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13 Millionen Franken ergaunert: Blocher-Buchhalter wandert für fünf Jahre in die Kiste



Der ehemalige Chefbuchhalter von Christoph Blocher bei der Ems-Chemie in Domat/Ems GR muss nach langjährigem Ringen vor Gericht definitiv fünf Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde des 78-jährigen Deutschen gegen die Strafe des Bündner Kantonsgerichts ab.

Der frühere Chefbuchhalter hatte beim Bundesgericht eine Minderung der Strafe auf 35 Monate teilbedingten Freiheitsentzug gefordert, wie aus dem am Montag publizierten Urteil hervorgeht. Zudem wollte er die vom Kantonsgericht ebenfalls unbedingt verhängte Geldstrafe von 9600 Franken in eine bedingte Geldstrafe umgewandelt haben.

Christoph Blocher, rechts, CEO und Praesident des Verwaltungsrates der EMS-Chemie Holding AG, und seine Tochter Magdalena Martullo-Blocher, links, Vize-Praesidentin des Verwaltungsrates, vor dem Fabrikgebaeude in Domat-Ems, aufgenommen am Freitag, 11. Juli 2003, anlaesslich der Medienkonferenz der EMS-Gruppe fuer den Halbjahresabschluss 2003 in Domat-Ems. Die EMS-Gruppe, die in den Geschaeftsbereichen Polymere Werkstoffe, Feinchemikalien und Engineering weltweit taetig ist, erhoehte das Betriebsergebnis (EBIT) auf CHF 195 Mio. (163) Franken und liegt damit 19,3 Prozent ueber dem Vorjahr. Trotz ausserordentlich misslichen Verhaeltnissen auf den Kapitalmaerkten konnte die EMS-Gruppe wie vorgesehen das Finanzergebnis mit einem positiven Saldo von CHF 19 (66) abschliessen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Vierzig Jahre lang hatte der fehlbare Buchhalter für die EMS-Chemie gearbeitet. Bild: KEYSTONE

Langer Marsch durch die Gerichte

Der Chefbuchhalter war im September 2010 in erster Instanz vom Bezirksgericht Imboden in Domat/Ems hauptsächlich wegen gewerbsmässigen Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Danach rekurrierte er vor Kantonsgericht und insgesamt drei Mal vor Bundesgericht. Mehrmals bekam er teilweise Recht und erreichte zwei Mal eine Reduktion der Haftstrafe – was ihm aber nicht genügte.

Zudem gelang es dem kriminellen Buchhalter, die Schadenersatzzahlungen an die Ems-Chemie und die Strafzahlungen an den Staat für widerrechtlich erlangte Vermögen um Millionen Franken reduziert zu bekommen. Damit muss sich der Verurteilte nun aber zufriedengeben. Gegen das neuste Urteil des Bundesgerichtes besteht keine Rekursmöglichkeit.

Komplize machte sich im Hafturlaub aus dem Staub

Prozessiert wurde in den vergangenen Jahren vor allem wegen der Höhe der Strafe. In der Sache hatten es die Gerichte als erwiesen betrachtet, dass der Angeklagte und der Komplize die Ems-Chemie zwischen 1996 und 2004 um 13 Millionen Franken betrogen hatten.

Zehn Millionen Franken nahmen die Angeklagten der Firma ab, indem der Komplize fiktive Rechnungen schickte und der Buchhalter die Zahlungen auslöste. Der Chefbuchhalter, der 40 Jahre bei der Ems-Chemie arbeitete, schädigte das Unternehmen zudem mit Scheckbetrügereien im Umfang von drei Millionen Franken. Sein Komplize wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, wobei die Hälfte der Strafe bedingt erlassen wurde.

Der Komplize trat seine Strafe an. Er hätte noch bis Januar nächsten Jahres in der Justizvollzugsanstalt Realta in Cazis GR sitzen müssen. Im April kehrte der 72-Jährige aber von einem Hafturlaub nicht zurück. (tat/sda)

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