Zoll-Poker mit den USA: Frist vom 31. März laut Parmelin vom Tisch
Der Zeitplan für ein Zoll-Abkommen mit Washington liegt in Trümmern. Was im November 2025 noch als greifbarer Erfolg (Senkung von 39 auf 15 Prozent) gefeiert wurde, ist heute wertlos. «Die Frist vom 31. März ist de facto hinfällig», bestätigte Bundespräsident Guy Parmelin am Samstag gegenüber dem italienischsprachigen Schweizer Fernsehsender RSI.
Grund für den Stillstand: Der US Supreme Court entzog der US-Administration am 20. Februar 2026 die rechtliche Grundlage für länderspezifische Zusatzzölle. Donald Trump reagierte prompt und aggressiv: Statt gezielter Abgaben gilt nun ein pauschaler «Übergangszoll» von 10 Prozent für alle Handelspartner – vorerst befristet bis Juli. Für die Schweizer Exportwirtschaft bedeutet das vor allem, dass sie sich weiter gedulden muss.
Nicht hinter EU
Um nicht hinter die EU oder Japan zurückzufallen, signalisiert der Bundesrat Zugeständnisse. Der Preis für einen Deal sei hoch: Die Schweiz stellt tiefere Zölle auf US-Agrarprodukte wie Rindfleisch und Geflügel in Aussicht.
Ein mögliches Abkommen muss durch das Parlament – und der Widerstand formiert sich bereits. In Fachkreisen gilt ein Referendum gegen die Agrar-Konzessionen als so gut wie sicher. (val)
