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Wissen ist macht: Bewaffne dich! Illustration: watson/Melanie Gath

Der Safety-Guide für Frauen: Mit diesen 6 Tipps vermeidest du Airbnb-Grüsel



Hotels sind out. Junge Reisende ziehen Übernachtungen in Privatwohnungen vor, wo sie schnell Kontakt zu Einheimischen finden. Doch nicht immer verläuft dieser Kontakt wie erwünscht: Wie «20 Minuten» berichtet, wurde in Zürich ein Airbnb-Gastgeber festgenommen, weil er sich mutmasslich an einer Mieterin vergangen hat.

Im April wurde ein italienischer Ex-Polizist zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine 16-jährige australische Couchsurferin unter Drogen gesetzt und vergewaltigt hat. Ein Airbnb-Gastgeber in Barcelona muss wegen der Vergewaltigung zweier US-Touristinnen 12 Jahre in den Knast.

Obwohl solche Stories Ausnahmefälle darstellen – sie verunsichern junge Frauen. Die folgenden Tipps richten sich an interessierte Neulinge: Wer diese Punkte beachtet, kann das Risiko auf eine unangenehme Begegnung mit dem Gastgeber auf ein Minimum reduzieren.

1. Nimm das Profil gründlich unter die Lupe

Sich durch die verschiedenen Angebote zu klicken, kann anstrengend sein. Trotzdem ist es wichtig, das Online-Profil eines Gastgebers genau durchzulesen – vor allem bei nichtkommerziellen Angeboten wie Couchsurfing.

Die erste Frage: Mit wem hab ich es zu tun? Ist es eine Einzelperson, ein Paar, eine Familie oder eine WG? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann alleinstehende Männer als Gastgeber ausschliessen.

«Mario war ein sehr aufmerksamer Gastgeber. Dass ich mit einem anderen Gast um die Matratze ringen musste, während er es auf Video aufgezeichnet hat, war ein einmaliges Erlebnis.»

«Positive» Referenz

Auf einem Profil gibt eine Person oft viel von sich preis. Achte auf verdächtige Anforderungen. Wenn ein Mann etwa schreibt, er beantworte nur Anfragen von Frauen unter 30, sollten die Alarmglocken läuten. Solche Dinge kann man schnell übersehen, wenn man den Text nur überfliegt.

Einen weiteren Hinweis geben die Fotos: Wie inszeniert sich die Person? Ist sie sympathisch? Und: Passen die Bilder zum Rest des Profils?

2. Referenzen: Lies zwischen den Zeilen

Die Faustregel ist klar: Je mehr positive Referenzen jemand von anderen Gästen hat, desto besser. Trotzdem sollte man es nicht unterlassen, sie ganz zu lesen. Viele Gäste haben die Tendenz, ihre eigene Unbehaglichkeit herunterzuspielen. Oft verstecken sich Botschaften in grundsätzlich positiven Bewertungen zwischen den Zeilen.

Ein Beispiel (aus der Realität, leicht geändert): «Mario war ein sehr aufmerksamer Gastgeber. Dass ich mit einem anderen Gast um die Matratze ringen musste, während er es auf Video aufgezeichnet hat, war ein einmaliges Erlebnis.» Ähm, thanks but no thanks!

Auch hier ist darauf zu achten, ob die Aussagen ins Bild passen, das die Person von sich vermittelt. Im anfangs erwähnten Fall aus Zürich berichtete das Opfer, sie habe das Profil eines Pärchens ausgewählt – in den Referenzen sei aber nur der Mann erwähnt gewesen. Im Nachhinein steht der Verdacht, dass die Existenz der Frau nur vorgetäuscht wurde.

3. Schau dir deine Vorgänger an

Ein Gastgeber hat immer die Wahl, welche Gäste er akzeptiert. Auch das kann etwas über ihn aussagen. Darum hilft es nicht nur, die Bewertungen gut durchzulesen, sondern auch darauf zu achten, von wem sie stammen. 

«Es steht ein Gästebett bereit. Aber falls du das nicht willst, gäbe es auch andere Möglichkeiten ;)»

Mail eines potentiellen Gastgebers

Hat ein alleinstehender Mann etwa ausschliesslich Referenzen von Frauen, kann es ein Hinweis darauf sein, dass die Annäherung ans weibliche Geschlecht seine Hauptmotivation ist, einen Schlafplatz anzubieten. Das muss nicht sein, aber bei solchen Profilen ist auf jeden Fall eine erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.

Umgekehrt ist das Fehlen jeglicher weiblicher Referenzen auch kein gutes Zeichen – gerade andere junge Frauen gehören zu deinen wertvollsten Informationsquellen. Am besten ist eine durchmischte Gästeschaft.

4. Tausch dich vorher aus

Wenn du an einem Zimmer interessiert bist, schreibe deinem potentiellen Gastgeber eine persönliche Nachricht. Ein kurzer Mailwechsel kann nicht schaden, denn oft schimmert die Persönlichkeit auch in einer Message durch.

Obacht, wenn jemand schon hier anzüglich wird. Besonders bei Zwinker-Smileys ist Vorsicht geboten, sagt eine Couchsurfing-Veteranin. Das könnte dann so aussehen: «Es steht ein Gästebett bereit. Aber falls du das nicht willst, gäbe es auch andere Möglichkeiten ;)»

Das ist auch ein guter Moment, bereits im Voraus klarzustellen, dass du nicht auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer bist.

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5. Mache einen Plan B

Verlasse dich auf deine Intuition. Solltest du eine Unterkunft gebucht haben und beim ersten Zusammentreffen mit deinem Gastgeber ein ungutes Gefühl haben, mach einen Abgang.

Airbnb sollte dir bei der Begründung, dass dir beim Gastgeber nicht wohl war, deine Kosten zurückerstatten. Bei Couchsurfing & Co. kostet ein Bett nichts, also verlierst du auch kein Geld.

Es lohnt sich, dich auf einen solchen Fall vorzubereiten: Erkunde die Gegend auf einer Online-Karte nach Hotels und schreib dir auf, wie du am schnellsten zu einem alternativen Schlafplatz kommst.

6. Schreibe eine (ehrliche!) Bewertung

Sollte es wirklich zu einem sexuellen Übergriff kommen, melde ihn der Polizei. Falls sich ein Gastgeber daneben benimmt, anzügliche Bemerkungen macht oder sonst irgendwelche Grenzen übertritt, schreib unbedingt eine kritische Referenz und melde den Typen dem Betreiber der Seite.

Airbnb hat ein Team aus 200 Mitarbeitern, die sich speziell um solche Fälle kümmern. Indem du unangenehme Erfahrungen meldest, kannst du solche für künftige Reisende verhindern.

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