Schweiz
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Wird die AHV-Nummer zur ID? Nicht alle finden das gut



A man takes a prototype of the new insurance certificate of the AHV-IV (AHV: Federal old-age and bereaved people insurance/IV: Disabled people insurance) with the name of the insured party, the date of birth and the individual insurance number off a perforated sheet of paper, pictured in a studio in Zurich, Switzerland, on May 30, 2008. The new, 13-figure card becomes effective in July 2008. The old, 11-figure card is abolished. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Mann loest den neuen Versicherungsausweis der AHV und IV von einem perforierten Blatt Papier ab, aufgenommen am 30. Mai 2008 in einem Studio in Zuerich. Die neue, 13-stellige AHV-Nummer tritt auf Anfang Juli 2008 in Kraft. Die alte AHV-Karte wird abgeschafft. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Wie wird die AHV-Nummer in Zukunft verwendet? Bild: KEYSTONE

Mit dem systematischen Einsatz der AHV-Nummer zur Identifikation von Personen will der Bundesrat die Verwaltungsarbeit effizienter und günstiger machen und Verwechslungen verhindern. Datenschützer haben Bedenken. Auch in der Ständeratskommission regt sich Widerstand.

Die Staatspolitische Kommission (SPK) nahm die Vorlage in der Schlussabstimmung zwar mit 7 zu 4 Stimmen an, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Selbst die Mehrheit habe aber «ihre Bedenken insbesondere zum Kosten-Nutzen-Verhältnis und zum tatsächlichen Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger». Eine Minderheit werde deshalb in der Sommersession beantragen, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Kritiker befürchten zudem erhebliche Datenschutzrisiken, insbesondere durch die Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Datenbanken mithilfe der AHV-Nummer. Der Bundesrat kommt in einer Analyse zum Schluss, dass sich das Risiko zum Erstellen von Persönlichkeitsprofilen mit dem systematischen Einsatz der AHV-Nummer um 0.02 Prozent erhöht. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli der Knecht 20.05.2020 18:50
    Highlight Highlight "Der Bundesrat kommt in einer Analyse zum Schluss, dass sich das Risiko zum Erstellen von Persönlichkeitsprofilen mit dem systematischen Einsatz der AHV-Nummer um 0.02 Prozent erhöht."

    Bei Datenschutz und Datensicherheit bemisst sich Risiko nach der Formel

    Eintretenswahrscheinlichkeit * Schadenshöhe
    (vgl. https://bit.ly/2ZsBcY1)

    Es ist daher abstrus, wenn der Bundesrat glaubt, das Risiko in der Einheit Prozent anzugeben, bzw. ein Risiko würde sich um 0.02% (relativ zu welcher Grösse?) erhöhen.

    Mit anderen Worten: Diese abstruse Aussage des Bundesrats ist Mumpitz und disqualifziert ihn.
  • moedesty 19.05.2020 18:25
    Highlight Highlight Die Idee ist so gut wie die Corona Tracking-App.
  • Primus 19.05.2020 17:20
    Highlight Highlight Ich habe mich schon 2008 masslos aufgeregt. „Die Nummer ist völlig anonym, zufällig generiert und nicht sprechend. Sie genügt den Anforderungen des Datenschutzes. Sie wird nur einmal vergeben und bleibt ein Leben lang unverändert, auch wenn der Zivilstand, etwa durch Heirat, ändert.“

    Diese „anonyme Zufallszahl“ kann ja gar nicht anonym sein, sonst werde ich meine AHV nie bekommen. Der einzige „Vorteil“ gegenüber der alten Nummer ist, dass sie „nicht sprechend“ ist.

    Da lesen ein paar Politiker „anonym“, denken sich, dies ist eine 'gute Sache', kommt, lasst uns diese Nummer überall einsetzten.
    • Ueli der Knecht 20.05.2020 18:40
      Highlight Highlight Die alte AHV-Nummer wurde doch noch vor dem Computer "erfunden". Sprechende Schlüssel dienten eher der Fehler-Erkennung und ermöglichten auch eine allfällige Fehler-Korrektur.
  • Ökonometriker 19.05.2020 17:11
    Highlight Highlight Die Bundesverwaltung kann ja eine Bürger-ID führen. Die muss aber technisch und geheim sein. Personenidentifizierende Daten sollten dann nur an einem (stark gesicherten) Ort gespeichert werden, nicht mehr bei jeder einzelnen Verwaltungsdatenbank. Alle Verwaltungseinheiten können dann mit dieser Verwaltungsinternen ID arbeiten.

    Wenn die Verwaltung dann die personenidentifizierenden Daten braucht, muss sie über diese zentrale Stelle gehen. Das macht Hackern oder Datendieben das Leben sehr schwer.
    Tönt futuristisch? Läuft bei Banken bereits so.
  • BNnn 19.05.2020 16:01
    Highlight Highlight Mich würde die Herleitung der 0.02 Prozent interessieren. So eine absolute Angabe ist doch gar nicht möglich.
    • Notra 19.05.2020 18:02
      Highlight Highlight Ach, das ist keine Messung. Das ist ein kreativ verpackter, politischer Wunsch.
      Wer dieses Geschenk annimmt, ist selber schuld, wenn er dann das Geschenk hat.
    • Notra 20.05.2020 09:08
      Highlight Highlight @idrisi

      Zu kurz gedacht.

      Die Prozente sind relativ, ja. Aber die Angabe der Prozente ist absolut und so schrieb BNnn: "... eine absolute Angabe ..."
  • Ein Schelm 19.05.2020 14:56
    Highlight Highlight Das Ganze wirkt undurchdacht und nach einer: "Hey, wie wäre es hiermit?" Idee.
    Die Antwort ist simpel: "Nein."

    Wenn ihr Prozesse optimieren wollt werdet andere Schwerpunkte als die Datensicherheit los.
  • Cerebra 19.05.2020 14:27
    Highlight Highlight In der Truppenbuchhalterausbildung in der RS wahr die AHV Nummer unser Login...
    Auch Wenns sonst nichts gebracht hat, kann ich meine, Dank dessen, auswendig....
  • Notra 19.05.2020 14:26
    Highlight Highlight Warum nicht gleich ein Google-Konto unter der AHV-Nummer gleich ab Geburt?
  • Lowend 19.05.2020 14:15
    Highlight Highlight Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: «Der Bundesrat kommt in einer Analyse zum Schluss, dass sich das Risiko zum Erstellen von Persönlichkeitsprofilen mit dem systematischen Einsatz der AHV-Nummer um 0.02 Prozent erhöht.»

    Zu gut Deutsch: Das Risiko des Erstellens von Persönlichkeitsprofilen mit systematischem Einsatz beträgt vermutlich schon heute 99,98%!
    • René Gruber 19.05.2020 14:44
      Highlight Highlight Falsche Schlussfolgerung: Wenn heute das Risiko 0% ist und es sich um 0.02% erhöht ist es neu 0.02%.
    • Lowend 19.05.2020 14:58
      Highlight Highlight Guter Witz! Schon heute werden personenbezogene Daten en Masse verknüpft.

      Ein Risiko von 0% würde bedeuten, dass es nie Skandale gab, wie sie die Berner Polizei oder der NDB in den letzten Jahren produzierte und wie hoch die Dunkelziffer ist, möchte ich beim Datenhunger gewisser Behörden im Sozialbereich oder auch im Privaten bei Versicherungen usw. gar nicht wissen.
    • [CH-Bürger] 19.05.2020 15:17
      Highlight Highlight @Rene:
      ich glaub, Du hast Lowend's Wink nicht verstanden.
      er nimmt an - wie ich auch -, dass eine Erstellung des Persönlichkeitsprofils bei einer Verknüpfung mit der AHV-Nr garantiert geschehen wird. Ergo wäre dann die Wahrscheinlichkeit bei 100%
      🤓

      \KlugscheissermodusOFF#MenschmodusON
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  • The Destiny // Team Telegram 19.05.2020 13:50
    Highlight Highlight Ist das nicht in den USA massiv schiefgegangen?
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