DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1 / 8
Die Berner Reitschule
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Aufwertung ahoi: Vor der Berner Reithalle soll eine schicke Viadukt-Markthalle à la Zürich entstehen



Auf dem Vorplatz der Reitschule in Bern tummeln sich abends und an Wochenenden Jugendliche, Autonome und Flüchtlinge, trinken Bier und hören Musik. Bald könnten sich urbane, Latte-Macchiato-trinkende Gutverdiener zu ihnen gesellen.

Die Stadt Bern will nämlich das Eisenbahnviadukt auf der Schützenmatte, die sich direkt beim Vorplatz befindet, nach dem Vorbild des Projekts «Im Viadukt» in Zürich-Aussersihl aufwerten, berichtet die Zeitung der Bund. Unter den Brückenbogen der Bahnlinie Zürich Hauptbahnhof-Oerlikon findet man Boutiquen, Feinkosthändler, Cafés und Secondhand-Geschäfte. Die Preise der Waren sind in der Regel überdurchschnittlich hoch.

Bild

Im Zentrum des Bilds: Die Schützenmatte, jetzt noch ein Parkplatz, das Viadukt und die Reitschule. Bild: bern.ch

Zur Schützenmatte gehört neben dem Viadukt vor allem ein Parkplatz. Und da ist man sich in Bern generell einig: Dieser Raum könnte besser genutzt werden. Im vergangenen September verwandelte Stadtpräsident Alexander Tschäppät den Parkplatz für mehrere Tage in das «Labor Schützenmatte», bei dem Berner ihre Vorschläge für die Neugestaltung des Platzes einbringen konnten.

Die Pläne, den Platz nach Zürcher Vorbild zu gestalten, stossen in linken Kreisen auf Kritik. So schreiben die Jungen Grünen Bern in einer Mitteilung: Eine solche Umnutzung sei «unlogisch angesichts der Stadtentwicklung, die vor allem nach günstigem Wohnraum verlangt». Man hätte nichts gegen eine Umnutzung. «Jedoch sollte ein Projekt verfolgt werden, welches der breiten Bevölkerung zu Gute komme, statt lediglich ein paar besser Betuchten.»

Viadukt Zürich

Das Viadukt in Zürich als Vorbild. Bild: Eggli/Eggli © Ralph Hut

Auch die Vertreter des Kulturzentrums sind nicht glücklich. «Der Vorplatz der Reitschule droht dadurch zum Ghetto zu werden», sagt Giorgio Andreoli von der Trägerschaft der Grossen Halle der Reitschule. «Unser Wunsch wäre ein möglichst offener und einladender Brückendurchgang.» Andreoli schlägt vor, den Raum unter der Brücke durch regelmässig stattfindende Ausstellungen und Märkte zu beleben.

Immer wieder Probleme mit der Polizei

Die Polizei forderte die Umnutzung des Viadukts bereits 2013 in einem Schreiben an den Gemeinderat. Sie erhofft sich davon, dass der Vorplatz so «weniger Personen beherbergen» würde und «Fluchtmöglichkeiten» eingeschränkt würden.

Die Reitschule bereitet den Ordnungshütern immer wieder Probleme. Zwei Polizeiberichte, die der SVP-Stadtrat Henri Beuchat Anfang Woche veröffentlicht hat, bestätigen dies. Der Politiker hatte aufgrund des Informationsgesetzes Einsicht in die Akten erhalten.

Darin sind Vorfälle von Gewalt und Drohung, Tätlichkeiten und Diebstählen aufgelistet und zum Teil detailliert beschrieben. Im letzten Jahr seien 18 Mal Flaschen auf Polizei oder Sanität geworfen worden, vier Polizisten seien bei Angriffen verletzt worden.

Die Regionalpolizei Bern wirft Reitschulbetreibern und -besuchern vor, auch bei Gewaltdelikten gegen Menschen nicht bereit zu sein, mit der Polizei zumindest minimal zusammenzuarbeiten. Nur in ausserordentlichen Situationen habe die Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule (IKuR) beziehungsweise der Sicherheitsdienst in den letzten Jahren eine polizeiliche Intervention «kurzfristig geduldet».

Nächste Woche beschäftigt sich der Berner Stadtrat wieder mit der Reitschule. Neu ist jedoch nicht mehr Polizeivorsteher Reto Nause (CVP) für die Reitschule zuständig, sondern Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Ob es ihm gelingt, die Wogen wieder etwas zu glätten? (rey)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Nur knapp 4 Prozent der Weltbevölkerung sind geimpft – so steht die Schweiz da

Die Impfungen gegen COVID-19 sind weltweit im vollen Gange. Laut aktuellsten Daten sind im Moment 3,75 Prozent der Weltbevölkerung, also 292 Millionen Menschen, vollumfänglich geimpft.

In der Schweiz nimmt die Impfkampagne langsam Fahrt auf. Gemäss den Zahlen von Our world in data haben hierzulande bereits 21,2 Prozent die erste Impfdosis verabreicht bekommen. Die Hälfte davon ist schon komplett geimpft. Das wären demnach knapp 950'000 geschützte Menschen in der Schweiz. Das BAG meldete heute für die Schweiz gar bereits das Überschreiten der Millionengrenze. Doch wo stehen wir im internationalen Vergleich? Wir haben einige Nationen herausgepickt:

Betrachtet man die Anzahl der …

Artikel lesen
Link zum Artikel