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Coop und Migros erwägen die Abschaffung von Strichcodes

Le logo de la Coop et le logo de la Migros sont photographies cote a cote sur un batiment commercial commun ce mardi 23 aout 2016 sur la place de la Sallaz a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Nach und nach könnte im Coop und in der Migros der traditionelle Strichcode dem QR-Code weichen.Bild: KEYSTONE

Coop und Migros erwägen die Abschaffung von Strichcodes

In den Supermärkten zeichnet sich ein Wandel ab. Nach und nach könnte der traditionelle Strichcode dem QR-Code weichen. Es wäre ein Vorteil für die Konsumenten und die Supermärkte.
20.01.2025, 13:2609.07.2026, 09:45
Sven Papaux

Kann man von einer neuen Ära sprechen? In Deutschland wird der Strichcode in den Lidl-Filialen nach 50 Jahren durch einen neuen, intelligenteren Code ersetzt: den QR-Code.

Die Nutzung dessen wurde insbesondere durch die Pandemie angekurbelt. Inzwischen ist er dank verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. bei Twint, fest in unserem Alltag verankert. Der QR-Code ist ein bewährtes Mittel geworden, um durch einfaches Scannen detaillierte Informationen zu erhalten.

Dies hat viele Supermärkte auf die Idee gebracht, den traditionellen Strichcode mit seinen 13 Ziffern abzuschaffen. Stattdessen würden die Verbraucher dann einen QR-Code vorfinden, der konkrete Vorteile mit sich bringt.

So kann man beispielsweise von seinem Smartphone aus auf allgemeine Produktinformationen zugreifen, Rezeptideen nachschlagen oder Recycling-Anweisungen nachvollziehen. Ein dringender Wunsch der Verbraucher, den die Industrie und der Einzelhandel erhört haben.

Die Schattenseite

Aber der QR-Code hat auch eine Schattenseite, die die Konzerne lieber nicht an die grosse Glocke hängen. Denn bei jeder Verbindung werden Dateien erstellt, die laut Experten für potenzielle Marketingzwecke missbraucht werden könnten.

Das System ermöglicht es Unternehmen aber auch, ihre Bestände effizienter zu verfolgen, was Produktrückrufe erleichtern und Abfall reduzieren könnte. Ausserdem kann der QR-Code in einem Winkel von 360° gelesen und darum schneller gescannt werden.

Während die Verwendung eines QR-Codes erst seit kurzem in grossen Einzelhandelsgeschäften Einzug gehalten hat, wird diese Praxis in der Modebranche seit vielen Jahren von Ketten wie Zara oder Uniqlo angewandt.

Coop hat den Prozess bereits gestartet, Migros testet

Auch in der Schweiz wird über den Einsatz von QR-Codes nachgedacht. Bei Coop zum Beispiel finden man bereits einige Artikel mit einem QR-Code. Wenn man zum Beispiel eine Verpackung von Nutella-Brot-Sticks nimmt, sieht man darauf einen kleinen QR-Code, mit dem man Informationen über das Produkt der Ferrero-Gruppe abrufen kann.

Coop bestätigt auf Anfrage, dass «die ersten Produkte mit einer 2D-Matrix im Herbst 2020 in das Sortiment von Coop aufgenommen wurden». Eine 2D-Matrix entspricht dabei einem QR-Code.

Der Kommunikationsdienst präzisiert:

«Coop gilt als eine der Pionierinnen auf dem Gebiet. Die 2D-Datamatrix (ein zweidimensionaler Strichcode, Anm. d. Red) ermöglicht es, neben der ‹Global Trade Item Number› noch mehr Informationen als beim Strichcode zu speichern, zum Beispiel das Mindesthaltbarkeitsdatum, das Gewicht oder den Preis. Produkte mit 2D-Datamatrix ermöglichen zum Beispiel eine noch genauere und berechenbare Warenbestellung. Auf diese Weise wird die Lebensmittelverschwendung weiter reduziert.»
Coop

Auf der Seite der Migros dauert die Umsetzung etwas länger, wie die Pressestelle gegenüber watson bestätigt.

Das Unternehmen erklärt, dass intern Analysen durchgeführt werden:

«Zurzeit führt die Migros intern verschiedene Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalysen zum Thema 2D-Barcodes durch. Ziel ist es, bis 2027 neben den bestehenden Barcodes (EAN13) auch 2D-Codes zu integrieren.»
Migros

Bei Lidl in der Schweiz denkt man noch nicht daran, dem deutschen Trend zu folgen. «Wir haben derzeit keine ähnlichen Projekte geplant, verfolgen aber die Entwicklung im Bereich der QR-Codes genau», schreibt das Unternehmen.

Die QR-Code-Revolution in den Supermärkten ist also in vollem Gange. Barcodes sollen bis 2027 weltweit von zweidimensionalen Codes abgelöst werden.

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