Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gurlitt-Erbe: Cousine blitzt vor Gericht ab – Kunstmuseum Bern ist Alleinerbe der Bilder



Das Amtsgericht München hält das Testament des verstorbenen deutschen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt, in dem er das Kunstmuseum Bern als Alleinerbin einsetzt, für wirksam. Gurlitts Cousine ist mit ihrem Erbanspruch vor dem Münchner Gericht abgeblitzt.

Der Entscheid ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Gurlitts Cousine Uta Werner kann innerhalb eines Monats Beschwerde beim Oberlandesgericht München Beschwerde einlegen, wie aus einer Mitteilung des Münchner Amtsgericht vom Donnerstag hervorgeht.

Der im vergangenen Mai verstorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt hatte seine ebenso illustre wie umstrittene Kunstsammlung überraschend dem Kunstmuseum Bern vermacht.

Raubkunstverdacht

Der Anfang Mai 2014 verstorbene Cornelius Gurlitt war der Sohn von Hildebrand Gurlitt, einem bevorzugten Kunsthändler des Nazi-Regimes. Nach dem Tod von Vater Gurlitt erbte schliesslich der Sohn eine illustre, wenn auch mit Raubkunstverdacht behaftete Sammlung, die er verschwiegen in seiner Wohnung in München hortete. In der Sammlung befinden sich Werke etwa von Matisse, Picasso, Renoir und Monet.

Seinen bescheidenen Lebensunterhalt bestritt Gurlitts Sohn mit dem gelegentlichen Verkauf von Bildern. Gurlitts Kunstschatz wurde 2011 von den Behörden entdeckt, nachdem der ältere Mann Zollbeamten in einem Zug aufgefallen war, weil er ungewöhnlich viel Bargeld bei sich hatte. In Gurlitts Appartement in München und in einem Haus in Salzburg fanden sich rund 1500 Werke der klassischen Moderne, darunter Bilder, die seit Jahren als verschollen galten.

Kurz vor seinem Tod willigte Gurlitt ein, die Sammlung auf Raubkunst untersuchen zu lassen und Bilder berechtigten Anspruchstellern zurückzugeben. Wenig später starb Gurlitt.

Überraschendes Erbe für Kunstmuseum Bern

In einem Testament hatte er überraschend seinen ganzen Besitz dem Kunstmuseum Bern vermacht. Nach umfangreichen Abklärungen nahm die Institution im vergangenen November die Erbschaft an. Kunstwerke, die unter Raubkunstverdacht stehen, sollen in Deutschland bleiben und an Berechtigte zurückgehen.

Nach Bern kommen sollen indessen Werke, die von den Nazis als «entartet» aus deutschen Museen entfernt wurden. Das Kunstmuseum will sich aktiv an der Erforschung der Herkunft der Bilder beteiligen und hat dazu eine Forschungsstelle angekündigt. Diese ist aber noch nicht aktiv, solange der Erbstreit noch andauert. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der «Flachländer», der 300'000 Franken für den Frieden am Lauberhorn spendet

Er spielte Handball in der höchsten Liga, unterstützt YB und fördert die Volksmusik und die Volkskultur. Nun hat Jörg Moser mit einer Spende von 300'000 Franken im Berner Oberländer Sport-Schwank «Skigeist & TV-Geld» ein Happy End ermöglicht. Was treibt diesen Mann um?

Wie kommt es, dass ausgerechnet einer aus dem Flachland eine sechsstellige Summe hinauf in die Berge schickt, um den Frieden am Lauberhorn zu retten? Wer den Spender verstehen will, muss in des Spenders Land gehen. Goethes Spruch auf Dichter gemünzt, können wir auf den Ski-Friedenstifter Jörg Moser (66) anwenden.

Der Architekt und Generalunternehmer mit heimatlichen Wurzeln in Burgdorf und wohnhaft im Stadtberner Vorort Ittigen ist Besitzer des Restaurants auf der «Lueg». Hier ist tiefes …

Artikel lesen
Link zum Artikel