Schweiz
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Flughafen Bern AG will mit virtueller Fluggesellschaft fliegen



ARCHIVBILD ZUR MK BERN AIRPORT UND DIE ZUKUNFT, AM FREITAG, 01. NOVEMBER 2019 ---- A grounded SkyWork aircraft is seen through the windows of the waiting room at the Bern-Belp Airport on Thursday, August 30, 2018, Switzerland. SkyWork Airlines ceased operations on Wednesday evening after the last scheduled flight landed. After failed negotiations with a possible partner, the company had to file for bankruptcy. (KEYSTONE/Anthony Anex)..Ein Flugzeug von Skywork Airlines vom Wartenhalle aus gesehen dem Flughafen Bern-Belp, am Donnerstag, 30. August 2018. Nach der Landung der letzten flugplanmässig ankommenden Maschine hat Skywork Airlines am Mittwochabend den Flugbetrieb eingestellt. Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem moeglichen Partner koenne der Betrieb nicht weitergeführt werden. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Der Flughafen Bern will mit Unterstützung aus dem Volk wieder Linienflüge anbieten können. Er lanciert ein Crowdfunding, also eine Geldsammlung, welche eine neue «Volksairline» namens «FlyBAIR» in die Luft bringen soll.

Das Ziel ist, mit «FlyBAIR» ab Mai Charterflüge zu verschiedenen Destinationen in Europa aufzunehmen und ab Herbst 2020 eine Verbindung von Bern an eine grosse Flugverkehrsdrehscheibe («Hub») wie München, Amsterdam oder London. Das gab die Berner Flughafendirektion am Freitag auf dem Flughafen in Belp bekannt.

Am Flughafen Bern gibt es keine Linienflüge mehr, seitdem im August 2018 die Berner Fluggesellschaft SkyWork Airlines den Betrieb einstellte und kurz danach konkurs ging. Nur noch Charterflugzeuge, Flugzeuge des Bunds, Privatjets und Kleinflugzeuge starten und landen seither am Flughafen Bern auf Boden der Gemeinde Belp.

2,5 Mio. gesucht

Für den Betrieb der neuen Fluggesellschaft hat die Flughafen Bern AG die neue Tochtergesellschaft «FlyBAIR» gegründet und mit einer Viertelmillion Franken ausgestattet. Privatpersonen, für welche Fliegen ab Bern wichtig ist, sollen nun per Crowdfunding den Kapitalbedarf von 2,5 Mio. Franken decken.

Erstes Ziel ist es, innert 30 Tagen eine Million Franken zu sammeln, wie Flughafendirektor Urs Ryf an der Medienkonferenz auf dem Berner Flughafen sagte.

Verwaltungsratspräsident Beat Brechbühl sagte, alle Bemühungen, «traditionelle» Fluggesellschaften nach Bern-Belp zu holen, seien seit dem SkyWork-Konkurs gescheitert. Entweder machten diese Unternehmen zu hohe Preise oder aber sie setzten auf andere Flughäfen.

Deshalb setzt die Flughafen Bern AG nun auf eine «virtuelle Fluggesellschaft», wie sie sagt. «FlyBAIR» sei der letzte Versuch, wieder zu ständigen Flügen in europäische Städte zu kommen. Sonst werde der Flughafen Bern zu einer Plattform für die Geschäftsfliegerei.

Flugzeuge von German Airways

Mit «virtueller Fluggesellschaft» ist gemeint, dass «FlyBAIR» selber keine Flugzeuge besitzt. Sie ist nur für die Vermarktung zuständig. Die Schweizer Fluggesellschaft Lions Air kümmert sich um das operative Geschäft und German Airways vermietet die Flugzeuge.

Der Vorteil eines solchen Modells ist laut Urs Ryf, dass der Flughafen Bern AG nun so viel Kapazität abruft, wie nachgefragt wird. Damit entstünden relativ geringe Fixkosten.

Der Name «FlyBAIR» setzt sich aus den Elementen Wörtern Fly für fliegen, Bern und Air für Luft zusammen, wie es am Freitag hiess. Englisch ausgesprochen, verweise zudem der Namen auf das Berner Wappentier, den Bären. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • §omboon §aleoff §amui & Bern 02.11.2019 07:52
    Highlight Highlight Es gibt jeden Tag neue Träumer, genau solche sind seit 1929 bis heute auf dem Belpmoos allesamt gescheitert. Nach dem letzten Grounding auf dem Belpmoos von Skywork Airlines AG und dem verpufften 20 Millionen Sponsoring von Rolex, hat der Realist und unverwüstliche Milliardär Martin Ebner mit seiner Edelweiss Charterfluggesellschaft flux noch den rest der Rosinen eingesammelt. Seitdem ist Resignation, gänende Leere in den Terminals genauso Realität wie die Millionen-Defizite 2018/3019. Der aktuelle Crowdfunding-Furz der Flughafen Bern AG ist doch nur eine weiter Hülsentherapie im Treibsand. 
  • Posersalami 01.11.2019 14:32
    Highlight Highlight Was für ein Unsinn

    Von Bern aus ist man in 1 1/4h am ZRH oder BSL. Wozu brauchts da einen eigenen Flughafen, der eh kaum Verbindungen hat und kaum an den Öpnv angebunden ist?
  • fidget 01.11.2019 14:22
    Highlight Highlight Ein unverständliches Projekt angesichts der aktuellen Klimathematik. Von Bern ist man innert 1 Stunde am Flughafen Zürich, der mit der weiten Welt bestens vernetzt ist. Es ist unnötig Zubringerflüge von Bern aus wieder ins Leben zu rufen, noch dazu mit einem eher speziellen Vorgehen.
  • Knety 01.11.2019 13:06
    Highlight Highlight Man sollte den Flughafen endlich ausbauen.
  • El Vals del Obrero 01.11.2019 13:03
    Highlight Highlight Warum muss man in Zeiten von Klimawandel unbedingt ständig aus Lokalpatriotismus oder Nationalismus mit Steuergeldern Flughäfen künstlich am Leben erhalten? Nein, die Welt geht nicht unter wenn ein Berner ab Zürich fliegt oder ein Tessiner ab Malpensa.

    Das ist ja letztendlich eine indirekte Subvention des Luftverkehrs.
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 01.11.2019 11:52
    Highlight Highlight Danke dass Ihr die Namenskomposition aufgeschlüsselt habt!
    Ich hätte mir das NIEMALS zusammen reimen können...

    🤪🤪🤪
  • Merlin.s17 01.11.2019 11:29
    Highlight Highlight Flybairn fände ich den besseren Namen
  • Ritiker K. 01.11.2019 11:15
    Highlight Highlight Und der Regierungsrat des Kantons Bern will sich vom Parlament einen Blankocheque geben lassen um bis zu 10 Mio. ins Aktienkapital der Flughafen Bern AG zu stecken zu können.
    • ikbcse 01.11.2019 11:23
      Highlight Highlight Immerhin hast Du einen tollen Nickname.

18 oder gar 24 Milliarden Franken? Grosser Zahlenstreit um Kampfjets

Die Beschaffungskosten sind nur ein Teil der Rechnung. Ein Mehrfaches davon betragen über die Jahre hinweg die Betriebskosten. Die Gegner kommen dabei mit einer Flugstunden-Rechnung auf eine höhere Summe als der Bund.

Aus der Portokasse zahlt das niemand. Bis zu sechs Milliarden Franken wollen Bundesrat und Parlament für bis zu 40 neue Kampfflugzeuge ausgeben. Das sind 150 Millionen Franken pro Flugzeug, die das Verteidigungsdepartement (VBS) von Viola Amherd (CVP) aufwerfen kann. Am 27. September entscheidet das Stimmvolk über den Kredit.

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