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Bund «verliert» brisante Akten zur Schweizer Geheimarmee P-26

Bund «verliert» brisante Akten zur Schweizer Geheimarmee P-26

03.02.2018, 07:5703.02.2018, 08:44

Der «Tages-Anzeiger» berichtet über einen höchst fragwürdigen Vorgang innerhalb der Bundesverwaltung, der die frühere Schweizer Geheimarmee P-26 betrifft: Seit 1991 halte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Akten zu einem der grössten Skandale unter Verschluss – und nun seien sie verschollen.

«Seit über einem Jahr fordert die Geschäftsprüfungsdelegation der Eidgenössischen Räte (GPDel) vom VBS Auskunft über den Verbleib der Akten – ohne Erfolg. Auf Anfrage erklärt das VBS, ‹trotz mehreren Recherchen und Interviews mit damaligen Verantwortlichen› könne man ‹noch nicht erklären›, was mit den Akten passiert sei.»

Projekt 26 (P-26) wurde während des Kalten Krieges im Geheimen lanciert. Die Gruppe sollte im Falle einer sowjetischen Besetzung den Widerstand aufnehmen. «Dafür rekrutierte sie rund 400 Schweizerinnen und Schweizer und bildete sie militärisch aus. Im ganzen Land unterhielt sie geheime Waffendepots», wie nach Untersuchungen bekannt wurde. 

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screenshot: tages-anzeiger

Hier geht's zum Bericht des «Tages-Anzeigers».

(dsc)

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Video: srf
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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pius C. Bünzli
03.02.2018 09:03registriert Oktober 2014
Praktisch, dass die Akten nicht mehr da sind nicht? Typisch VBS/Armee, inkompetent bis zum Gehtnichtmehr.
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Karli Popper
03.02.2018 09:32registriert Dezember 2016
Die Inquisition von Herrliberg hat in seiner zum Glück überschaubar langen Zeit im Bundesrat ja einiges an Akten vernichten lassen. Der Fall Tinner wurde dadurch etwas kompliziert (oder vielleicht auch einfacher), wohl hat man es danach mit der Dokumentationspflicht nicht mehr so eng gesehen. Wie immer gilt (nicht nur fürs VBS) der altbekannte Satz: "Die Angst vor Transparenz ist nicht ganz unbegründet".
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