Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Feuerwehrmann Raphael Lüthi in Vollmontur bei der Vernichtung eines Wespennestes in einem Dottiker Estrich. Toni Widmer
Quelle: Toni Widmer

Feuerwehrmann Raphael Lüthi in Vollmontur bei der Vernichtung eines Wespennestes in einem Dottiker Estrich.  Bild: Toni Widmer

Mit dem Wespenjäger im Einsatz – gestochen wurde nur der Reporter

Derzeit sind die Wespenjäger  im Einsatz. Ein Augenschein im Aargau mit Raphael Lüthi von der Feuerwehr Wohlen zeigt, wie man ein Nest in einem Einfamilienhaus sicher entfernt – ohne Wespenstich.

Toni Widmer / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

«Dort oben gehen sie rein», zeigt Sabine Drenowatz auf die Dachuntersicht über dem Eingang zu ihrem Einfamilienhaus an der Luegetenstrasse in Dottikon. «Dann gehen wir mal schauen, ob wir das Nest finden», sagt Raphael Lüthi und steigt die steile Treppe zum Estrich hinauf.

Raphael Lüthi arbeitet bei der Industriefeuerwehr Regio Basel und investiert einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit in die Feuerwehr Wohlen. Dort ist er Ausbildungschef und einer der drei Spezialisten für die Wespenbekämpfung. «Die Wespenbekämpfung war Teil meiner Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann, meine zwei Kollegen bei der Feuerwehr Wohlen haben einen speziellen Kurs dafür besucht», erklärt Lüthi.

Drei bis vier Nester pro Woche

Die Dienste der drei Wespenspezialisten sind gefragt: «Im Moment rücken wir zwei- bis dreimal pro Woche aus. Das ist in dieser Jahreszeit üblich», erklärt Lüthi. Die ungewöhnliche Hitze hat nach seiner Einschätzung bisher nicht zu einer generellen Wespenplage geführt.

Im Estrich der Familie Drenowatz in Dottikon allerdings haben die Kaltblüter gleich zwei grosse Nester gebaut. Raphael Lüthi geht überlegt und mit der nötigen Vorsicht ans Werk. Seine Ausrüstung hat er bereits vor der Abfahrt im Magazin überprüft: «Das mache ich immer so. Ich kontrolliere den Schutzanzug auf seine Dichtigkeit, die Maske auf ihre Funktion und das übrige Material auf Vollständigkeit», erklärt er. Im Estrich in Dottikon braucht er neben dem Anzug auch die Schutzmaske: «Der Spray, mit dem wir den Wespen zu Leibe rücken, ist giftig und in geschlossenen Räumen auch für Menschen nicht ungefährlich», sagt er und richtet den Chemiestrahl auf das erste Nest.

Nach einigen Minuten öffnet er das Nest vorsichtig mit einem Spachtel, sprüht noch etwas nach und lässt das Gift erneut etwas wirken. Schliesslich löst er das ganze Nest vom Dachbalken und stopft es in einen Abfallsack.

Beim zweiten Nest wiederholt Lüthi das Prozedere, und nach rund einer halben Stunde ist der Estrich wespenfrei. Zumindest fast: «In den nächsten zwei bis drei Tagen können noch ein paar Wespen umherschwirren, dann haben Sie endgültig Ruhe», erklärt er Sabine und Bernhard Drenowatz, die über den erfolgreichen Einsatz des Spezialisten sehr froh sind.

Im Gegensatz zum AZ-Reporter, den eine herumschwirrende Wespe in Dottikon am Hals erwischt hat, ist Raphael Lüthi bei seinen Einsätzen noch nie gestochen worden: «Ich bin entsprechend vorsichtig und arbeite nie ohne Schutzkleider», sagt er. Ein Anti-Allergikum gehöre aber dennoch fix zur Ausrüstung der Wespentruppe der Wohler Feuerwehr.

Letztere rückt im Übrigen nicht nur bei Wespennestern aus, sondern auch bei Hornissen und Bienen. «Bei Bienenschwärmen ziehen wir einen Imker hinzu und helfen ihm bei Bedarf, die Bienen einzufangen», erklärt Lüthi.  (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • trio 06.08.2015 09:47
    Highlight Highlight Warum kann man die Wespen nicht lassen! Schliesslich zählen sie zu den Nützlingen. Ich kann mir nicht vorstellen das ein Nest im Estrich störend ist, da ist man doch höchstens einmal im Monat. Ich finde diese Haltung langsam bedenklich! Alles was auch nur den Anschein von störend ist wird gleich vernichtet, die positiven Effekte werden ausgeblendet.
    • Boston5 06.08.2015 10:34
      Highlight Highlight Die Wespen sind nicht nur im Estrich, sondern dann auch viel um das Ganze Haus. Wenn man dann draussen sitzt und etwas essen will, ist es lästig und gefährlich. Auch wenn ich nicht fürs Tiere töten bin, kann ich verstehen wenn die Leute die Wespen nicht in Ihrer nähe haben möchten.
    • trio 06.08.2015 11:50
      Highlight Highlight gefährlich sind sie nur für Menschen die allergisch sind! Je mehr wir abgeschottet von der Natur aufwachsen, desto grösser die Gefahr das man allergisch wird gegen etwas. Also bleibt nur noch das sie lästig sind. Und deswegen gleich vernichten? Wie gesagt, die positiven Seiten werden ausgeblendet und der Fokus liegt nur noch bei sich selber. Sehr schade!
    • Micha Moser 06.08.2015 13:05
      Highlight Highlight Dieses wohlige Gefühl Nachhause zu kommen mit dem Wissen das Tausende Wespen in deinem Haus sind. #wespenfanthings
    Weitere Antworten anzeigen

Kein Covidcode am Sonntag – beim Kanton Aargau ist noch immer der Wurm drin

Völlig ohne Symptome wird ein Familienvater aus dem Aargau positiv getestet. Dann will er möglichst schnell andere SwissCovid-User warnen – und erlebt eine unschöne Überraschung.

Am 26. August machte watson publik, dass im Kanton Aargau an Sonntagen keine Covidcodes ausgegeben werden.

Covidcodes – das sind die 12-stelligen Codes, die man zwingend benötigt, um andere SwissCovid-User anonym auf eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus hinzuweisen. Den Code sollte man möglichst schnell in der App eingeben, weil es gilt, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Am 30. August versprach die zuständige Abteilung innerhalb der Aargauer Kantonsverwaltung Besserung:

Allerdings …

Artikel lesen
Link zum Artikel