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Philipp Müller: «Ich war praktisch die Antithese zur traditionellen FDP»

Der abtretende FDP-Präsident Philipp Müller zieht im «TalkTäglich» auf Tele M1 Bilanz. Er sei überzeugt, heute ein besserer Parteipräsident zu sein als im ersten Jahr. Die Lobeshymnen in der Presse relativierte er aber.
17.12.2015, 07:1617.12.2015, 07:55
Fabian Hägler 

Entspannt sass Philipp Müller im Fernsehstudio von Tele M1 – ein Stein sei ihm nach der Rücktrittsankündigung als FDP-Präsident aber nicht vom Herzen gefallen, sagte er auf die Frage von AZ-Inlandchef und Moderator Stefan Schmid. «Ich bin ja noch bis April des nächsten Jahres in Amt und Bürden», scherzte Müller.

Er hielt fest, dass er den Rücktrittsentscheid schon im März gefällt habe – «unabhängig vom Ausgang der Wahlen und davon, ob ich Ständerat werde oder nicht». Müller sagte weiter, er sei in seinem Amt mit der Zeit gelassener geworden. «Ich habe nicht mehr alles so wahnsinnig ernst und persönlich genommen, sondern versucht, mit mehr Humor an die Sache heranzugehen.»

Philipp Müller sagt, das Amt habe ihn gelassener gemacht.<br data-editable="remove">
Philipp Müller sagt, das Amt habe ihn gelassener gemacht.
bild: KEYSTONE

Er sei überzeugt, dass er heute ein besserer Parteipräsident sei als im ersten Amtsjahr. Philipp Müller staunt aber selber über die Resonanz, die sein Rücktritt in den Medien fand. «Man kann die beste politische Idee haben, um der Schweiz aus allen möglichen Problemen zu helfen, aber Personalentscheide finden ein viel grösseres Medienecho.»

Das zeige, dass der Mensch in der Politik sehr wichtig sei. Dennoch relativierte Müller die Lobeshymnen in der Presse. «Man muss sich bewusst sein: Man wird wegen des Amtes zum Nachtessen eingeladen und auch des Amtes wegen kritisiert.»

Philipp Müller – Gipsermeister, kein Akademiker, durch die 18-Prozent-Initiative bekannt, eher am rechten Flügel der FDP politisierend – hätte früher selber nicht damit gerechnet, Parteipräsident zu werden. «Ich war praktisch die Antithese zur traditionellen FDP, aber ich kenne meine Grenzen und Möglichkeiten und bin ganz offenbar im Amt gewachsen.»

Bild: KEYSTONE

Zu seiner Nachfolge sagte Philipp Müller, eine Frau an der Spitze der FDP wäre eine Option. Er nannte keine konkreten Namen, wünscht sich aber, dass ein Generationenwechsel stattfindet und ein jüngerer Politiker ihn ablöst. Bisher hat erst Christian Wasserfallen sein Interesse angemeldet, obwohl Müller sagt, der Job als Parteipräsident sei faszinierend.

Jetzt auf

Ein junger, aufstrebender FDP-Mann wäre Thierry Burkart – doch der neue Nationalrat aus dem Aargau hat bereits abgesagt. «Es gibt andere talentierte junge Politiker, die schon länger in Bern sind und mehr Erfahrung haben», sagte er bei Tele M1.

(aargauerzeitung.ch)

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