Kann man von einer neuen Ära sprechen? In Deutschland wird der Strichcode in den Lidl-Filialen nach 50 Jahren durch einen neuen, intelligenteren Code ersetzt: den QR-Code.
Die Nutzung dessen wurde insbesondere durch die Pandemie angekurbelt. Inzwischen ist er dank verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. bei Twint, fest in unserem Alltag verankert. Der QR-Code ist ein bewährtes Mittel geworden, um durch einfaches Scannen detaillierte Informationen zu erhalten.
Dies hat viele Supermärkte auf die Idee gebracht, den traditionellen Strichcode mit seinen 13 Ziffern abzuschaffen. Stattdessen würden die Verbraucher dann einen QR-Code vorfinden, der konkrete Vorteile mit sich bringt.
So kann man beispielsweise von seinem Smartphone aus auf allgemeine Produktinformationen zugreifen, Rezeptideen nachschlagen oder Recycling-Anweisungen nachvollziehen. Ein dringender Wunsch der Verbraucher, den die Industrie und der Einzelhandel erhört haben.
Aber der QR-Code hat auch eine Schattenseite, die die Konzerne lieber nicht an die grosse Glocke hängen. Denn bei jeder Verbindung werden Dateien erstellt, die laut Experten für potenzielle Marketingzwecke missbraucht werden könnten.
Das System ermöglicht es Unternehmen aber auch, ihre Bestände effizienter zu verfolgen, was Produktrückrufe erleichtern und Abfall reduzieren könnte. Ausserdem kann der QR-Code in einem Winkel von 360° gelesen und darum schneller gescannt werden.
Während die Verwendung eines QR-Codes erst seit kurzem in grossen Einzelhandelsgeschäften Einzug gehalten hat, wird diese Praxis in der Modebranche seit vielen Jahren von Ketten wie Zara oder Uniqlo angewandt.
Auch in der Schweiz wird über den Einsatz von QR-Codes nachgedacht. Bei Coop zum Beispiel finden man bereits einige Artikel mit einem QR-Code. Wenn man zum Beispiel eine Verpackung von Nutella-Brot-Sticks nimmt, sieht man darauf einen kleinen QR-Code, mit dem man Informationen über das Produkt der Ferrero-Gruppe abrufen kann.
Coop bestätigt auf Anfrage, dass «die ersten Produkte mit einer 2D-Matrix im Herbst 2020 in das Sortiment von Coop aufgenommen wurden». Eine 2D-Matrix entspricht dabei einem QR-Code.
Der Kommunikationsdienst präzisiert:
Auf der Seite der Migros dauert die Umsetzung etwas länger, wie die Pressestelle gegenüber watson bestätigt.
Das Unternehmen erklärt, dass intern Analysen durchgeführt werden:
Bei Lidl in der Schweiz denkt man noch nicht daran, dem deutschen Trend zu folgen. «Wir haben derzeit keine ähnlichen Projekte geplant, verfolgen aber die Entwicklung im Bereich der QR-Codes genau», schreibt das Unternehmen.
Die QR-Code-Revolution in den Supermärkten ist also in vollem Gange. Barcodes sollen bis 2027 weltweit von zweidimensionalen Codes abgelöst werden.
Und warum sollte das mit einem Strichcode nicht gehen?
"Aber der QR-Code hat auch eine Schattenseite, die die Konzerne lieber nicht an die grosse Glocke hängen. Denn bei jeder Verbindung werden Dateien erstellt, die laut Experten für potenzielle Marketingzwecke missbraucht werden könnten."
Was für eine Verbindung? Klar, wenn der QR-Code auf eine Website verweist, ich die dann aufrufe, dann weiss der Betreiber das. Und?
Ist von Barcode die Rede, meint man meist die 13-stellige EAN (dringt nur in der Antwort der Migros kurz durch). Diese sagt mal grundsätzlich, um welches Produkt es sich handelt, und kann unabhängig decodiert werden. Im System der Händler sind dann Preis, Lager etc. damit verknüpft.
Dieselbe Info kann auch ein QR-Code speichern ohne „Verbindung“ (nicht jeder QR ist bloss eine URL, auch wenn das der häufigste Verwendungszweck ist).
Soll der EAN abgelöst werden, haben Norm-Organisationen sicher noch ein Wörtchen mitzureden.