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Zwei angeblich arme Berner wegen Millionenbetrug angeklagt

Schweizer Franken in Noten und Muenzen in dieser Illustrationsaufnahme, am Freitag, 13. Februar 2024 in Zuerich. Der Schweizer Franken hat nach der Bekanntgabe ueberraschend tiefer Inflationsdaten geg ...
Schweizer Franken.Bild: keystone

Zwei Berner gaben vor, arm zu sein – und sind jetzt wegen Millionenbetrugs angeklagt

28.02.2024, 09:56
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Ein 75-jähriger Mann und eine 61-jährige Frau aus Bern müssen sich wegen Betrugs in der Höhe von rund 17 Millionen Franken vor der Justiz verantworten. Sie sollen jahrelang ein Leben am Existenzminimum vorgetäuscht haben.

In Wahrheit sollen sie über ein Vermögen in Millionenhöhe verfügt haben, wie die kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte am Mittwoch mitteilte. Die beiden Schweizer seien nicht geständig, hiess es. Ein Termin am Wirtschaftsstrafgericht steht noch aus.

Bei Hausdurchsuchungen bei den Beschuldigten wurden mehrere Autos sichergestellt, ausserdem über 180 Handtaschen auch von Luxusmarken, Golfausrüstungen, eine Sammlung von teuren Weinen sowie über ein Dutzend Pelzmäntel. Zudem wurden Bankkonten mit insgesamt über 1,5 Millionen Franken gesperrt.

Den Beschuldigten auf die Spur gekommen war die Justiz im August 2022. Damals hatte die bernische Finanzdirektion den Mann bei der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte angezeigt, weil Hinweise zu betrügerischem Verhalten vorlagen. Die Staatsanwaltschaft eröffnete darauf eine Strafuntersuchung.

Vermögen versteckt

Sie sieht es inzwischen als erwiesen an, dass sich die beiden Personen zwischen 2009 und 2023 des mehrfachen Pfändungsbetrugs schuldig gemacht haben. Sie sollen in Pfändungsverfahren im Umfang von insgesamt über 16 Millionen Franken dem Betreibungsamt wahrheitswidrige und unvollständige Angaben machten.

Laut Staatsanwaltschaft gaben sie an, es liege kein pfändbares Vermögen und Einkommen vor. Dabei habe der Mann über Vermögenswerte in Millionenhöhe verfügt. Er hätte die jeweiligen Forderungen damit vollständig oder zumindest teilweise hätte begleichen können.

Die beiden Beschuldigten sollen zudem mehrfach versucht haben, Verlustscheine der kantonalen und der städtischen Steuerverwaltung im Umfang von über 8,7 Millionen Franken für lediglich 10'000 bis 25'000 Franken zurückzukaufen.

Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe

Angeklagt wurden die beiden auch, weil sie Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe ertrogen haben sollen. Zusätzlich umfasst die Anklage gegen den Mann den Vorwurf mehrfacher Urkundenfälschung: Er soll Parkkarten gehbehinderter Personen manipuliert haben, um diese selbst zum Parkieren verwenden zu können. (sda)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wendy Testaburger
28.02.2024 10:52registriert November 2018
Danke, wegen solchen Leuten sieht man sich als Sozialhilfebezüger ständig mit Vorurteilen konfrontiert.
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Verbesserer
28.02.2024 12:16registriert Mai 2020
Wie tief muss man fallen um so dreist auftreten zu müssen? Das ist doch "nicht" ganz normal!
Achtung nicht verwechseln mit der Postwerbung.
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Acai
28.02.2024 11:53registriert März 2017
Mit diesen Qualifikationen wären die beiden doch prädestiniert für eine Karriere in einer rechtsbürgerlichen Partei.
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