Bewaffnete Bürgerwehr soll die Schweizer Armee ergänzen
Die Schweiz will aufrüsten und sich wieder besser auf ihre Verteidigung konzentrieren. Entsprechend hat der Bundesrat eine neue sicherheitspolitische Strategie vorgestellt.
Ein Punkt dieser Strategie ist, dass die Schweizer Bevölkerung auf die neue Bedrohungslage eingeschworen werden soll.
Der Blick berichtet nun von einem Vorschlag des Instituts für Globale Angelegenheiten (Siga). Der Thinktank will mit «unkonventionellen Ideen und kreativen Ansätzen» eine Antwort für die Schweiz auf die aktuelle Bedrohungslage der Welt finden.
Das Institut hat mehrere Vorschläge gemacht, eine davon ist eine Milizarmee und die andere eine bewaffnete Bürgerwehr. Als Vorbild dieser Bürgerwehr diene der estnische «Kaitseliit». Eine paramilitärische Freiwilligenorganisation, die 22'000 bewaffnete Zivilisten beinhaltet und die Armeen der baltischen Staaten unterstützt. Im Krisenfall könnten diese Zivilisten mobilisiert werden.
Laut dem Institut sollen sich Schweizer Bürger in ihrer Freizeit dort engagieren und somit den gesellschaftlichen Verteidigungswillen stärken. Auch eine Uniform-am-Arbeitsplatz soll es geben.
Die SP-Ständerätin Franziska Roth hält die Idee für überflüssig, wie der Blick schreibt. Sie findet, es handle sich bei der Idee des Instituts um eine Ansammlung an Massnahmen aus Staaten, die ganz andere Ausgangslagen hätten, als die Schweiz.
Auch FDP-Ständerat Johann Dittli sieht die Idee kritisch. Er würde den aktuellen Armeebestand lieber verdoppeln, um alle Infrastrukturen des Landes sichern zu können, wie der Blick berichtet. (nib)
