DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Polizisten im Einsatz gegen Demonstranten am

Polizisten gehen gegen linke Demonstranten vor, die eine Wahlkampf-Veranstaltung der SVP im Zürcher Hauptbahnhof stören wollen.  Bild: KEYSTONE

Hotpants, Demo-Schiessbefehl, Zwangsarbeit: Das sind die 7 dümmsten Wahlkampf-Stunts 2015 (Teil II) 

Der Wahlkampf spitzt sich zu und die Kandidaten und Parteien versuchen zunehmend verzweifelter, Medienaufmerksamkeit zu erhalten. Das sind die 7 amüsantesten Versuche der letzten zwei Monate. 



In neun Wochen sind National- und Ständeratswahlen. Wer jetzt noch nicht mit hirnrissigen Forderungen, Aktionen und Statements auf sich aufmerksam gemacht hat, hat schon fast verloren. Viele Kandidaten und Parteien haben das Sommerloch genutzt, um irgendwie die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. In diesen 7 Fällen ist es gelungen: 

1. Demonstranten erschiessen

Christine Kohli, Nationalratskandidatin der FDP im Kanton Bern, war ihr eigener Wahlkampf bisher wohl etwas zu lau. Deshalb startete sie die Woche mit einem Tweet, in dem sie Schiesserlaubnis auf Demonstranten verlangte. Etwa für den Fall, das diese sich einer Personenkontrolle verweigern würden. Da die politische Konkurrenz die beliebtesten Bashing-Randgruppen Asylbewerber, Sozialhilfebezüger und Jean-Claude Juncker schon zur Genüge bewirtschaftet das drängende Problem der Personenkontrollen-Verweigerer vernachlässigt, möchte sie dieses Feld jetzt besetzen. 

2. Nationalhymne im Zürcher HB

Wäre die Lex Kohli zur standrechtlichen Erschiessung von Personenkontrolle-Verweigerern bereits in Kraft, wäre der Wahlkampf-Stunt der SVP im Zürcher Hauptbahnhof zweifellos noch sehr viel spektakulärer und öffentlichkeitswirksamer verlaufen, hätte die Wahlkampf-Veranstaltung der Zürcher SVP im Hauptbahnhof womöglich ein tragisches Ende genommen. Im Gegensatz zu Kohli ist die SVP in Sachen Verhältnismässigkeitsprinzip zum Glück aber einigermassen bewandert. Ein Auftritt von Parteigranden im Zentrum eines urbanen Zentrums mit öffentlichem Absingen der Nationalhymne läuft auf einen Reizstoff-Einsatz, ein paar gepflegte Schlägereien und Medienberichterstattung im Inserategegenwert von gegen mindestens 250'000 Franken hinaus. Und die Security-Kosten kann man erst noch an die Stadt- und die Bahnpolizei auslagern. Hat sich schon 2007 in Bern bestens bewährt. 

3. Hotpants bashen

Bild

Celina Feri auf einem Ferienfoto. screenshot facebook 

Die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri äusserte sich gegenüber der «Aargauer Zeitung» öffentlich zum Hosenkleid ihrer erwachsenen Tochter Celina Feri, SP-Einwohnerrätin von Wettingen. Hotpants-Portraits auf Facebook zu publizieren, sei für eine Frau im Politbetrieb nicht gescheit, beschied Feri ihrer Tochter via die Medien. Der Aufschrei des politisch-feministisch-korrekten Medien- und Social-Media-Betriebs trat genau wie erwartet ein. Mutter und Tochter Feri wurden vom Medienrummel völlig überrascht. Sie habe lediglich kritisieren wollen, sagte Yvonne Feri, dass im Politbetrieb nur die Kleidung von Frauen öffentlich disputiert werde, diejenige von Männern hingegen nicht ... 

4. «gERNZen»

SVP-Nationalrätin Nadja Pieren zeigt sich im Wahlkampf von ihrer subversiven Seite. In einem auf TeleBärn ausgestrahlten Wahlkampf-Video plädiert sie in der friedlichen Landvilla vor Glasfront und Swimmingpool gegen die Volks-Verarmung, die überbordende Kriminalität und die Invasion der Schweiz durch EU-Richter wiederholt Pieren die diesjährigen Glaubenssätze der SVP. Allerdings vertauscht sie im Claim «Zuwanderung begrenzen» zwei Buchstaben und bringt damit eine neue Wortschöpfung und die Losung, Expats- und Migranten zu «beGERNzen» unters Volk. 

5. Amstutz in den Bundesrat

Swiss People's Party (SVP) faction chief Adrian Amstutz speaks to the media during a news conference on the upcoming asylum debate in the parliament in Bern, Switzerland August 11, 2015. REUTERS/Ruben Sprich

Der Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Adrian Amstutz, auch genannt «Alpen-Richard-Gere» und Berner SVP-Nationalrat, sollte geheimerweise als Bundesratskandidat und künftiger Vorsteher des Justizdepartements und damit des Asylwesens lanciert werden. Streng nach den Richtlinien der idiotensicheren Politmarketing-Methode «SoSo & BRW» («Sommerloch-Sonntagszeitung & Bundesratswahl») gab SVP-Präsident Toni Brunner dem Bundeshaus-Chef der «SonntagsZeitung» die Erlaubnis, zu schreiben, Adrian Amstutz solle neuer SVP-Bundesrat werden. Unglücklicherweise deckte die SonntagsZeitung den Geheim-Plan unter dem Titel «Amstutz soll Sommaruga aus dem Amt putschen» investigativ auf. Dermassen aufgeflogen musste Amstutz noch bis Dienstagnachmittag in sämtlichen Zeitungen, Onlineportalen und Radio- und TV-Stationen, über das «Asylchaos» lamentieren, seine Bundesratsambitionen dementieren und sich selbst aus dem Rennen nehmen, was ihm wirklich wehgetan haben muss, angesichts des aufzuräumenden Asylchaos' und seiner guten Ausgangslage als dritter Berner im Bundesrat

6. Flugi nach Eritrea

Der Luzerner Regierungspraesident Guido Graf anlaesslich einer Medienkonferenz zur Luzerner Polizei am Dienstag, 3. Dezember 2013, im Regierungsgebaeude in Luzern. Der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler hat nach Vorwuerfen von Gewalt im Polizeikorps sein Amt abgegeben. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Luzerner Sozial- und Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP). Bild: KEYSTONE

Irina Studhalter, Nationalratskandidatin der Luzerner Jungen Grünen, lässt ihre Fans für ihren Wahlkampf in die Tasche greifen. Studhalter will dem Luzerner CVP-Regierungsrat Guido Graf mittels Crowdfunding ein Einweg-Ticket nach Eritrea schenken, damit dieser sich dort ein Bild von der Lage machen könne. Dies, weil Graf in einem Brief an SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga behauptet hatte, eritreische Flüchtlinge seien nicht an Leib und Leben bedroht und sollten in der Schweiz kein Asyl mehr erhalten. Sämtliche Spenden werden vergebens sein, denn nicht einmal die UN hat Zugang erhalten, um in Eritrea die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse vor Ort zu studieren. Gute Idee! 

7. Zwangsarbeit für Asylbewerber

Nationalrat Gerhard Pfister, Immunitaetskommission des Nationalrates (IK-N), waehrend des Point de Presse, ueber die

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister.  Bild: KEYSTONE

In einem Positionspapier, das die CVP-Führung streng nach den Richtlinien der idiotensicheren Politmarketing-Methode «SoSo & PP» («Sommerloch-Sonntagszeitung & Positionspapier») der «NZZ am Sonntag» gesteckt hatte trotz aller Anstrengungen nicht vor der «NZZ am Sonntag» geheim halten konnte, schlägt die Christlich-Demokratische Volkspartei Zwangsarbeit für Asylbewerber vor. Es sei ihnen im Gegenzug für das Gastrecht zuzumuten, zur Arbeit aufgeboten zu werden. Da zusätzlich kein Bargeld mehr an die Asylbewerber abgegeben werden soll, könne die Arbeit aber natürlich nicht bezahlt werden, sondern der Lohn solle in einen Fonds für das Flüchtlingswesen fliessen. Der Bundesrat solle eine Arbeitsgruppe einberufen, die noch im September über die Vorschläge der CVP richten solle, um «die angespannte Situation im Wahlkampf Inland zu verbessern».

Die haarsträubendsten Fauxpas der SVPler auf Social Media

1 / 12
Die haarsträubendsten Fauxpas der SVPler auf Social Media
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Soldaten sollen Corona-Tests an Flughäfen durchführen

Die Schweiz verlangt von jedem Flugpassagier, der ins Land einreist, einen negativen PCR-Test. Doch: Niemand fühlt sich zuständig, das Ergebnis auch zu kontrollieren. Eigentlich wäre das Aufgabe der Fluglinien vor dem Abflug. Globetrotter-CEO André Lüthi fordert in der NZZ am Sonntag Unterstützung durch die Armee: «Man sollte die PCR-Tests an den Flughäfen konsequent kontrollieren.

Wir haben Bundesrat Alain Berset vorgeschlagen, zum Beispiel WK-Soldaten dafür einzusetzen.» Im Gegenzug fordert …

Artikel lesen
Link zum Artikel