Schweiz
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CVP-Bundesratskandidatin Viola Amherd beantwortet Fragen von Journalisten nach ihrem Hearing in der Fraktionssitzung der CVP, am Freitag, 16. November 2018 im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Viola Amherd: Die Walliserin steht vor dem Sprung in den Bundesrat. Bild: KEYSTONE

Nur ein Mann nominiert – die Chancen für drei Frauen im Bundesrat stehen gut



Am 5. Dezember dürften zwei Frauen in den Bundesrat gewählt werden. Nach der Nomination der offiziellen Kandidatinnen und Kandidaten führen die Frauen jedenfalls.

Die CVP-Fraktion hat sich für ein reines Frauenticket entschieden: Die Walliser Nationalrätin Viola Amherd und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen sind die Kandidatinnen. Dass die Wahl auf Z'graggen fiel, ist eher überraschend. Sie hat in Bern keine Hausmacht. Im Hearing überzeugte sie laut Fraktionsmitgliedern aber.

Die FDP-Fraktion schickt die St.Galler Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter und den Nidwaldner Ständerat Hans Wicki ins Rennen. Keller-Sutter galt von Beginn weg als Favoritin – und ist es weiterhin: Sie erhielt 38 von 41 Stimmen, Wicki setzte sich mit 29 von 41 Stimmen gegen den Schaffhauser Regierungspräsidenten Christian Amsler durch.

FDP-Fraktion will eine Frau

FDP-Fraktionspräsident Beat Walti erklärt sich das gute Resultat Keller-Sutters mit dem starken Bedürfnis der Partei, mit einer Frau im Bundesrat vertreten zu sein. Keller-Sutter war schon 2010 Kandidatin gewesen. Damals zog das Parlament aber Johann Schneider-Ammann vor. Nun hat sie gute Chancen, dessen Nachfolge anzutreten.

FDP-Fraktionspräsident über das Zweierticket

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Video: srf/SDA SRF

«Ich freue mich sehr», sagte Keller-Sutter am Abend vor den Medien in Bern. Sie bedankte sich für den Vertrauensbeweis. Dieser gebe ihr Ruhe und Kraft für den weiteren Parcours. Keller-Sutter und Wicki sassen früher in der Kantonsregierung und haben somit beide Exekutiverfahrung. Wicki bringt darüber hinaus unternehmerische Erfahrung mit. Dennoch dürfte er gegen Keller-Sutter einen schweren Stand haben.

Die nominierte FDP-Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter waehrend einer Medienkonferenz, am Freitag, 16. November 2018 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Karin Keller-Sutter gilt gegen Hans Wicki als Favoritin. Bild: KEYSTONE

Das Unmögliche möglich machen

In den vergangenen Jahren machte sich die gelernte Konferenzdolmetscherin im Ständerat einen Namen als Brückenbauerin. «Ich verkenne meine Situation selbstverständlich nicht», sagte Wicki. Trotzdem werde er kämpfen und zu überzeugen versuchen. Er stelle seine Kandidatur unter das Motto «das Unmögliche möglich machen».

Sein Vorteil sei, dass er zehn Jahre lang national und international in Führungspositionen in der Privatwirtschaft tätig gewesen sei, sagte Wicki. Dass die CVP sich für ein reines Frauenticket entschieden hat, erhöht nach seiner eigenen Einschätzung seine Chancen nicht.

Den Bekanntheitsgrad steigern

Auch Z'graggen ist sich bewusst, dass sie gegenüber Amherd einen Nachteil hat. Sie wolle die Zeit bis zur Wahl nutzen, um Kontakte und Netzwerke zu pflegen, sagte sie. «Ich hoffe, dass ich den Bekanntheitsgrad rasch steigern kann.» Z'graggen hatte schon 2004 für eine Überraschung gesorgt, als sie aus dem Stand mit einem Glanzresultat in die Urner Regierung gewählt worden war. Zuvor hatte sie als Lehrerin gearbeitet und in Politikwissenschaften promoviert.

ARCHIVBILD - ZUR CVP-BUNDESRATSKANDIDATIN HEIDI Z'GRAGGEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Geduldig beantwortet Staenderatskandidatin Heidi Z'Graggen, CVP, die Fragen der Medien am Sonntag, 7. Maerz 2010, im Rathaus Altdorf, nach dem ersten Wahlgang der Staenderats-Ersatzwahl. Keiner der drei Kandidaten erreichte das absolute Mehr, es kommt somit am 25. April zum zweiten Wahlgang. (KEYSTONE/Geri Holdener)

Heidi Z'graggen hat gegen Viola Amherd nur Aussenseiterchancen. Bild: KEYSTONE

Amherd ist in Bundesbern fest verankert. Sie sitzt seit 2005 im Nationalrat, ist Vizepräsidentin der CVP-Fraktion sowie Mitglied der Rechtskommission und der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen. Regierungserfahrung hat Amherd als Präsidentin von Brig-Gils erworben. Die Berichte über verschiedene Rechtshändel, in die sie verwickelt war, haben ihr in der Fraktion offenbar nicht geschadet.

Drei ausgeschieden

Ausgeschieden sind bei der CVP die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und der Zuger Ständerat Peter Hegglin. Bei der FDP musste der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler seine Hoffnungen begraben.

Peter Hegglin: «Eine gewisse Enttäuschung ist sicher da»

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Video: srf/SDA SRF

Als nächstes werden die Nominierten von den übrigen Fraktionen auf ihre Bundesratstauglichkeit geprüft. Die Hearings finden in der Regel am ersten und am zweiten Dienstag der Session statt. Diese beginnt am Montag in einer Woche.

Die Bundesrats-Ersatzwahl findet am 5. Dezember statt. Die CVP muss den Sitz von Doris Leuthard neu besetzen, die FDP jenen von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • R. Peter 17.11.2018 11:51
    Highlight Highlight An dem Dekadenz geht der Welt zu Grunde...
  • Caligula 17.11.2018 08:02
    Highlight Highlight Die FDP mit einer pseudo Nomination von H. Wicki. Frau Keller Sutter ist damit so gut wie gewählt.
  • Eric Lang 17.11.2018 06:55
    Highlight Highlight Was für eine Bananen Republik sind wir geworden, wenn eine Person wie Frau Amherd als BR Favoritin gehandelt wird!?
    Fast so tragisch ist, dass die CVP offensichtlich keine wählbaren Bundesbern Politiker hat.
    Ich hoffe doch sehr, dass die CVP bei den Wahlen 2019, die entsprechende Klatsche erhält.
    Auch Spielchen der SVP, um ihre künftigen BR Kandidaten in Stellung zu bringen, haben im Interesse der Wähler eigentlich keine Berechtigung.
    Eine Wahl von Amherd, beschert uns einen Linksrutsch im BR.
    • H. L. 17.11.2018 10:35
      Highlight Highlight Genau. Einen Linksrutsch. Weil Leuthard so dermassen rechts war.
  • Erster-Offizier 17.11.2018 01:34
    Highlight Highlight >Damit tut man keinem einen Gefallen. Das Geschlecht
    >ist kein Leistungsmerkmal.

    Sehe ich genau so. Ich habe nichts dagegen, das Frauen die gleichen Rechte erhalten. Aber Leistung ignorieren und ein Geschlecht bevorzugen, ist genau das Gegenteil von Gleichberechtigung.

    Ironischerweise sind die vokalen Frauenrechtler, wie zB Alliance F und andere, meistens gegen Gleichberechtigung in Wehrpflicht und AHV-Alter. Für diese Zustände haben wir ein Wort: Scheinheiligkeit.
    Wenige Frauenrechtler sind für wirkliche Gleichberechtigung.
  • nick miller 17.11.2018 01:10
    Highlight Highlight unbestritten und wohl auch in ordnung, dass keller-suter gewählt wird.
    aber ein ticket, wie es die cvp präsentiert, ist meines erachtens nicht volksnahe oder in irgend einer anderen art erklärbar. dass eine viola amherd, mit einem eindeutig fragwürdigen leumund, ohne weitere diskussion als würdige bundesratskanditatin angesehen wird, ist gegenüber einem jeden mündigen bürger nur schwer in glaubwürdigem masse zu erklären.
    dazu eine frau z'graggen, die sich in den letzten wochen nicht per se sachpolitisch, als viel mehr mit einem mangel an sozialkompetenz einen namen gemacht hat...
    meinungen?
  • alenna 17.11.2018 00:12
    Highlight Highlight Schade. Ich würde mich als Feministin bezeichnen, aber diese Diskussion über Mann oder Frau nervt mich. Es soll doch einfach die Person gewählt werden, welche den Job wahrscheinlich am Besten machen wird. Egal ob Mann oder Frau. Das ist für mich wahre Glechberechtigung.
    Peter Hegglin wäre sicher ein starker und volksnaher Bundesrat geworden.
    Hoffen wir, dass man diese Frauen nicht nur wegen ihres Geschlechts gewählt hat.
  • Juliet Bravo 16.11.2018 23:23
    Highlight Highlight Auch wenn ich politisch das Heu nicht auf der gleichen Bühne habe: Die kandidierenden Frauen sind sicher valable Kandidatinnen (Herr Wicki sicherlich auch). Wär cool wenn 2 von ihnen nachrücken würden.
  • chorax 16.11.2018 23:16
    Highlight Highlight Das heisst, die Männer sind unter den Kandidaten stark untervertreten. Ein klarer Fall von Geschlechterdiskriminierung, und das im 21. Jahrhundert. ich fasse es nicht!
  • murrayB 16.11.2018 23:02
    Highlight Highlight Die ewige Diskussion um das Geschlecht nervt mich langsam...

    Wählt doch einfach die Fähigsten Personen für dieses Amt... Egal ob Mann oder Frau...
  • poga 16.11.2018 22:50
    Highlight Highlight Liebe @Watson Redaktion. Ich erinnere mich an den Artikel, in dem angedeutet wurde, dass gewisse Männer, ohne gewisse Fähigkeiten (Fremdsprachen oder so) sich vor drängen. Ich lese gerade, dass es offensichtlich momentan Frauen gibt, die in den Bundesrat gewählt werden könnten, weil sie einfach fähig sind, dieses Amt aus zu führen. Und ich frage mich: Warum, konntet ihr in dem Moment, in dem die weiblichen Kandidatinnen, das Ding einfach rocken konnten, mal einfach mal vertrauen in die Gesellschaft und die weibliche Schaffenskraft aufbringen konntet.
  • Hungry 16.11.2018 22:47
    Highlight Highlight Wieso ist das Geschlecht der Kandidaten immer das Thema Nummer eins?
    Wichtig ist doch die Politik die sie machen und nicht irgendwelche Quoten.
  • R. Peter 16.11.2018 22:20
    Highlight Highlight Das könnte man auch auf Diskriminierung zurückführen: obwohl sich viel mehr Männer als Frauen für das Amt bewerben, werden von den Fraktionen deutlich mehr Frauen vorgeschlagen. Umgekehrt ginge gleich der nächste #Aufschrei los...

    Vielleicht kommt ihr irgendwann darüber hinweg, dass Männer und Frauen in der CH inzwischen gleichberechtigt sind. Ihr werdet sehen, es ist gar nicht schlimm.
  • Alju 16.11.2018 22:10
    Highlight Highlight Diese Fokussierung auf das Geschlecht nervt langsam gewaltig...

    Damit tut man keinem einen Gefallen. Das Geschlecht ist kein Leistungsmerkmal. Dadurch fördert ihr verantwortungsloses Handeln und Opferdenken: Sowohl Frauen als auch Männer lernen dann nämlich, dass der eigene Erfolg nicht beeinflussbar ist.
    • Bene86 16.11.2018 23:03
      Highlight Highlight Wem sagst du das... ob nur Frauen oder nur Männer ist mir doch völlig Wurst, es soll einfach der bestmögliche Bundesrat sein. Das muss doch die Priorität sein. Ich mag es nicht mehr lesen.
    • ströfzgi 16.11.2018 23:12
      Highlight Highlight Bravo. Auf den Punkt gebracht.

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