Schweiz
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Nach verheerendem Lawinen-Wochenende

«So viele Vermisste sind für jeden Rettungschef ein Horror-Szenario»



HANDOUT -  Zwei Helikopter der Rettungsflugwacht Rega und einer der Heli Bernina im Einsatz nach einem Lawinenunglueck am Piz Vilan im Praettigau GR, am Samstag, 31. Januar 2015. Eine Lawine hat am Samstagnachmittag an der Ostflanke des Piz Vilan oberhalb Seewis im Praettigau sieben Skitourenfahrer mitgerissen und verschuettet, wie die Kantonspolizie Graubuenden mitteilt. Drei Personen konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt, eine davon starb spaeter im Spital. Die neunkoepfige Skitourengruppe befand sich am Samstag auf einer Skitour zum Piz Vilan. Bei der Abfahrt Richtung Seewis GR loeste sich in einer Hoehe von rund 2200 m.ue.M. eine Lawine und riss sieben Personen mit. Zwei Skitourenfahrer blieben unverletzt. (SCHWEIZERISCHE RETTUNGSFLUGWACHT REGA) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Rega-Helikopter nach dem Unglück am Vilan. Bild: REGA

Das vergangene Wochenende forderte gleich acht Todesopfer in den Schweizer Bergen. Alle kamen durch Lawinen um. 

Am Piz Vilan, im Prättigau, wurden am Samstagnachmittag acht Mitglieder eine Skitourengruppe verschüttet, fünf kamen ums Leben. Laut Bericht der Aargauer Zeitung handelt es sich um Bergfreunde der SAC-Sektion Lägern.

Der zuständige Rettungschef von Alpine Rettung Schweiz heisst Forti Niederer. Auf blick.ch erzählt er, wie er das Drama erlebte. Er habe noch nie ein solches Chaos mit so vielen Verschütteten auf einer so kleinen Fläche gesehen.

Über 30 Leute seien im Einsatz gewesen, 15 von ihnen waren Tourengänger. «So viele Vermisste sind für jeden Rettungschef ein Horrorszenario, ein Albtraum», sagt Niederer gegenüber dem Portal.

Für drei Personen kam jede Hilfe zu spät, vier weitere Opfer flog die Rega ins Spital. Zwei starben dort.

Unversehrt blieb nur der Tourenleiter, er war ein erfahrener Mann. Wie es genau zum Unglück kommen konnte, ist weiter unklar. Vielerorts gab es Lawinenwarnungen. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat ein Verfahren eröffnet. 

13 Wintersportler europaweit gestorben

Nicht nur in der Schweiz fielen Schneesportler Lawinen zum Opfer. In ganz Europa starben am Wochenende insgesamt 13 Menschen. 

Rund 25 Menschen kommen jedes Jahr in der Schweiz bei Lawinen ums Leben. Im Winter 2013/2014 waren es 22 Personen. Im laufenden Winter sind 18 Menschen von einer Lawine verschüttet und getötet worden. (feb/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • px125 02.02.2015 11:46
    Highlight Highlight @TomBenZeen:
    Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich einen «Unfall» grobfahrlässig verursache oder nicht. Im Strassenverkehr macht die Versicherung einen Regress, wenn ich grobfahrlässig einen Unfall verursache!
    Wer jetzt abseits von sicheren Skipisten unterwegs ist, handelt schlicht grobfahrlässig.
  • px125 02.02.2015 09:48
    Highlight Highlight Wer jetzt bei diesen Schneeverhältnissen Skitouren unternimmt oder wer sich wegen dem «geilen Kick» abseits markierter Pisten begibt, ist ein latenter Selbstmörder.
    Und das SLF ist vermutlich die einzige Stelle, welche kompetent ist, die Lawinensituation zu beurteilen.
    Es ist zu hoffen, dass Gerettete auch für die Kosten, die sie durch ihr leichtsinniges Verhalten verursacht haben, zur Kasse gebeten werden.
  • tom99 02.02.2015 08:49
    Highlight Highlight Da flucht ihr dauernd über die "Raser" im Strassenverkehr, die allein über die leere Autobahn brettern mit dem Hinweis auf die armen Retter, die dann bei Unfällen tangiert werden... die Autofahrer werden daher mit aller Härte verfolgt und bestraft.. bei Ski- bzw. Tourenfahrern scheint man auf dem "grünen" Auge blind zu sein. Ideologische Einseitigkeit lässt grüssen....
    • TomBenZeen 02.02.2015 09:04
      Highlight Highlight Lustiger Kauz... Jeder Retter (Ob Bergrettung/Feuerwehr/Sanitäter) weiss bei seinem Antritt, was er tut. Er riskiert sein Leben für Andere... Egal ob auf dem Berg, auf der Strasse, oder sonstwo. Ich bewundere jeden, der dieses Risiko auf sich nimmt um zu HELFEN ! (btw. zum Thema Raser habe ich mich noch nie geäussert, bin selbst nicht der Heiligste auf der Strasse. Aber die Raser werden verfolgt, weil sie andere Verkehrsteilnehmer gefährden, nicht Retter. Der Fokus ist ein bisschen verfälscht...) übrigens bin ich auch Tourengeher (so von wegen Transparenz).
    • TomBenZeen 02.02.2015 09:46
      Highlight Highlight ... doch, der erste Kommentar hier. Nur deshalb musste ich das kommentieren. Btw. kann ich mich auf der Strasse verlassen, "gerettet" zu werden. In den Bergen nicht (in der nötigen Frist). Ich bin wohl ein sehr vorsichtiger Tourengeher und breche lieber ab, als irgendwas zu riskieren. Nur die Unwissenheit und die daraus folgende Pauschalisierung finde ich nicht i.O.
  • TomBenZeen 02.02.2015 08:46
    Highlight Highlight Danke, dass hier konstruktiv kommentiert wird. Auf den meisten Portalen wird zu diesem Thema reines Wohnstuben-Gelabber-Bashing ausgeübt... ein Restrisiko besteht immer... das weiss jeder Tourengänger/Bergführer/Rettungsdienst.

    als würde bei jedem arbeits- verkehrsunfall alle immer heile bleiben. kotzt mich nur an solche sinnbefreiten kommentare... irgend ein pantoffelheld wird noch einen solchen posten hier... (ok, Ceci hats geschafft)
    • Ceci 02.02.2015 09:10
      Highlight Highlight Sie nennen das Restrisiko... da kann ich nur den Kopf schütteln.
    • TomBenZeen 02.02.2015 09:40
      Highlight Highlight Das selbe Restrisiko, das es auch beim Autofahren, Spazieren, Fliegen gibt... nichts anderes. Nur dass man beim Wintersport so weit geht, ein kalkulierbares Risiko zu haben (siehe Reduktionsmethode nach W. Munter), habe das z.B. im Strassenverkehr noch nicht direkt gesehen...
    • Ceci 02.02.2015 10:19
      Highlight Highlight Der Vergleich hinkt: Das Autofahren ist für viele eine Notwendigkeit, das Tourenskifahren abseits der Pisten nicht.

      Und das mit dem Pantoffelheld trifft leider nicht zu; als Bündner Bergbauerntochter habe ich von klein auf gelernt mit der Natur und deren Gefahren umzugehen und diese zu respektieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ceci 02.02.2015 08:37
    Highlight Highlight Wie auch immer. Ich finde es von den Tourenfahrern, sich selber und den Anderen gegenüber (Rettern, Angehörigen...), äusserst verantwortungslos, sich einer solchen Gefahr auszusetzen. Mein Mitgefühl gilt jedenfalls den Rettern.
  • Schneider Alex 02.02.2015 07:17
    Highlight Highlight Wenn selbst erfahrene Tourenfahrer in Lawinen umkommen, müsste man sich eigentlich fragen, ob die Lawinenwarnungen noch angemessen sind.
    • Neptun 02.02.2015 07:36
      Highlight Highlight Offensichtlich schon, denn die Lawine löste ja aus... Schlussendlich muss jeder am Berg für sich selbst entscheiden, ob er die Tour wagt oder nicht.
    • Horseman 02.02.2015 09:09
      Highlight Highlight Lese grad Reinhold Messners Buch "Über Leben". Es gibt mir einen tieferen Einblick, was Grenzgänger bewegt. Ski-Tourer, die jetzt in den Bergen unterwegs sind, sind für mich Grenzgänger, aus welchen Gründen auch immer und sie sind sich des tödlichen Risikos definitiv bewusst. Für jeden "Zuschauer", egal ob unbeteiligt oder als Rettungschef, ein Horror-Szenario. Aber wir können's drehen und wenden, wie wir wollen ... das Grenzgängertum gehört zum Menschsein; es ist Leben und Sterben pur ...

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