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Schweiz
Blaulicht

Drohne: Zürcher Postdrohne schlug 50 Meter neben spielenden Kindern ein

Drohnenabsturz der Post am 9. März 2019 in Zürich.
So wurde die Drohne am Boden aufgefunden.Bild: Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust)

Zürcher Postdrohne schlug 50 Meter neben spielenden Kindern ein

28.06.2019, 11:3128.06.2019, 11:37

Am 9. Mai ist eine Transportdrohne der Post in Zürich abgestürzt. Sie war auf dem Rückflug von der Universität Irchel zum Unispital und nicht beladen. Jetzt zeigt der Zwischenbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust): Sie schlug unweit von spielenden Kindern im Wald ein.

Die Situation am Absturztag:

Drohnenabsturz der Post am 9. März 2019 in Zürich.
Bild: Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust)

Die Drohnenherstellerfirma meldete kurz vor 11 Uhr, dass in einem Waldstück in der Nähe der Universität Irchel eine ihrer Drohnen abgestürzt sei. Techniker der Firma und Polizisten konnten wenig später das rund 10 Kilogramm schwere, stark beschädigte Gerät in der Nähe des Strickhofs bergen.

Der Fallschirm wurde erst Tage nach dem Absturz rund 330 Meter von der Drohne entfernt an einem Baum hängend gefunden.

So wurde der Fallschirm aufgefunden:

Drohnenabsturz der Post am 9. März 2019 in Zürich.
Bild: Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust)

Der Zwischenbericht zeigt: Rund zwei Minuten nach dem Start hat die Drohne automatisch das Flugabbruchsystem ausgelöst und eine Notlandung eingeleitet. Der Notfallschirm wurde ausgeworfen.

Drohnenabsturz der Post am 9. März 2019 in Zürich.
Die gerissene Verbindungsleine.Bild: Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust)

Beim Vorgang riss die Verbindungsleine des Fallschirms, die Drohne krachte deshalb ungebremst in den Boden. Wie sich im Laufe der Untersuchung zeigte, wurde die Leine an der scharfkantigen, drohnenseitigen Befestigungsstelle angeschnitten. Bei der Drohne handelt es sich gemäss Angaben der Post um den Typ Matternet M2 V9 des amerikanischen Herstellers Matternet.

Eine unbeladene Transportdrohne der Post ist in ein Waldstück bei der Universität Zürich-Irchel abgestürzt. (Archivbild)
Eine beladene Drohne der Post.Bild: KEYSTONE

Heikel: Wird das Flugabbruchsystem ausgelöst, sollte die Drohne akustische Warnsignale von sich geben. Doch weder die Kinder noch die beiden Kindergärtnerinnen, die den Absturz der Drohne rund 50 Meter von der Absturzstelle entfernt beobachteten, konnten ein Signal wahrnehmen. Erst als die Drohne bereits am Boden war, war die Warnung zu hören.

Post setzt Expertenrat ein

Bereits im Januar war eine Drohne der Post in Zürich abgestürzt. Die Post reagiert auf den Absturz von zwei ihrer Transportdrohnen mit der Einsetzung eines Expertenrats und verschiedenen Verschärfungen der Sicherheitsmassnahmen, teilt sie heute mit.

Im Expertenrat sollen unabhängige Experten, der Hersteller, die Post und die Kunden vertreten sein. Er soll sämtliche Prozesse, die das Sicherheits- und Risikomanagement betreffen, durchleuchten.

Vom Hersteller der Postdrohnen, der Firma Matternet, erwartet die Post, dass die Sicherheitsmechanismen wie etwa der Fallschirm einwandfrei funktionieren. Dass dies nicht der Fall gewesen sei «ist für die Post nicht akzeptabel». Deshalb haben die Partner verschiedene Sofortmassnahmen eingeleitet, mit denen man den Empfehlungen aus dem Zwischenbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle folgt.

Stärkere Fallschirme und schriller Pfeifton

So werden die Seile des Fallschirms neu mit einem Metallgeflecht verstärkt. Der Fallschirm wird künftig mit zwei statt nur einem Seil an der Drohne befestigt. Zudem wird der schrille Pfeifton lauter eingestellt, der bei einer Sicherheitslandung der Drohne die Personen in der Nähe warnt.

Aller Schwierigkeiten zum Trotz betonte die Post in ihrer Mitteilung, sie halte an der Drohnenlogistik fest. Man sei überzeugt, dass Drohnen einen wichtigen Beitrag an ein effizientes Gesundheitswesen leisten können. Dringende Sendungen kämen schneller, effizienter und umweltfreundlicher ans Ziel als der Kurier auf der Strasse. (mlu/sda)

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110 Drohnen bilden ein Himmel-Spektakel

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ueli_DeSchwert
28.06.2019 12:11registriert September 2018
Klingt für mich nach klassischen Kinderkrankheiten, wie sie alle Technologien hatten, haben und haben werden, unabhängig von Hersteller, Herkunft und Einsatzgebiet.
So werden Daten gesammelt, wie man die Technologie verbessern kann.
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miarkei
28.06.2019 12:30registriert März 2017
Wie viele Drohnen sind scho unterwegs / unterwegs gewesen? Wie viele Prozent sind ohne Zwischenfall geflogen?

Das würde mich auch noch interssieren.
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Dragonlord
28.06.2019 12:07registriert Juli 2016
Wurden solche Notfallszenarien nicht auf einem Testgelände getestet? Oder findet die Testphase 1 direkt an der Bevölkerung statt?
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Regisseur Marc Forster: «Ich würde gerne einmal etwas in der Schweiz drehen»
Der Regisseur erzählt im Gespräch, warum er in seinem neuen Film ausgerechnet den netten Tom Hanks als Grantler besetzt hat. Und er sagt, was es bräuchte, um einen Blockbuster wie «The Lord of the Rings» in den Schweizer Bergen zu drehen.

Sie sind in Deutschland geboren, als Kind in die Schweiz gezogen, dort im Internat gewesen und mit Anfang 20 in die USA ausgewandert. Was bedeutet Heimat für Sie? Wo fühlen Sie sich zu Hause?
Marc Forster: Meine ursprüngliche Heimat war Davos. Dort bin ich zur Grundschule gegangen, dort habe ich mich in die Berge und die Natur verliebt, dort aufzuwachsen, war ein Traum. Nach der Matura bin ich in die USA ausgewandert, war zuerst in New York, dann in Los Angeles. Ich habe Kalifornien wahnsinnig gerne, aber ich würde nicht sagen, dass das meine Heimat ist. Während ich Filme drehe, bin ich schliesslich meist woanders auf der Welt und nur zwei, drei Monate hier. Insofern sehe ich in meinem Herzen immer noch die Schweiz als Heimat an.​

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