Schweiz
Coronavirus

Corona: Bevölkerung vertraut der Wissenschaft mehr als der Politik

Bevölkerung vertraut in der Pandemie der Wissenschaft mehr als der Politik

Wissenschafter und medizinisches Fachpersonal geniessen bei der Bevölkerung in der Pandemie mehr Vertrauen als Politiker. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage der Universität Zürich.
16.12.2020, 11:2216.12.2020, 11:22

72 Prozent der Bevölkerung wünscht sich, dass politische Entscheidungen im Umgang mit der Pandemie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Dies zeigt der aktuelle «Wissenschaftsbarometer» der Universität Zürich. Dabei handelt es sich um eine Umfrage, die untersucht, welche Einstellung die Bevölkerung zur Wissenschaft hat. In der Pandemie zeigt sich demnach: Wissenschaftsvertreter geniessen mehr Vertrauen als Politiker oder Journalisten.

Biochemical researcher Tiziana Alberio works on sample of saliva at the Insubria university department of biomedical science and research in Busto Arsizio, Italy, Friday, Oct. 9, 2020. Researchers at  ...
Das Vertrauen in die Wissenschaft in grösser als in die Politik.Bild: keystone

Auf einer Skala von 1 bis 5 erreichen Forschende und medizinisches Fachpersonal gemäss Umfrage Spitzenwerte von 4.1 und 3.9. Behördenvertreter bringen es noch auf 3,3, Politiker und Journalisten schneiden mit den Werten 2.7 und 2.6 schlecht ab. So erstaunt es nicht, dass sich 63 Prozent der Befragen wünschen, dass sich die Wissenschaft aktiv in die politische Debatte einbringt. Allerdings geben gleichzeitig 65 Prozent an, dass es sie verunsichere, wenn sich Wissenschafter in der Öffentlichkeit widersprechen.

Fernsehen und Internet sind wichtigste Informationsquelle

Die Umfrage gibt auch Aufschluss über die Verbreitung von Haltungen, die gemeinhin «Coronaskeptikern» zugeschrieben werden: So gaben 21 Prozent der Befragten an, die Todesfallzahlen würden von den Behörden absichtlich übertrieben. 16 Prozent sind der Ansicht, die Pandemie sei von «mächtigen Leuten» geplant worden, 9 Prozent zweifeln gar die Existenz eines neuartigen Coronavirus an.

Die Umfrage untersuchte auch, wie sich die Bevölkerung in der Pandemie orientiert. Fernsehen und Internet stehen dabei im Vordergrund, gefolgt von Gesprächen mit Verwandten, Bekannten und Freunden. Die Medienberichterstattung empfinden laut Umfrage 43 Prozent «nervig» und «übertrieben.» (saw/aargauerzeitung.ch)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tepalus
16.12.2020 11:34registriert Oktober 2016
Titel gelesen und einfach nur gedacht: "Richtig so!"
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Gurgelhals
16.12.2020 11:33registriert Mai 2015
Vielen Dank für das seriöse Framing in der Schlagzeile und dem Aufmacher.

Der Tagi titelt die analoge Meldung nämlich so: "Jeder fünfte Schweizer glaubt, Behörden übertreiben bei Corona-Toten"

Und auf Nau so: "Coronavirus: Jeder Fünfte Schweizer zweifelt Corona-Todeszahlen an"

Seriös ist anders.
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Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz bereits verurteilt – die Sonntagsnews
Mängel bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana, eine Verurteilung des Barbetreibers im 2016 und die Walliser Staatsanwaltschaft an der Kapazitätsgrenze: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Akten zur Strafuntersuchung zum Brand von Crans-Montana VS haben laut der «NZZ am Sonntag» grosse Mängel bei den Ermittlungen aufgezeigt. Unter anderem seien die Smartphones der Betreiber der Bar erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt worden, wie die Zeitung gestützt auf Ermittlungsakten schrieb. Die Staatsanwaltschaft habe die Mitglieder der Walliser Behörden zudem mit Samthandschuhen angefasst, urteilte die Zeitung. Der Sicherheitschef der Gemeinde habe zwei Tage nach dem Brand persönlich Dokumente zur Bar bei der Staatsanwaltschaft abliefern dürfen – obschon er sich in einem Interessenskonflikt befinde. Die Akten bestätigen laut der Zeitung zudem, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Autopsie der Opfer vergessen hatte. Die Dokumente lassen laut der «NZZ am Sonntag» weiter darauf schliessen, dass die Wohnung der Barbetreiber nicht durchsucht worden ist. Die Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Barbetreiber nahmen demnach keine Stellung.
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