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Une personne marche a cote de deux-roues qui sont photographies couverts de neige ce lundi 3 decembre 2012 a Lausanne. Une tempete de neige avec des rafales de vent jusqu'a 110 kmh est attendue dans la nuit de lundi a mardi en Suisse. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Schluss mit gratis abstellen

Basel führt Parkgebühren für Motorräder ein – Bern und Luzern wollen nachziehen

Motorräder und Roller können in der Basler Innenstadt bald nicht mehr gratis abgestellt werden. Basel führt dieses Jahr eine Parkgebühr für motorisierte Zweiräder ein. Andere Städte beobachten das Vorhaben und haben bereits angekündigt, das Modell übernehmen zu wollen.

Eigentlich sollten die gebührenpflichtigen Motorrad-Parkplätze als Bestandteil des neuen Basler Parkraumbewirtschaftungs-Konzepts bereits Wirklichkeit sein. Weil aber nicht genug Parkuhren vorrätig waren, muss das Kantonsparlament für solche nun noch zusätzliche 290'000 Franken bewilligen. Im Grossen Rat ist das Geschäft für nächste Woche traktandiert.

«Im Frühling können wir das Projekt endlich umsetzen», sagt Martin Weibel, der beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) für die Verkehrstechnik und damit auch für die Parkraumbewirtschaftung zuständig ist. Dass der Grosse Rat dem Kredit die Zustimmung verweigert, ist nicht anzunehmen.

400 Motorrad-Parkfelder entlang neuer Fussgängerzone

Mehrmals hat sich das baselstädtische Kantonsparlament nämlich schon für gebührenpflichtige Motorrad-Parkplätze ausgesprochen. Aufs Tapet gebracht hatte das Thema aus ökologischen Gründen 2009 ein Vorstoss aus dem links-grünen Lager. In der Zwischenzeit sind alle nötigen Vorkehrungen für die Umsetzung getroffen worden, nur die Parkingmeter fehlen noch.

Geplant sind rund 400 Motorrad-Parkfelder in der Innenstadt beidseits des Rheins und beim Bahnhof SBB. Markiert werden sie an zirka 35 verschiedenen Örtlichkeiten entlang der umfassenden neuen Fussgängerzone, die im Basler Stadtzentrum nach jahrelangem politischen Gezerre am Montag eingeführt wird.

Die Kosten für die Einführung der Motorrad-Parkgebühr sind auf 443'000 Franken veranschlagt. Aus den Parkuhren sollen pro Jahr rund 150'000 Franken in die Staatskasse fliessen. Die Gebühr beträgt 50 Rappen pro Stunde und muss von Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr entrichtet werden.

Für Anwohner eine Vignette

Weitere 16'000 Franken pro Jahr soll dem Kanton eine Vignette bringen, die sich Anwohner in dem vom neuen Regime betroffenen Gebiet künftig fürs Parkieren aufs Motorrad kleben müssen. Eingelöst sind in diesem Perimeter rund 650 Motorräder. Im BVD geht man davon aus, dass für die Hälfte dieser Zweiräder eine Anwohnerparkvignette für 50 Franken pro Jahr gelöst wird.

Sollte sich das geplante Angebot an Motorrad-Parkfeldern etwa wegen der steigenden Zahl von Rollern als ungenügend erweisen, können die Töfffahrer nicht damit rechnen, dass zusätzliche Parkplätze markiert werden. Vielmehr müsse sich in diesem Fall der Einzelne überlegen, welches Verkehrsmittel er benutzt, sagt dazu Martin Weibel.

Der Abteilungsleiter verweist dabei auf den vom Basler Stimmvolk angenommenen Gegenvorschlag zur Städteinitiative. Diese verlangt, dass der private Motorfahrzeugverkehr im Stadtkanton bis 2020 um zehn Prozent reduziert wird. «Wir müssen deshalb den Verkehr einschränken, das ist ein Volksauftrag», sagt Weibel.

Vorstösse auch in Bern und Luzern

Basel dürfte nicht allzu lange die einzige Schweizer Stadt mit Parkgebühren für Motorräder bleiben. So wurden letztes Jahr in den Stadtparlamenten von Bern und Luzern entsprechende Vorstösse überwiesen.

In der Berner Stadtverwaltung wird die Motorrad-Parkgebühr nun im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts geprüft, das im Sommer in die Mitwirkung geschickt werden soll. Nach Angaben von Stefan Schwarz, Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, ist mit der Umsetzung eines neuen Parkierungsregimes für Töffs frühestens 2017 zu rechnen.

Noch keine konkreten Schritte sind dagegen in Luzern eingeleitet worden. Man warte vorerst die Erfahrungen in Basel ab, erst dann werde die Einführung von gebührenpflichtigen Motorrad-Parkplätzen geprüft, sagte Martin Urwyler, Ressortleiter Verkehrsplanung im Luzerner Tiefbauamt, auf Anfrage der sda. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rondi 03.01.2015 02:00
    Highlight Highlight Ich könnte mich übergeben. Es ist traurig, wie solche Extrempositionen egal ob von links oder von rechts heute eine Chance haben.
    3 0 Melden
  • Harumei 02.01.2015 17:52
    Highlight Highlight Glücklicherweise MUSS ich nicht mit dem Töff nach Luzern, Basel oder Bern - es gibt andere lohnende(re) Ziele!
    3 4 Melden
  • thierry 02.01.2015 17:45
    Highlight Highlight es gibt 650 eingelöste motorräder in der stadt und 400 geplante parkplätze für eine halbe million franken bravo! die regierung will also lieber platzverschwendende autos statt motorräder.
    7 0 Melden
  • jerome155 02.01.2015 17:30
    Highlight Highlight Für mich persönlich ein falscher Ansatz. Es ist für den städtischen Verkehr nur von Vorteil wenn viele Personen mit Motorrad / Roller zur Arbeit fahren, da diese wesentlich weniger Platz brauchen als Autos. Für diese Fahrzeuge sollten Anreize geschaffen werden und keine zusätzlichen Bestrafungen.
    9 2 Melden
  • Bimbeli 02.01.2015 15:43
    Highlight Highlight Und wieder eine neue Abzockmethode, wann muss man Wege- und Luftgebühr bezahlen in den Städten?
    3 2 Melden
    • stadtzuercher 02.01.2015 18:29
      Highlight Highlight Bimbeli, wie sagen uns amigs bürgerliche Ideologen: Es gibt kein Menschenrecht, in der Stadt zu wohnen. Wers nicht vermag, muss halt wegziehen. Da beschwert sich keiner dieser Bürgerlichen, dass wohnen in der Stadt zu teuer wäre. Nun sage ich sinngemäß: wer die Kosten fürs Parkieren nicht vermag, soll halt woanders parkieren. Es gibt kein Menschenrecht, in der Stadt Roller parkieren zu dürfen.
      3 5 Melden
  • rubipedia 02.01.2015 15:02
    Highlight Highlight und was kommt als nächstes?! Parkgebühren für Velos und Standgebühren wenn man auf den Bus wartet??!! Motorräder und Roller entlasten den Individualverkehr! Wenn man nun dafür auch noch Parkgebühren zahlt, werden kaum weniger Individualverkehr dafür mehr Autos unterwegs sein!!
    20 3 Melden
    • Rey 6P 02.01.2015 15:33
      Highlight Highlight Die Parkgebühr für Fahrräder wäre dann nur logisch und fair. Immerhin stehen Roller und Fahrräder meist auf den selben Feldern. Zudem sind doch diese E-Bikes auch motorisierte Zweiräder.
      7 8 Melden
    • rubipedia 02.01.2015 15:38
      Highlight Highlight @Rey 6P: Und noch mehr Leute in überfüllte Busse stopfen oder im Stau stehen lassen?!
      8 3 Melden
    • zettie94 02.01.2015 16:44
      Highlight Highlight Motorräder und Roller gehören auch zum motorisierten Individualverkehr... Ich glaube kaum, dass wegen der 50 Rappen pro Stunde jemand auf's Auto umsteigt, die Parkgebühren dafür sind teurer. Wenn überhaupt, wird eher auf Bus und Tram umgestiegen, was sie Umwelt entlastet.
      1 1 Melden
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