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FILE - In this Dec. 18, 2007 file photo, Lauren Fant, left, winces as she has her third and final application of the Human Papillomavirus (HPV) vaccine administered by nurse Stephanie Pearson at a doctor's office in Marietta, Ga. The rate of teen girls getting the vaccine is now up to about 38 percent of girls ages 13 to 17, from 33 percent, the government reported on Thursday, July 24, 2014. (AP Photo/John Amis, File)

Eine Teenagerin erhält eine Impfung (Symbolbild von 2014). Bild: AP/AP

Grünes Licht für die Kinderimpfung in Europa – wann kommt die Zulassung in der Schweiz?

Jugendliche ab 12 Jahren dürfen in der EU geimpft werden. Auch in der Schweiz ist mit der Zulassung bald zu rechnen. Für die Sommerferien mit geimpften Kindern reicht das noch nicht.

Bruno Knellwolf / ch media



Die europäische Arzneimittelbehörde EMA ermöglicht die Impfung von Jugendlichen ab 12 Jahren mit dem Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech. Die geprüften klinischen Studien zeigten eine hohe Wirksamkeit bei den Jugendlichen, erklärt Marco Cavaleri von der EMA an der Pressekonferenz in Amsterdam. Gut 2200 Jugendliche zwischen 12 und 15 sind im Vergleich von Geimpften mit einer Placebo-Gruppe geprüft worden. Bei den geimpften Probanden gab es keine einzige Ansteckung, die Wirksamkeit im klinischen Test war somit bei 100 Prozent. «Der Impfstoff von Pfizer/Biontech zeigt somit einen hohen Schutzeffekt und die Nebeneffekte waren dieselben wie in der Gruppe der jungen Erwachsenen», sagt Cavaleri von der EMA.

Gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen

Bei den Jugendlichen wird der Impfstoff von Pfizer/Biontech genau in der gleichen Dosierung eingesetzt wie bei Erwachsenen, also in zwei Dosen mit vier Wochen Abstand. Bei unter 12-Jährigen wäre eine andere Dosierung möglich, das werde aber erst geprüft, sagt Cavaleri von der EMA. Die Frage, ob genügend Jugendliche in die klinischen Studien involviert gewesen seien, bejaht Cavaleri, aber sicher werde das Monitoring nun exakt fortgeführt.

Damit Jugendliche in der EU geimpft werden können, muss die Europäische Kommission noch zustimmen, womit zu rechnen ist. Bisher konnten mit diesem Wirkstoff Jugendliche ab 16 Jahren geimpft werden. In Deutschland sollen sich Jugendliche ab dem 7. Juni um eine Impfung bemühen können.

Swissmedic: «Wir hoffen, in Kürze über das Gesuch entscheiden zu können»

Pfizer/Biontech hat auch in der Schweiz einen Zulassungsantrag bei Swissmedic gestellt. Die Bewilligung steht noch aus. Wann diese Erweiterung des Impfstoffs auf Jugendliche ab 12 Jahren verfügt werden könne, hänge massgeblich auch von der Firma selbst ab, sagt Patrick Jaggi, Sprecher von Swissmedic: «Wir hoffen, in Kürze über das Gesuch entscheiden zu können.»

Während mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech somit bald gerechnet werden kann, hat Moderna noch kein entsprechendes Gesuch gestellt. «Die laufende Studie bei Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren in den Phasen 2 und 3 zeigt nach ersten Publikationen vielversprechende Zwischenresultate», sagt Jaggi. Moderna will nach deren eigenen Angaben Anfang Juni bei Behörden weltweit Anträge für eine Zulassung des mRNA-Impfstoffes für die Altersgruppe stellen.

Swissmedic werde auch dieses Gesuch rollend begutachten, erklärt Jaggi. Das bedeutet, dass die von der Firma eingereichten Daten und Antworten kontinuierlich geprüft werden. «Die Dauer hängt von der Vollständigkeit der eingereichten Daten und den Resultaten der klinischen Versuche ab. Sobald ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis beurteilt werden kann, werden wir unmittelbar entscheiden», sagt Jaggi von Swissmedic.

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Auch Jugendliche müssen geschützt sein

Auch Patrick Mathys vom BAG rechnet nächstens mit einer Zulassung des Pfizer-Impfstoffs für Jugendliche in der Schweiz, wie er in Bern erklärt hat. Danach werde die Eidgenössische Impfkommission eine Empfehlung machen und das BAG die Vorgaben für die Impfung. Umsetzen müssten diese dann die Kantone. Die Impfung der Jugendlichen sei wichtig, weil auch sie wie die Erwachsenen geschützt werden müssten. Bei den Jugendlichen verlaufe die Infektion in der Regel milder, aber auch unter den Jungen gebe es schwere Verläufe, erklärt Mathys.

Schützt man auch die Jugendlichen, wird damit auch ein grösserer Teil der Bevölkerung immunisiert, was für die Bekämpfung der Pandemie wichtig ist. Das bestätigt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Impfkommission und Infektiologe am Kinder-Universitätsspital Zürich: «Die Zulassung der EMA für Jugendliche ab 12 Jahren ist willkommen.» Noch nicht am Horizont ist die Impfung von unter 12-Jährigen. Dort sind die Anforderungen an die klinischen Studien vor einer Zulassung nochmals anders.

Wer darauf wartet, mit der ganzen durchgeimpften Familie in ein Flugzeug zu steigen, muss noch etwas Geduld haben. Es ist davon auszugehen, dass die Airlines in Zukunft nur noch immune Passagiere an Bord lassen. Gemäss dem Epidemiologen Marcel Tanner sind damit aber nicht nur Geimpfte und Genesene gemeint. Noch ungeimpfte Kinder haben aber wohl nur mit einem PCR-Test Zutritt ins Flugzeug. (aargauerzeitung.ch)

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quelle: keystone / peter klaunzer
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