Schweiz
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Haider-Intimus Stefan Petzner über die SVP: «Weniger braun» als Rechtsparteien im Ausland



Stefan Petzner kennt sich aus mit Parteien rechts der Mitte: Der Österreicher war Intimus und Berater des FPÖ-Mannes Jörg Haider, der 2008 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. In Talk Täglich analysierte er das jüngste Schweizer Abstimmungsergebnis – genauer gesagt: den Wahlsieg der SVP. Für den gebe es drei Gründe: «Die Flüchtlingskrise war das beherrschende Thema.» Hinzu komme «das Schüren von Ängsten durch die SVP» und nicht zuletzt «die Schwäche des politischen Gegners, insbesondere der Mitte-Parteien».

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Stefan Petzner, der Spin-Doctor von Jörg Haider.
bild: tele züri

«Die SVP ist meiner Meinung nach sehr wohl eine rechtspopulistische Partei», sagte der Autor des kürzlich erschienenen Buches «Haiders Schatten». Vor allem, was den Stil ihrer Kampagnen und ihre Themenschwerpunkte betrifft. Konkret gehe es um den Islam und um Ausländer, so Petzner. Ein Trend, der in ganz Europa zu erkennen sei.

Rechtspopulisten als «Seismograph in der Demokratie»

«Was die Schweizerische Volkspartei unterscheidet, ist, dass sie penibel darauf achtet, nicht im nationalsozialistischen Bereich Skandale zu liefern.» Sie sei «weniger braun» und in ihrer Sozial- und Familienpolitik konservativer als rechte Parteien im Ausland, die zudem meistens eine Lichtgestalt als Führer hätten. Dennoch sei ein Typ wie Christoph Blocher mit Jörg Haider vergleichbar, der die Etablierten in Österreich das Fürchten gelehrt habe.

Rechtspopulische Parteien sollten laut Petzner «als Seismograph in der Demokratie» einen Platz haben, dürften aber nicht zu gross werden. Das Fremde sei von jeher ihr Mittel der Wahl: Sie versuchten, «über bewusst geschürte Empörung Zustimmung zu bekommen». Als Beispiel nannte er das Schwarze-Schaf-Plakat der SVP, über das selbst in Österreich geredet wurde.

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Wahlkampf der SVP-Konkurrenz: «Zum Gähnen»

Das Plakat habe auch in seiner Heimat Aufmerksamkeit erzeugt – und somit Gratis-Werbung für die SVP gemacht. Ein bewusst kalkulierter Effekt, so Petzner. Wer der Partei Druck machen wolle, dürfe sich auf dieses Spiel nicht einlassen. «Empörung spielt Rechtspopulisten in die Hände.» Und den Finger in die Wunde zu legen, sei auch wichtig für eine Demokratie. Petzner betonte aber auch, dass die Schweiz mit ihrer Konkordanz ein ganz eigenes Modell darstelle.

Das Gegenmittel: Sich nicht zu eilfertig empören – dann würden Aufmerksamkeit und damit der Erfolg ausbleiben und die Partei müsse einen grösseren Tabubruch wagen. Erst wenn sie dabei zu weit gehe und «Ekel» erzeuge, solle man sie politisch angreifen: «Dann ist es richtig, zu verurteilen und auszugrenzen.»  Und es brauche stärkere Gegner. Petzner hat den Wahlkampf der anderen Parteien in Augenschein genommen. Sein Urteil: «zum Gähnen».

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 22.10.2015 11:12
    Highlight Highlight Haiders Intimus und Freund Petzner spricht wohl eher über die vielen hellbraunen Mitläufer und Wutbürger, welche den demokratischen Deckmantel für eine offensichtlich recht extreme Partei bilden, welche durch ihre Ausgrenzung von politischen Gegnern fast totalitäre Züge zeigt. Übrigens, auch Hitler liess sich "demokratisch" wählen, bevor er sein totalitäres Regime errichtete!
  • lofdo 22.10.2015 09:44
    Highlight Highlight «Empörung spielt Rechtspopulisten in die Hände.» @Watson
  • Hans Jürg 22.10.2015 09:11
    Highlight Highlight "weniger braun" ist aber trotzdem immer noch braun...
  • Monti_Gh 22.10.2015 08:35
    Highlight Highlight Petzner war der Lebenspartner von Haider und nicht nur sein Berater!!:
    http://m.taz.de/!5173821;m/
    Es sieht so aus, dass Menschen dies nicht war haben wollen/wollten.
  • dracului 22.10.2015 08:22
    Highlight Highlight Bezweifle, dass Petzner genügend Einblicke für eine fundierte Beurteilung hat. Viele rechte Wähler hausieren nicht öffentlich mit ihren Meinungen. Viele rechte Politiker geben sich öffentlich gemässigt. Ab und zu kommen spontane Meinungen durch und dann löschen die Betroffenen ihren Facebook-Account. Auch schon zur Zeit des 2. Weltkrieg gab es viele Sympathisanten, welche es verstanden nach dem Krieg darüber zu schweigen und auch namhafte Historiker, wie Markus Somm, nahmen sich solchen Themen nie an. Die Schweiz ist eben gerne sehr ruhig schweizerisch!

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