Schweiz
Abstimmungen 2025

Umfrage zur Abstimmung im Februar 2025 zur Umweltverantwortungsinitative

Personen der Jungen Gruene Schweiz reichen die Umweltverantwortungsinitiative ein, am Dienstag, 21. Februar 2023, in Bern. Diese Initiative fordert, die planetaren Grenzen als Rahmen unserer Wirtschaf ...
Die Jungen Grünen reichen im Februar 2023 die Umweltverantwortungsinitiative ein.Bild: keystone

Erste Umfrage: Die Initiative zur Umweltverantwortung steht bereits auf der Kippe

20.12.2024, 06:0020.12.2024, 08:23
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Die Umweltverantwortungsinitiative der Jungen Grünen wäre laut einer SRG-Umfrage rund sieben Wochen vor der Abstimmung im Februar von einer relativen Mehrheit abgelehnt worden. 49 Prozent der Stimmberechtigten hätten bestimmt oder eher dagegen gestimmt. Auffällig sei der Geschlechtergraben.

Fast zwei Drittel der Teilnahmewilligen äusserten bereits in dieser frühen Phase eine feste Stimmabsicht und lediglich 6 Prozent waren gänzlich unentschieden, wie die SRG am Freitag zur ersten Welle der SRG-Trendbefragung im Vorfeld der Abstimmung vom 9. Februar mitteilte. Der Stand der Meinungsbildung sei mittel fortgeschritten. Die Stimmbeteiligung liege mit 35 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt zurück.

Auch hier gibt es den Geschlechtergraben

Auffällig sei der Geschlechtergraben: 56 Prozent der Frauen stimmten zu, aber nur 37 Prozent sind bestimmt dafür; Männer lehnten sie zu 59 Prozent ab. Regional sei die Unterstützung mit 55 Prozent in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz (52 Prozent) höher als in der Deutschschweiz gewesen. Dort hätten sich 52 Prozent dagegen ausgesprochen. Die Zustimmung sinke zudem mit steigendem Einkommen und steige mit dem Bildungsstand.

Die Prognose sei eindeutig: 81 Prozent der Befragten gingen von einer Ablehnung aus, lediglich 19 Prozent von einer Annahme. Der Ja-Anteil wurde im Mittel auf 42 Prozent geschätzt.

Nationalraetin Aline Trede, Gruene-BE, Nationalraetin Mattea Meyer, SP-ZH, Nationalraetin Florence Brenzikofer, GP-BL, sowie Lisa Mazzone, Praesidentin Gruene, Nationalraetin Brenda Tuosto, SP-VD und  ...
Aline Trede, Mattea Meyer, Lisa Mazzone und weitere Politikerinnen freuen sich bei den letzten Abstimmungen über ihren Sieg. Können sie im Februar erneut ein Resultat kippen?Bild: keystone

Zwei Drittel der Teilnahmewilligen stimmten grundsätzlich zu, dass die Ressourcen und Lebensgrundlagen bald erschöpft sein könnten. Über zwei Drittel waren der Ansicht, dass die Schweiz nicht nur ihre Umweltbelastung im eigenen Land reduzieren müsse. Sie solle auch Verantwortung für ökologische Schäden im Ausland übernehmen.

Angst vor steigenden Preisen

Ebenfalls zwei Drittel der Befragten befürchteten Nachteile wie steigende Preise bei der Umsetzung der Initiative. 65 Prozent hielten es für riskant, die Schweizer Wirtschaft durch Verbote zu belasten, da dies den Wirtschaftsstandort schwächen könnte, wie es weiter hiess. Darüber hinaus seien zwei Drittel der Meinung, dass die Initiative zu Verzicht zwinge und den gewohnten Lebensstandard massiv einschränken würde.

Das Stimmvolk wird am 9. Februar 2025 über die Volksinitiative «für eine verantwortungsvolle Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen (Umweltverantwortungsinitiative)» befinden. Das Volksbegehren der Jungen Grünen wurde im Februar 2023 eingereicht. Die Initianten fordern einen Verfassungsartikel, wonach der Umweltschutz neu an erster Stelle steht. Zudem soll die Umweltbelastung der Schweiz so reduziert werden, dass die Belastbarkeitsgrenzen des Planeten eingehalten werden. Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab.

Für die erste Welle der SRG-SSR-Trendbefragung zur Volksabstimmung befragte das Forschungsinstitut GFS Bern vom 2. bis 16. Dezember schweizweit 18'845 stimmberechtigte Personen. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/-2.8 Prozentpunkte. (leo/sda)

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