Bundesrat Pfister besucht Finnland – das ist der Grund für seine Reise
Die Sicherheitslage in Europa hat sich in den vergangenen vier Jahren drastisch verändert. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sehen sich die europäischen Länder mit neuen Herausforderungen bezüglich der Verteidigung konfrontiert.
Um sich auf den neuesten Stand zu bringen, ist Martin Pfister am Montag nach Finnland gereist, das sich eine lange Grenze mit Russland teilt. Nach Finnland wird der Schweizer Verteidigungsminister nach Polen fliegen, das neben Russland (Kaliningrad) auch an die Ukraine grenzt.
Pfister wolle sich ein Bild machen, «wie die Länder in unmittelbarer Nähe zu Russland und zur Ukraine die Bedrohungslage wahrnehmen und ihre Sicherheit stärken», schreibt der Bund in einer Medienmitteilung.
Im Zentrum stehen demnach bilaterale Gespräche mit Verteidigungsministern Antti Häkkänen (Finnland) und Wladyslaw Kosiniak-Kamysz (Polen). Zudem tauscht sich der VBS-Vorsteher mit Fachleuten aus Armee und Sicherheitspolitik aus und besucht Schauplätze der Sicherheitskräfte.
Besuch von Küstenwachschiff
Am Montag besuchte Pfister das Küstenwachschiff Turva der finnischen Grenzschutzbehörde, wo er Einblick in die maritime Sicherheit im Ostseeraum erhielt. Zudem informierte er sich an der finnischen Verteidigungsuniversität in Santahamina über die Ausbildung von Offizieren.
Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen habe beim Treffen mit ihm von einer «sehr bedrohlichen Lage» gesprochen, berichtete Pfister am Dienstagmittag in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Deshalb sei Finnland auch der Nato beigetreten. Das nordische Land sehe die internationale Sicherheit bedroht.
Pfister zeigte sich in Helsinki beeindruckt vom schnellen Handeln Finnlands. «Wir können von ihnen lernen.» Das Verständnis eines umfassenden Sicherheitsbegriffs sei in der Gesellschaft weit fortgeschritten.
Auch in der Schweiz sei der Wille da, vorwärtszumachen, sagte Pfister. Seine Amtskollegen hätten aber durchaus Verständnis dafür, dass die politischen Mühlen in der Schweiz langsamer drehten.
Am Mittwoch geht es weiter nach Polen, wo Pfister unter anderem den Militärstützpunkt Wesoła besucht, um sich über das polnische Programm «Eastern Shield» sowie über Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzbereitschaft der polnischen Streitkräfte zu informieren. (cma)
