Schweiz
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Die Sponsorings von Firmen beim EDA haben Aussenminister Ignazio Cassis in Erklärungsnot gebracht - nun kommen immer mehr Geldzuwendungen in anderen Departements ans Licht der Öffentlichkeit. (Archivbild)

Verteidigt sich in der Affäre um das umstrittene Tabak-Sponsoring: Bundesrat Ignazio Cassis. Bild: EPA

Ignazio Cassis zum umstrittenen Tabak-Sponsoring: «Das Dossier lag nicht auf meinem Tisch»

Aussenminister Cassis äussert sich erstmals zu der Affäre um das umstrittene Tabak-Sponsoring an der Weltausstellung 2020 – und verteidigt sich.

Sven Altermatt / ch media



Die Affäre schwelt seit Tagen: Das Aussendepartement ging eine fragwürdige Partnerschaft mit Philip Morris ein. Der Tabakkonzern soll einer der Hauptsponsoren des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung 2020 in Dubai werden.

Für 1.8 Millionen Franken darf er unter anderem vom «Image der offiziellen Schweiz» profitieren. Seit die Redaktion von CH Media den Deal publik gemacht hat, ist viel Kritik auf das Aussendepartement von Ignazio Cassis eingeprasselt.

«Sehr bedenklich» findet es die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass ausgerechnet die Schweiz als ihr Sitzstaat eine Partnerschaft mit einem Tabakkonzern eingegangen ist. Und die von acht Universitäten getragene Stiftung «Swiss School of Public Health» forderte Cassis – er ist Arzt – diese Woche auf, die Vereinbarung zurückzunehmen.

ROME REQUEST--FILE--An unidentified man take a cigarette break outside the headquarters of Philip Morris in New York, Wednesday, May 15, 1996  (AP Photo/File,Chris Kasson)

Hauptsponsor des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung 2020: Philip Morris. Bild: AP

In einem Interview mit dem italienischsprachigen Radio RSI hat sich Cassis nun erstmals selbst zu der Affäre geäussert. Der Bundesrat bestätigte, dass er die Partnerschaft zunächst «analysieren und Handlungsoptionen abklären» werde. An der Expo 2020 solle «eine geeinte, lächelnde Schweiz» präsentiert werden, «ein positives Bild unseres Landes», sagte Cassis. «Deshalb muss ich alle störenden Elemente beseitigen.»

Der Aussenminister lässt durchblicken, dass die Zusammenarbeit noch beendet werden könnte. Er habe sein Team gebeten, ihn über den Stand der Dinge zu unterrichten. Und er erwarte von seinen Mitarbeitern diesbezüglich Klarheit. Cassis betont: «Das Dossier lag nicht auf meinem Tisch.»

epa07711797 A handout photo made available by the Turkish Foreign Ministry press office shows Swiss Foreign Minister Ignazio Cassis speaking during a press conference after a meeting with Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu (not in picture) in Ankara, Turkey, 12 July 2019.  EPA/CEM OZDEL HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Keine einfache Situation für Bundesrat Cassis. Bild: EPA

Damit geht der Aussenminister offenkundig auf Distanz zu seinem verantwortlichen Spitzenbeamten Nicolas Bideau, dem Chef von Präsenz Schweiz. Dieser erklärte bereits vergangene Woche, die Philip-Morris-Partnerschaft sei mit Cassis besprochen worden.

Tatsächlich sei der Bundesrat skeptisch gewesen, als man ihn über die Pläne unterrichtet habe, berichtete Bideau dem Westschweizer Radio RTS aus einem Gespräch mit Cassis. Schliesslich habe Ignazio Cassis ja früher als Tessiner Kantonsarzt gearbeitet.

Dass der Deal dann doch – und laut ihm eben im Wissen Cassis’ – zustande gekommen ist, begründete Bideau unter anderem mit finanziellen Argumenten. Das Gesamtbudget für den Schweizer Auftritt beträgt rund 15 Millionen Franken, die Hälfte davon sollen Sponsoren tragen.

Die Partnerschaft mit Philip Morris hat die Schweiz international in die Schlagzeilen gebracht. «Ein Aussenminister im Tabakdunst», übertitelte das deutsche «Handelsblatt» seinen Bericht und folgerte: «Rauchen gefährdet die Gesund- heit – und das Image.»

Selbst die «New York Times» berichtete über die Causa. Cassis sei unter Beschuss, meldete die Zeitung: «Swiss Minister Under Fire for Tobacco Sponsorship of Expo Pavilion.» (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • R. Bse 28.07.2019 20:43
    Highlight Highlight FDP-Politiker tun alles für die Wirtschaft und nichts für die Menschen, glauben aber, wenn sie alles für die Wirtschaft tun, würden sie automatisch etwas für die Menschen tun.
  • Ueli der Knecht 28.07.2019 13:50
    Highlight Highlight In einem anderen watson-Artikel von heute steht:
    "So habe Japan Tobacco International in den Jahren 2012 und 2013 den Schweizer Filmpreis mit je 54'000 Franken unterstützt."
    https://www.watson.ch/!734823685

    Der Chef der Sektion Film damals war Nicolas Bideau; offensichtlich der gleiche Mann, der nicht nur beim Schweizpavillion sondern auch beim Filmpreis die Tabakmafia einspannte. Es würde mich sehr interessieren, welche Geschenke da hintenherum in seine Tasche flossen.

    Warum werden solche fragwürdigen Leute nicht entlassen sondern nur von einem Département zum nächsten versetzt?
  • Fairness 28.07.2019 13:38
    Highlight Highlight Faule Ausrede oder sin Departement nicht im Griff?
  • Therealmonti 28.07.2019 13:22
    Highlight Highlight Der Cassis hat ja seinen Laden toll im Griff. Zurücktreten, bitte!
  • samuele colombo 28.07.2019 13:05
    Highlight Highlight che risposta del cassis! Peinlich.
  • Pisti 28.07.2019 12:59
    Highlight Highlight Sollte sich die WHO nicht um wichtigeres kümmern als um ein Sponsoring eines Tabakmultis?
    • Ueli der Knecht 28.07.2019 16:05
      Highlight Highlight Um was zum Beispiel?
    • FrancoL 28.07.2019 16:53
      Highlight Highlight Es darf nicht sein dass von aussen Kritik aufkommt, das passt nicht in Deine Ideologie. Dann aber sollte man eben besser vor der eigenen Tür wischen, dann würde auch keine Kritik von aussen aufkommen.
  • DemonCore 28.07.2019 12:42
    Highlight Highlight Fehler der Unterstellten sind immer Fehler des Chefs.
  • rönsger 28.07.2019 12:37
    Highlight Highlight Dass das Tabak-Dossier laut Cassis nicht auf seinem Tisch landete, wirft in jedem Fall ein schlechtes Licht auf den Aussenminister und Departementvorsteher: Entweder kam lag das Papier wirklich nie auf seinem Tisch. In diesem Fall wäre er von seinem Spitzenbeamten hintergangen worden. Cassis hätte somit seine Laden nicht im Griff. Oder Cassis lügt, hat das Dossier zwar gesehen, aber die Tragweite falsch eingeschätzt. Und nun versucht er, seine Haut zu retten, indem er die Schuld seinen Beamten zuschiebt. Sooderso: Als Bundesangestellter möchte ich keinen solchen Chef haben.
  • TanookiStormtrooper 28.07.2019 12:32
    Highlight Highlight Für Glencore "Werbung" zu machen war für Ignazio kein Problem, bei Philipp Morris hatte er mit dem Entscheid nichts zu tun. Cassis hat also weder Gespür noch sein Departement im Griff... 🤷‍♂️
  • Pinkerton 28.07.2019 11:53
    Highlight Highlight Ich sehe das Problem nicht wirklich. Bei den Steuergeldern, die Philip Morris in der Schweiz zahlt, ist der Bundesrat doch auch nicht so wählerisch, oder?
    • redeye70 28.07.2019 12:08
      Highlight Highlight Daher sehe ich auch nicht den „Vorteil“ vom Image der Schweiz profitieren zu können. Dieses ist nämlich nicht gut auf der Welt. Wir gelten, zurecht, als Heimat von Steuerhinterziehern und sicherer Hafen für fragwürdige Konzerne und Verbände.
    • Ueli der Knecht 28.07.2019 13:36
      Highlight Highlight Unsere Altersvorsorge würde ohne die Tabakmafia auch zugrundegehen.

      Und schliesslich ist Geldwäsche immer noch eine Kernkompetenz der Schweiz (denn wir horten natürlich nur sauberes Geld). Dafür eignet sich der Tabakexport besonders gut (https://www.watson.ch/!288469366 https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standardfragwuerdige-selbstkontrolle/story/26457595).
  • Miikee 28.07.2019 11:52
    Highlight Highlight Mit 1.8 Millionen, sind so wohl bei den grösseren Sponsoren.

    Cassis: "Neeein, ich habe davon nichts gewusst".

    Wer's glaubt🤦🏽‍♂️😂

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