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Ein 'Ndrangheta-Treffen in Frauenfeld (ganzes Video am Ende des Artikels) Bild: CARABINIERI DI REGGIO CALABRIA

Wie sich die 'Ndrangheta in der Schweiz etabliert hat



Die Schweiz bleibt von der italienischen Mafia nicht verschont. Die kalabrische 'Ndrangheta' habe sich hierzulande sogar etabliert, sagt die freie Journalistin Madeleine Rossi, die dem Phänomen einen fast 100-seitigen Bericht gewidmet hat.

«Auch wenn man sie nicht sieht – die 'Ndrangheta ist sehr präsent in der Schweiz», sagte Rossi im Gespräch mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps» vom Samstag. Die Verhaftungen im Zusammenhang mit der sogenannten «Frauenfelder Zelle» seien der Beweis dafür. Aber es handle sich dabei nur um einen von mehreren Ablegern.

«Diese Leute verhalten sich sehr diskret und leben so wie jedermann»

Madeleine Rossi

Weitere gebe es vor allem in Tessin. Doch weil die 'Ndrangheta dort mittlerweile zu bekannt sei, hätten sich gewisse Mitglieder auch in Graubünden niedergelassen. Die bündnerischen Behörden müssten auf der Hut sein. Denn sonst könnte es ein «brutales Erwachen» für den Kanton geben, sagt Rossi.

Untertauchen und Geldwäscherei

Für die Präsenz der Mafia in der Schweiz gebe es zwei Hauptgründe: Untertauchen und Geld waschen, sagte Rossi. Einige Flüchtige hätte sogar eine Aufenthaltsbewilligung B erhalten, wie zum Beispiel die zwei 2016 im Oberwallis gefassten Mafiosi. «Diese Leute verhalten sich sehr diskret und leben so wie jedermann», sagt Rossi.

Weil sie in der Schweiz nicht heimisch seien, gingen sie auch ein grösseres Risiko ein als in Italien. Und wenn sie dann noch in die Schlagzeilen gerieten, müssten sie zu Hause mit einer Bestrafung durch ihre Organisation rechnen.

Die Geldwäscherei sei in der Schweiz zwar erschwert worden, aber immer noch möglich. Vor allem die Grossbanken seien restriktiver, aber dafür seien andere Institute in die Bresche gesprungen. Ausserdem böten die Hotellerie und das Gastgewerbe Möglichkeiten zur Geldwäscherei.

Im Tessin zum Beispiel existierten Bars und Cafés, die den ganzen Tag leer stünden, aber einen grossen Umsatz machten, sagt Rossi. Auch wenn das kein Beweis sei, so handle es doch um einen wichtigen Hinweis.

Politiker wissen davon

Während ein Grossteil der Bevölkerung nicht viel über das Thema wisse, seien die Schweizer Politiker sehr wohl mit dem Thema vertraut. Doch es gebe Gründe, die sie daran hinderten, aktiv zu werden.

So seien die finanziellen Interessen gross und gewisse Berufe – im Parlament breit vertreten – profitierten von der Präsenz der Mafia. «Einige Treuhänder und Finanzberater verdienen durch die Anwesenheit der Mafia grosse Summen», sagt Rossi. Und auch die Waffenlobby habe viel zu verlieren.

Nur auf Italienisch

Die 'Ndrangheta breite sich aus und das werde auch in der Schweiz zu spüren sein. Trotzdem dürfe man nicht paranoid werden und die gesamte kalabrische oder italienische Gesellschaft stigmatisieren.

Der Bericht «Mafie italiane in Svizzera» – ist bisher erst auf Italienisch erhältlich. Eine französische Übersetzung befindet sich in Arbeit. (sda)

Italienische Polizei spürt Mafia-Bosse in Bunker auf

Mafiosi-Treffen in Frauenfeld gefilmt

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 15.07.2019 03:07
    Highlight Highlight "Im Tessin zum Beispiel existierten Bars und Cafés, die den ganzen Tag leer stünden, aber einen grossen Umsatz machten, sagt Rossi. Auch wenn das kein Beweis sei, so handle es doch um einen wichtigen Hinweis."

    Das heisst jetzt aber nicht, dass alle Bars und Cafés, die den ganzen Tag leer stehen, der 'Ndrangheta gehören. Es gibt noch andere Gründe. ;-)
  • Spooky 15.07.2019 03:02
    Highlight Highlight "Doch weil die 'Ndrangheta dort mittlerweile zu bekannt sei, hätten sich gewisse Mitglieder auch in Graubünden niedergelassen."

    Ich nehme an, sie meint das Misox.
  • rüpelpilzchen 13.07.2019 21:15
    Highlight Highlight Solange wir Ja zu einem Drogen-Schwarzmarkt sagen, sagen wir auch ja zu Gewalt und Verbrechen, Mafia und Gangs.
  • Der Kritiker 13.07.2019 20:53
    Highlight Highlight caramba, es weiss doch jeder, wie und wo das Geld gewaschen wird. Prädestiniert sind Bars, Restaurants, kleinere Comestible Läden, Coiffeursalons, Autohandel (vorwiegend Secondhand, aber auch bei Parallelimport), aber auch kleinere Gewerbebetriebe. Auffallen wird schon, dass wohl überproportional viele Geschäftsinhaber aus Regionen kommen, die in Bezug auf organisierte Kriminalität problematisch sein dürften.
  • Julian Roechelt 13.07.2019 19:51
    Highlight Highlight Diese Gesellschaft passt bestens in die Schweiz.
    Süditalien ist unter Schweizern wesentlich beliebter als unter Italienern.
    • Manuel Schild 13.07.2019 20:49
      Highlight Highlight Purer Populismus seitens der Norditaliener. Als gäbe es da einen grossen Unterschied zwischen ihnen und den Süditalienern.
  • Walser 13.07.2019 19:38
    Highlight Highlight „So seien die finanziellen Interessen gross und gewisse Berufe – im Parlament breit vertreten – profitierten von der Präsenz der Mafia“ Dass endlich jemand wagt, diese Wahrheit auszusprechen. Danke, Frau Rossi. Sie haben Mut. Ich ziehe den Hut. Dasselbe „Phänomen“ der Untätigkeit unseres Parlamentes beobachten wir auch bei anderen Themen. ZB. Gesundheitskosten, Prostitution, Drogen, Wirtschaftskriminalität und illegale Migration. Wer gräbt sich schon selber das Wasser ab.
    • Stamix 13.07.2019 21:55
      Highlight Highlight Versicherungen u Pharma. dieses Zusammenspiel läuft wie geschmiert in der CH. obligatorisch! dank digitalen Dienstleistern wie Revolut kommen endlich die hiesigen Banken etwas unter Druck. Kohle waschen und in Pharma Mia's überbezahlen per Verordnung ist in CH angesagt. soll jeder so nennen, wie er es empfindet...
  • Denk Mal 13.07.2019 18:31
    Highlight Highlight In der Region Bern fallen mir auch zwei Restaurants auf, die "grosse Umsätze" machen, ohne dass man je eine nennenswerte Zahl an Gästen sieht......
    • Manuel Schild 13.07.2019 20:46
      Highlight Highlight Stehst du vor dran und schaust dir an wie viele Gäste der hat oder wie?
    • Mia_san_mia 13.07.2019 23:38
      Highlight Highlight @Denk Mal: Wie siehst denn Du das?
    • Fly Baby 14.07.2019 10:27
      Highlight Highlight Woher weisst du, dass sie hohe Umsätze machen? Bist du ihr Buchhalter?
  • häxxebäse 13.07.2019 18:23
    Highlight Highlight Eigentlich müssten JETZT alle schreien: raus mit denen....grenze zu, kick-schafe-poster und all das was wir sonst so von den sonnengeblendeten hören...

    Aber nö, kein ton. Dieses gsocks darf bleiben.
  • Coffeetime 13.07.2019 17:27
    Highlight Highlight Nun, alles für Geld machen und sich dann ein Leben lang verstecken müssen? Diesen Job möchte ich nicht haben... aber die kriminellen Banden dürfen nicht unterschätzt werden. Ich hoffe sehr, dass wir in der CH nie diese Verhältnisse aus Süditalien haben werden...
    • Phippu Skriminelli 13.07.2019 19:14
      Highlight Highlight Die haben wir ja schon. Es gibt genug Kriminelle, siehe Drogen oder Waffen exporte und importe. Die Albaner haben auch ihre Mafia, dass Geld wird in der Schweiz gewaschen. Und kommt mir nicht damit das ich es beweisen soll, die Behörden wissen mehr als uns lieb ist.
    • aglio e olio 13.07.2019 20:00
      Highlight Highlight Und erst der zu erwartende Verlauf eines möglichen Austrittsgespräches. Mamma mia
  • 1$ opinion 13.07.2019 17:13
    Highlight Highlight Habe mich bei keiner einzigen Zeile dieses Artikels gewundert.
  • Pisti 13.07.2019 15:20
    Highlight Highlight “Wie sich die Ndrangheta in der Schweiz etabliert hat” genau gleich wie alle anderen Mafia-Organisationen auch. Die Schweiz ist ein absolutes Paradies für die Geldwäsche, deswegen bleiben die auch immer unauffällig in unserem Land.
  • Gender Bender 13.07.2019 14:33
    Highlight Highlight Lauber, wo bist du wenn man dich braucht?
    • pamayer 13.07.2019 17:46
      Highlight Highlight Bitte nicht stören. Business Lunch mit Blatter.
    • dho 13.07.2019 18:14
      Highlight Highlight Beim Bier mit Infantino 😉
  • N. Y. P. 13.07.2019 14:23
    Highlight Highlight So seien die finanziellen Interessen gross und gewisse Berufe – im Parlament breit vertreten – profitierten von der Präsenz der Mafia. «Einige Treuhänder und Finanzberater verdienen durch die Anwesenheit der Mafia grosse Summen», sagt Rossi.

    Das heisst dann wohl, dass die FDP und die SVP nicht mit dem nötigen Enthusiasmus verhindern, dass das Geld der Mafia in der Schweiz gewaschen wird.

    Oder anders gesagt : Sie wollen das Geld der Mafia.
    • karl_e 13.07.2019 17:55
      Highlight Highlight Und wo bleibt die Partei mit dem grossen C? Die Mafia ist gutkatholisch.
  • ingmarbergman 13.07.2019 14:14
    Highlight Highlight Würde sich der nette Herr Salvini mal um die wichtigen Probleme kümmern.

    Aber wahrscheinlich steht Salvini ja selbst auf der Lohnliste der Mafia. 🤷🏻‍♂️

«Der Satz ‹Ich bringe dich um› fällt täglich fast in jedem Schweizer Schulhaus»

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