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Totenkopf am Kühlturm des AKW Gösgen – das steckt dahinter

Totenkopf am Kühlturm des AKW Gösgen – das steckt dahinter

Mit einer nächtlichen Aktion lenkt Greenpeace das Augenmerk auf das Atomkraftwerk Gösgen. Es geht nicht um die Diskussion um neue AKWs in der Zukunft. Das Thema betrifft uns unmittelbar – und der Vorwurf ist gross.
29.01.2026, 13:0529.01.2026, 13:05

Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace haben einen Film und Botschaften auf den Kühlturm des abgeschalteten Atomkraftwerks Gösgen projiziert. Unter den Bildern ist eine Adaption von Edvard Munchs «Der Schrei» zu sehen. Sie prangern damit «die jahrzehntelange Verschleierung der Sicherheitslücke im Speisewassersystem des AKW an und die damit verbundene Gefahr für die Bevölkerung», wie die Organisation mitteilt. Denn: Wie vor einigen Monaten bekannt wurde, bestehen bereits seit Inbetriebnahme der Anlage Sicherheitsmängel.

AKW Gösgen Totenkopf
Greenpeace hat am Mittwochabend einen Film und eine Reihe von Botschaften auf den Kühlturm des abgeschalteten Atomkraftwerks Gösgen projiziert.Bild: Miriam Künzli/Greenpeace

Zwar solle das Atomkraftwerk in einem Monat wieder ans Netz gehen, doch was dann? Viele Fragen bleiben gemäss Greenpeace unbeantwortet. Unter anderem diese: Warum durfte das AKW Gösgen bis Mai 2025 weiterlaufen, obwohl die Betreiberin nach der Meldung der Sicherheitslücke im März 2025 den Reaktor sofort hätte abschalten müssen, wie es die Kernenergieverordnung vorschreibt?

«Gösgen zeigt, wie unzuverlässig die Atomenergie ist und welchen Gefahren wir seit Jahrzehnten ausgesetzt sind», lässt sich Greenpeace-Experte Lukas Bühler in der Medienmitteilung vom Donnerstag zitieren. Und weiter: «Trotz achtmonatiger Stilllegung blieben die Kerzen im Schrank. Das verdanken wir dem Aufschwung der erneuerbaren Energien, allen voran der Solarenergie. Das ist der Weg, den wir einschlagen müssen.»

AKW Gösgen Totenkopf
Greenpeace hat am Mittwochabend eine Reihe von Botschaften auf den Kühlturm des abgeschalteten Atomkraftwerks Gösgen projiziert.Bild: Miriam Künzli/Greenpeace

Wie die Medienstelle des AKW auf Anfrage mitteilt, sei die Projektion von ausserhalb des umzäunten Kraftwerkareals erfolgt. Man habe, als man davon erfahren habe, die Polizei informiert, «worauf die Projektion beendet wurde und sich die Personengruppe wieder entfernte». Weiter kommentiert die Medienstelle die Aktion nicht.

Auch die Politik hat Fragen

Nach der ordentlichen Jahresrevision im Mai 2025 ging das AKW nicht wie geplant wieder ans Netz. Grund: Die Nuklearsicherheitsbehörde Ensi hat eine mögliche Schwachstelle im Kühlsystem entdeckt und verlangt Nachbesserungen. Erst wenn nachgewiesen ist, dass die Anlage sicher betrieben werden kann, darf «Gösgen» wieder ans Netz.

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Eine weitere Botschaft am AKW. Bild: Miriam Künzli/Greenpeace

Und das dauert: Seit nun acht Monaten produziert Gösgen keinen Strom. Das ist der längste Unterbruch in der Geschichte des Kraftwerks und verursacht bei den Energiekonzernen Alpiq und Axpo einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.

Nicht nur Greenpeace, auch die Solothurner Politik hat offene Fragen. Mehrere Interpellationen mit Fragen zur Sicherheit, aber auch dazu, was der Regierungsrat von den Sicherheitslücken wusste, sind hängig. (jk/rka) (aargauerzeitung.ch)

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