Schweiz
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Schweiz schiebt hunderte afghanische Flüchtlinge nach Deutschland ab

Die Schweiz schob fast ein Viertel der Flüchtlinge an der Nordgrenze nach Deutschland zurück. Das ist möglich, weil die Schweiz zwischen Asylsuchenden und illegalen Migranten unterscheidet. 



Das Grenzwachtkorps hat in den letzten vier Wochen an der Nordgrenze rund 1800 Flüchtlinge angehalten. Fast ein Viertel davon, nämlich 444, schickte es aber umgehend wieder nach Deutschland zurück. Das waren vier Mal so viele wie im Oktober, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die neuesten Zahlen des Grenzwachtkorps und des Staatssekretariats für Migration berichtet. Die Mehrheit der Zurückgeschickten waren afghanische Staatsangehörige.

Im Zusammenhang mit den Abschiebungen traf das Grenzwachtkorps Anfang Monat auch mehrere Massnahmen. «Wir haben die Zusammenarbeit mit der deutschen Bundespolizei verbessert», sagt Attila Lardori, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung, zu der das Grenzwachtkorps gehört. «Namentlich die administrativen Abläufe für die Rücküberstellungen sind vereinfacht worden.»

Die verhältnismässig formlosen Abschiebungen sind möglich, weil die Schweiz zwischen Asylsuchenden und illegalen Migranten unterscheidet, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Als Asylsuchender gilt jeder, der zu erkennen gebe, dass er «die Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht», wie es im Gesetz heisst.

Alle Flüchtlinge dagegen, die das nicht machen und rechtswidrig in die Schweiz einreisen, sind illegale Migranten. In der Praxis ist die Unterscheidung allerdings nicht ganz einfach. Grenzwächter haben einen beachtlichen Spielraum, ob sie eine Person als Asylsuchenden in die Schweiz einreisen lassen oder als illegalen Migranten abschieben. (dwi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Stirnimann 29.11.2015 16:51
    Highlight Highlight Es macht ja ohnehin keinen Sinn, wenn ganze Gruppen afghanischer Deserteure (und auch viele Aerzte, die dort dringender benötigt würden) nach Deutschland reisen und gleichzeitig die Nato ihre Unterstützung für die afghanische Armee intensiviert. Je mehr aufgenommen werden, desto stärker bewirkt der Pull-Effekt schlussendlich dazu, dass es die afghanische Armee gar nicht mehr gibt und in Kabul eine Taliban-Regierung ans Ruder kommt. Seit einigen Wochen werden täglich 1000 neue Pässe für Afghanen ausgestellt, die damit nun neu über Iran reisen können (was mit den alten Pässen nicht möglich war).
  • Triesen 29.11.2015 09:43
    Highlight Highlight Wie gesagt: Die Antwort liegt in der Zusammenarbeit mit Europa. Mauern sind keine Lösung. Ich hoffe, solche Ansätze werden von der Rückschrittspartei nicht torpediert, indem sie die gemeinsamen Grundlagen mit der EU versenkt. Der Schaden wäre kaum mehr wieder gut zu machen....
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 29.11.2015 07:56
    Highlight Highlight Endlich wird einmal einigermassen vernünftig gehandelt. Illegal ist illegal.

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