Schweiz
Coronavirus

Coronavirus Schweiz: 1487 neue Fälle – was diese Zahl jetzt bedeutet

1487 neue Corona-Fälle: Was diese Zahl jetzt bedeutet

09.10.2020, 18:0409.10.2020, 18:04

1487 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz und in Liechtenstein. Das meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag. Das ist ein Rekord. Zuvor lag der Höchstwert der täglich gemeldeten Zahlen bei 1390 Fällen und stammt vom 27. März.

Befinden wir uns also mitten in der zweiten Welle? Ein Vergleich der Situation von damals und heute in 5 Punkten:

Die Fallzahlen

Die Zahl der gemeldeten Fälle ist am Freitag tatsächlich mit 1487 um 97 höher als beim Höchststand im März. Trotzdem ergeben die weiteren Kennzahlen wie Positivitätsrate, Altersverteilung, Hospitalisierungs- und Sterbequote ein anderes Bild.

Anmerkung: Diese Zahlen hier bezeichnen, wie viele Neuansteckungen das BAG an diesem Tag gemeldet hat und nicht, wie viele Menschen sich an diesem Tag wirklich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das BAG teilt die Neuansteckungen erst später den tatsächlichen Ansteckungstagen zu.

Die Positivitätsrate

Am Freitag lag die Positivitätsrate bei 9,8 Prozent. Das ist hoch. Ebenfalls beunruhigend ist, dass sie in den letzten Tagen von etwa 4 Prozent konstant auf fast 10 Prozent gestiegen ist. Am 27. März lag sie jedoch bei fast 25 Prozent. Den Meldungen zum Freitag lagen 15'229 Tests zu Grunde, jener vom März nur gerade 5'612.

Hospitalisierungen und Todesfälle

Im März und April bewegten sich die Hospitalisations- und Todesraten noch in ganz anderen Bereichen. So starben zwischen dem 28. März und dem 11. April im Schnitt jeden Tag über 50 Personen an der Folgen von Covid-19. Die meisten Todesfälle wurden mit 60 am 2. April verzeichnet, also nicht ganz eine Woche nach dem Höchststand der Neuansteckungen. Hospitalisiert wurden in dieser Zeit jeweils 100 bis 200 Personen pro Tag.

Die Hospitalisationszahlen sehen heute ganz anders aus wie noch im März.

Und heute? Die Todesfälle bewegen sich zwischen 0 und 4, hospitalisiert werden 10 bis 20 Corona-Erkrankte pro Tag. Und dies obwohl die Zahl der Fälle bereits seit Ende März wieder stark angestiegen ist.

Die Altersverteilung

Woran liegt das? Einerseits gab es Fortschritte in der Behandlung von Covid-19. Andererseits befinden sich unter den Fallzahlen des BAG im Moment noch immer sehr viele junge Menschen. Was nicht heisst, dass sich im März nicht auch viele Jüngere mit dem Virus angesteckt haben. Damals wurden aber nur Patienten mit schweren Symptomen auf das Virus getestet.

Coronavirus Altersverteilung Schweiz
So hat sich die Altersverteilung der gemeldeten Coronafälle in der Schweiz verändert.Bild: bag

Solange die Hospitalisationen und die Todesfälle nicht massiv in die Höhe schiessen in den nächsten Tagen, ist die Situation heute vom Standpunkt der Daten nicht mit jener im März zu vergleichen.

Das sagen Experten

Soweit das Spiel mit den Zahlen. Doch was sagen die Experten? Und was sagten sie damals im März und April? Heute sei die Situation zwar ernst, man stehe aber nicht vor einer zweiten Welle, sagte Epidemiologe Marcel Salathé diese Woche im Interview mit den CH-Media-Zeitungen.

Im März klang dies noch ganz anders. Epidemiologen forderten damals einen härteren Lockdown, Salathé beschrieb die Lage als «extrem Beunruhigend». Auch hier gilt also: Die Experten sehen die Lage heute entspannter als noch im März. (leo)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump und das Coronavirus in 18 Zitaten
1 / 21
Donald Trump und das Coronavirus in 18 Zitaten
Am 1. Oktober 2020 wurde Donald Trump postiv auf das Coronavirus getestet. Hier eine Auswahl an Zitaten des US-Präsidenten zum Virus.
quelle: keystone/watson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Diese Hunde erschnüffeln den Coronavirus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Warum es sich wieder mehr lohnt, dem Schweizer Staat Geld zu leihen
Wer dem Schweizer Staat für zehn Jahre Geld leiht, erhält wieder deutlich mehr Zins. Und das, obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bei null Prozent hält. Der Grund dafür liegt vor allem an den internationalen Anleihemärkten. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten.
Die Renditen langfristiger Staatsanleihen haben sich in den vergangenen Monaten weltweit deutlich nach oben bewegt. Auch in der Schweiz ist diese Entwicklung zu beobachten: Die SNB hält ihren Leitzins bei null Prozent. Gleichzeitig ist die Rendite zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen («Eidgenossen») seit dem Ausbruch des Iran-Krieges von ihrem bisherigen Jahrestief von 0,18 Prozent stetig gestiegen. Ende September erreichte sie mit 0,69 Prozent den bisherigen Jahreshöchststand. Aktuell liegt sie bei 0,58 Prozent.
Zur Story