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Raser von Täuffelen BE wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt – 7 und 7,5 Jahre Haft



Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem tödlichen Raserunfall im bernischen Täuffelen hat das Gericht die beiden 22-jährigen Angeklagten wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt.

Sie müssen siebeneinhalb und sieben Jahre hinter Gitter. Zudem erhielten beide bedingte Geldstrafen. Das Unfallauto wird eingezogen und vernichtet.

Image

Der Unfallort in Täuffelen.
Bild: newspictures

Die beiden Angeklagten mussten sich vor dem Regionalgericht in Biel für den Tod eines Familienvaters am 17. Dezember 2011 verantworten. Der eine Angeklagte hatte damals mit gegen 100 km/h auf der Hauptstrasse in Täuffelen die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und eine Familie auf dem Trottoir erfasst.

Die Frau des Getöteten und der kleine Bub wurden verletzt, ebenso ein entgegenkommender Autofahrer. Aus der Sicht des Staatsanwalts hatten sich die beiden Beschuldigten ein Rennen geliefert. Der Staatsanwalt hatte eine zehnjährige Freiheitsstrafe für beide Angeklagten gefordert.

Die beiden Verteidiger forderten deutlich mildere Strafen. Es sei nicht erwiesen, dass sich die beiden ein Rennen geliefert hätten. Für den Unfallverursacher forderte die Verteidigung 18 Monate bedingt und für den zweiten Angeklagten einen Freispruch. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 14.12.2015 18:20
    Highlight Highlight Höchst fragwürdiges Urteil.
    1. Setzt vorsätzliche Tötung eine Tötungsabsicht voraus, die ich hier nirgends erkennen kann.
    2. Mindestens für den nicht unfallversachenden Fahrer ist das Strafmass jenseits jeglicher Verhältnismässigkeit, zumal nicht bewiesen ist, dass tatsächlich ein Rennen gefahren wurde.
    • Caprice 14.12.2015 18:41
      Highlight Highlight Genau. Die Praxis des Eventualvorsatzes wurde insb an den Raserfällen entwickelt.
    • Faenker 14.12.2015 18:42
      Highlight Highlight Ergänzend zum Kommentar von JAing zum Vorsatz. Wer mit 100 km/h innerorts überholt, ist gemäss gesetzlicher Definition ein Raser und setzt das eigene und das Leben anderer aufs Spiel.
      Das Strafmass ist richterlicher Entscheid, dafür gibts ja in unserem Rechtsstaat die Möglichkeit des Rekurses.
    • Bruno Wüthrich 14.12.2015 18:51
      Highlight Highlight Fast will mir scheinen, dass da jemand Angst hat, es könnte auch ihm einmal so ein Urteil passieren, weil er gerne viel zu schnell fährt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • M2020 14.12.2015 18:16
    Highlight Highlight 10 Jahre wären auch ok gewesen. 100kmh innerorts. Zerstörte Familie. Grausam.
  • Madison Pierce 14.12.2015 16:40
    Highlight Highlight Ich wünschte mir häufig härtere Strafen und keine Kuscheljustiz, aber hier finde ich die Strafe an der oberen Grenze. Klar, das waren Idioten, aber bei einem Rennen denkt man im jugendl. Leichtsinn nicht an mögl. Tote. Vor allem im Vergleich mit Fällen von Körperverletzung erscheint mir die Strafe hoch.

    Der Haupttäter der "Schläger von Kreuzlingen" hat 4.5 Jahre bekommen, aber das Bundesgericht hat das Urteil kassiert.

    Dabei haben die jemanden grundlos verprügelt, die Verletzung war also das Ziel. Beim Rennen war der Todesfall ein Unfall und nicht Absicht. Evtl. kann das ein Jurist erklären?
    • per scientam 14.12.2015 22:51
      Highlight Highlight Was ich an den extremen "Raserdelikten" nicht verstehe, weshalb innerorts??

      Jeder der Auto/Motorrad fährt sollte Vor-Sichtig fahren. Also die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anpassen. Innerorts kann überall etwas passieren. ...

      Was ich nicht verstehe, ist warum die Definition für den Vorsatz oder "Raser" vollkommen Pauschal ist. Anstelle das man das Risiko beurteilt. Das Risiko einschätzen müsste jeder Auto&Motorradfahrer können.

      Situativ fahren: an den entscheidenden Stellen/Situationen konzentriert&langsam anderswo wiederum entspannt&locker.

      Pauschalurteile sind falsch.




    • Bruno Wüthrich 15.12.2015 00:16
      Highlight Highlight Um als Raser zu gelten, genügt es nicht, nur ein paar Km/h zu schnell zu fahren. Das sind schon massive Überschreitungen. An was die Tubel von Rasern eben nicht denken ist, dass es auch noch andere Verkehrsteilnehmer auf der Strasse hat. Wenn von denen einer einen Fehler macht, oder sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet, ist er tot! Das kann ihm zwar auch mit einem Normalfahrer passieren, doch die Gefahr ist wesentlich geringer. Einer, der so schnell fährt, dass er laut gesetzlicher Definition als Raser gilt, ist nie und nimmer vorsichtig oder verhältnismässig gefahren!
  • The oder ich 14.12.2015 15:44
    Highlight Highlight Kuscheljustiz ist das Einzige, was mir dazu einfällt; die anwaltlichen Forderungen sind nicht nachvollziehbar.
    • c0rnfl4ke 14.12.2015 16:14
      Highlight Highlight Was haben denn die Anwaltsforderungen mit der Justiz zu tun?
    • dä dingsbums 14.12.2015 16:14
      Highlight Highlight 7 bzw. 7.5 Jahre hinter Gitter ist für Dich Kuscheljustiz?
    • per scientam 14.12.2015 22:36
      Highlight Highlight Ich finde die neumodische "Rachejustiz" (u.a. auch Ausschaffungsinitiative) die per Pauschalurteil, per Pauschalvorsatzunterstellung anstelle von Psychologischen Gutachten agiert sehr bedenklich. Ein Zeitungsartikel ist nie die Realität. ...

      Schau dir Rachejustiz&Gefängnis Staaten wie die USA oder Russland an. Ist dort die Sicherheitslage gut?
      Gefängnisse sind die Hochschule für Kriminelle.
      Meistens geschieht das Gegenteil von Besserung oder Resozialisation.
      In diesen Staaten gibt es komplette kriminelle Randgesellschaften die keine Zugehörigkeit mehr zur Gesellschaft mehr haben. ...
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