Milliarden Franken gerechnet.

Werden in Zukunft mehr Autos durch den Gotthard rollen?

Nein, das ist nicht vorgesehen. Aktuell dürfen pro Stunde lediglich 1000 Personenwagen und 150 Lastwagen pro Richtung durch den Gotthard fahren. Der Alpenschutzartikel in der Verfassung schreibt vor, dass die Transitstrassenkapazität nicht erhöht werden darf. Das Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet setzt diese Vorgaben im Bezug auf die zweite Röhre um und hält fest, dass die Kapazität des Tunnelsystems nicht erweitert werden darf.

Denkst du, dass dereinst vierspurig durch den Gotthard gefahren wird?

Dennoch befürchten einige, dass einst vierspurig durch den Tunnel gefahren wird. Der Urner Landammann Urban Camenzind sagte am Mittwoch, die Gefahr einer Verkehrsüberlastung durch die zweite Röhre sei nach wie vor da. «Die Diskussion über vier Spuren durch den Tunnel wird eine spätere Generation führen.»

Wie sah das eigentlich damals beim Bau der ersten Röhre aus?

Voilà, hier einige Impressionen:

1 / 16
Der Gotthard-Strassentunnel
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

(cma mit Material von ASTRA und sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Gotthard-Strassentunnel

1 / 16
Der Gotthard-Strassentunnel
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Sturm Hendrik fegt mit bis zu 130 km/h über die Schweiz – diverse Schäden gemeldet

Das Sturmtief Hendrik hat am Donnerstagmorgen die Schweiz von West nach Ost überquert. Auf den Jurahöhen wehte der Sturm in Orkanstärke. In Zürich wurden 108 Kilometern pro Stunde gemessen. Im Kanton Bern und in Appenzell Innerrhoden stoppte der Sturm den Bahnverkehr

Am heftigsten stürmte es auf dem Moléson FR mit 138 km/h, wie SRF Meteo mitteilte. Auf dem Chasseral im Jura erreichten die Böen Spitzenwerte von 134 Stundenkilometern. Den gleichen Wert registrierte der Wetterdienst auf dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel