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Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS, an einer Medienkonferenz des Bundes, Anfang Dezember.
Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS, an einer Medienkonferenz des Bundes, Anfang Dezember.Bild: keystone

Laut dem obersten Kantonsarzt sollten die verschärften Massnahmen «eigentlich reichen»

19.12.2021, 13:15

Wenn sich die Bevölkerung gut an die vom Bundesrat beschlossenen Verschärfungen der Corona-Massnahmen halte, dann müssten sie laut Kantonsärzte-Präsident Rudolf Hauri «eigentlich reichen». Der Förderalismus sei zudem nicht nur ein Nachteil im Kampf gegen die Krise.

Eine Prognose wage er nicht, aber er hoffe sehr, dass es reiche, sagte Hauri in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Ein gewisses Risiko habe man jetzt halt, weil die allermeisten, die wollten, sich hätten impfen lassen.

Verstecken sich die Kantone hinter dem Bund?

Bei den Fallzahlen gebe es eine Stagnation auf hohem Niveau mit leichter Tendenz zu einem Rückgang. In den Spitälern stiegen die Eintritte zwar noch, flachten aber ab. Mit rund 300 belegten Intensivbetten sei die Belastung sehr hoch, wobei die Belastung durch Intensivpatienten generell stark sei. Zudem seien die Bettenkapazitäten tiefer als vor einem Jahr, weil das Personal fehle.

Hauri stellte in Abrede, dass sich die Kantone hinter dem Bund verstecken würden. Die Kantone hätten mit Verschärfungen gerechnet, aber eine andere Lagebeurteilung gemacht als der Bundesrat, der nun deutlichere Verschärfungen angeordnet habe. Den Vorhalt, die Kantone würden mildere Varianten befürworten und umsetzen, weil der Bundesrat sie dann schon korrigiere, wollte Hauri so nicht gelten lassen.

«Unterschiede gibt es einfach»

Das föderale Gesundheitssystem sei für den Alltag geeicht, mit etwas Reserven für besondere Situationen. Unterschiede unter den Kantonen gehörten zum System der Schweiz. «Die gibt es einfach.» Nun sei man mit einem Ereignis konfrontiert, dass nicht jedes Jahrzehnt eintrete. Im Jahr 2009 zum Beispiel, bei der Bewältigung einer starken Grippewelle, hätten die Kantone mit ihren Massnahmen rückblickend «eher überschossen».

Er räumte aber ein, dass es in gewissen Bereichen unter Umständen eine verstärkte Zentralisierung braucht, wenn man die Lehren aus der Bewältigung der Pandemie gezogen habe. Es gehöre zu einer Krise, «dass nicht immer alles ganz rund läuft».

Die derzeitige Situation mit der dominierenden Delta-Variante ist für Hauri das Kriterium für die Beurteilung der aktuellsten Massnahmen. Der Bundesrat hatte die deutlichere Verschärfung am Freitag indes hauptsächlich mit der anrollenden Omikron-Variante begründet. Die Erkenntnisse über diese neuste Variante sind laut Hauri aber noch «sehr vage». Entscheidend werde die Schwere der Krankheit sein. Wenn die Menschen aber nur schwächer daran erkrankten, sei das «nicht so ein Problem».

Booster-Kampagne angeblich nicht verschlafen

Zum Hin-und-her bezüglich der Wartefrist für die Auffrischungsimpfung sowie die Impfkapazitäten angesichts des zu erwartenden Ansturms, sagte Hauri, die Kantone hätten die Kampagne nicht verschlafen. Man könne Kapazitäten nicht ins Leere hinaus behalten, es brauche eine gewisse Beweglichkeit. Bei der Booster-Impfung gehe es vor allem darum, «dass man sie macht».

Es mache keinen Sinn, nun alle an einem Tag zu boostern. Eventuell sei die zeitliche Verteilung am Schluss sogar ein Vorteil für die Grundimmunität der Gesellschaft. Die Wirkung der zweiten Impfung verschwinde ja nicht von einem Tag auf den anderen. «Es wird sich zeigen, ob wir am Schluss langsamer sind als andere Länder.»

Entscheidend sei für ihn eine saubere Datenanalyse, bevor man entscheide, was nun gelte. Das könne man seinetwegen dann rückblickend als zu defensive Kommunikation der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif) beurteilen.

Die Empfehlung für den Booster nach vier Monaten komme in der ersten Hälfte der nächsten Woche, sagte Ekif-Präsident Christoph Berger gegenüber Radio SRF.

Die Empfehlungen für den Booster nach sechs Monate basiere noch auf der dominanten Delta-Welle, doch jetzt komme eine lawinenartige Omikron-Welle, darum komme es zur Anpassung. Prioritär seien die über 65-Jährigen zur Auffrischimpfung nach vier Monaten zuzulassen. Die Kantone sollten zudem die Impftermine massiv steigern, so Berger.

(dsc/sda)

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