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Trödelnde Kantone und Covid-Tests nur von Apotheken: 9 Meldungen aus der Sonntagspresse

Die Hoffnung auf Lockerungen der Corona-Massnahmen, die kantonalen Unterschiede beim Einsatz von Massentests und die Forderung der GLP nach einem Sitz im Bundesrat. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.



Spielraum für Lockerungen ab Ende April

Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger, Praesident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK, erlaeutert im Anschluss an ein Treffen der GDK das weitere Vorgehen zur Bewaeltigung der Krise um die Pandemie des Coronavirus COVID-19, am Donnerstag, 18. Februar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Oberster Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger. Bild: keystone

Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, sieht bereits für April Spielraum für Lockerungen der Corona-Massnahmen trotz steigender Fallzahlen. Grössere Veranstaltungen sollten wieder möglich sein für Personen, die negativ getestet oder bereits geimpft seien. Solche Modelle müssten in Form von Pilotprojekten ausprobiert werden, schreibt die «SonntagsZeitung». Ab April seien alle Risikogruppen geimpft, die Test-Offensive trage Früchte und Selbsttests seien im Einsatz, begründete Engelberger seinen Vorstoss. Er ruft ferner den Bundesrat dazu auf, die Grenzwerte bei den Corona-Massnahmen zu überdenken. Die Zahl der Neuinfektionen sollte nicht so stark gewichtet werden.

Tests auf Covid-19 vorerst nur in Apotheken erhältlich

Roland Zeller, Mitbegruender und Verwaltungsratspraesident Viselio, testet sich mit einem Covid-19-Antigen-Schnelltest von Viselio, , aufgenommen am Dienstag, 19. Januar 2021 in Zuerich. Die Probeentnahme fuer den PCR-Selbsttest wird von einer medizinischen Fachperson per Video ueberwacht, das Resultat von einem Arzt validiert und der Getestete innert 15 Minuten ueber sein Ergebnis informiert. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: keystone

Tests auf Covid-19 werden vorerst nur in Apotheken erhältlich sein. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, haben die Apotheker durchgesetzt, dass die Teste eher später auf den freien Markt kommen. Diese Selbsttests könnten nur über die Krankenkassenkarte gratis bezogen werden. Das ist laut einer Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit nur über Apotheken oder Testzentren möglich. Ob der Detailhandel je Testkits verkaufen wird, ist noch ungewiss. Die Digitalagentur Mindnow will laut «SonntagsZeitung» dessen ungeachtet bereits im August den weltweit ersten digitalen Corona-Selbsttest auf den Markt bringen. Dabei werden die Testkits mit einem QR-Code versehen. Nach dem Test kann das Ergebnis mit dem Handy eingescannt werden. Eine App zeigt an, ob der Test negativ oder positiv war.

Riesige Unterschiede bei Massentests

Beim Einsatz von Massentests auf das Coronavirus gibt es laut dem «SonntagsBlick» riesige Unterschiede. Mittlerweile haben 23 Kantone dem Bund ein Konzept für die Umsetzung geschickt. Nur Freiburg, Jura und Nidwalden fehlen noch. Einsamer Spitzenreiter bei den Massentests in Heimen, Schulen und Betrieben ist Graubünden. Dort lassen sich unterdessen 40 Prozent der mobilen Bevölkerung testen. Im Kanton Basel-Landschaft sind es 20 Prozent. Am Ende der Rangliste stehen Appenzell Ausserrhoden, Genf, Jura, Neuenburg, Nidwalden, St.Gallen, Schaffhausen, Wallis und Waadt. Dort gibt es bisher keine Massentests. Keine Angaben dazu gibt es aus dem Kanton Tessin.

Schweizer Corona-Krisenmanagement hat grosse Schwächen

Die Bundesverwaltung und die ETH Zürich haben laut «SonntagsZeitung» beim Corona-Krisenmanagement in mehreren Studien grosse Schwächen festgestellt. So versandeten Warnsignale, den eingeplanten Krisenorganen fehlte der Auftrag und die ad hoc eingesetzte Taskforce im Bundesamt für Gesundheit hatte keine Kapazitäten für vorausschauendes strategisches Handeln. Auch blieben Mahnungen der Weltgesundheitsorganisation ungehört. Die WHO hatte die Schweiz schon vor vier Jahren aufgefordert, die Krisenorganisation zu straffen und die Zahl der involvierten Organisationen zu verringern. Zudem sei dringend ein IT-Portal zu lancieren, mit dem Krisenmanager bei Bund und Kantonen die Lage einschätzen könnten.

Härtefallgelder: Welche Kantone zügig zahlen und welche trödeln

Kantone und Wirtschaftsverbände können derzeit zum Vorschlag Stellung nehmen, ob die Härtefallgelder auf 10 Milliarden Franken verdoppelt werden sollen. Der Bundesrat entscheidet voraussichtlich in einer Woche darüber. (Themenbild)

Bild: sda

Die schleppende Auszahlung von Härtefallgeldern steht in der Kritik. Eine Umfrage des «SonntagsBlick» zeigt nun, dass der Kanton Zug am schnellsten solche Hilfen auszahlt. Hier sind 89 Prozent aller eingereichten Gesuche bewilligt worden. Zum Vergleich: Über alle Kantone hinweg liegt dieser Anteil bei nur 44 Prozent. Im Gegensatz dazu hat der Kanton Thurgau noch keinen Franken gesprochen. Er vergibt die Hilfen zunächst nur als Darlehen. Der Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud (SVP) seinerseits befürchten laut «NZZ am Sonntag» exorbitante Mehrausgaben, weil es zu ungerechten und stossenden Überfinanzierungen von Firmen komme. Dies vor allem bei der Berechnung von Härtefallbeiträgen für Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Millionen Franken.

Wer AstraZeneca ablehnt, muss sich neu auf Warteliste setzen lassen

Wer bei der Impfung gegen das Coronavirus den Impfstoff von AstraZeneca ablehnt, muss damit rechnen, hinten anstehen zu müssen. Der Ruf des Impfstoffs ist nach Berichten über angebliche Nebenwirkungen angeschlagen. Selbst wenn die Aufsichtsbehörde Swissmedic den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns zulassen sollte, werde er ihn nur wahlweise empfehlen und unter Vorbehalt einsetzen, sagte der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission, Christoph Berger, gegenüber der «NZZ am Sonntag». Das heisse, alle könnten den Impfstoff von AstraZeneca ablehnen und den Produkten von Pfizer/Biontech oder Moderna den Vorzug geben. Wer allerdings den ihm zugeteilten Impfstoff ablehne, müsse sich wieder von neuem auf die Warteliste setzen lassen. Der Impfstoff von AstraZeneca ist in der Schweiz noch nicht zugelassen. Swissmedic prüft den Impfstoff.

Weniger Scheidungen im Corona-Jahr

2018 gab es in der Schweiz 4 Prozent mehr Scheidungen als im Jahr davor. Wenn das so weiter geht, dann werden schliesslich zwei von fünf Ehen scheitern, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) errechnet. (Symbolbild)

Bild: DPA dpa

Im Corona-Jahr ist die Zahl der Scheidungen in der Schweiz gesunken. So ist laut «SonntagsZeitung» am Bezirksgericht Zürich die Zahl der eingereichten Scheidungsanträge im letzten Jahr im Vergleich zu 2019 um 10 Prozent auf 876 Anträge zurückgegangen. Im Kanton Bern ist diese Zahl ebenfalls leicht gesunken. Die Pandemie hat laut Guy Bodenmann, Paarforscher und Psychologie-Professor an der Universität Zürich, viele Paare zusammengeschweisst. Andere seien im Krisenmodus und versuchten mit allen Mitteln, eine Scheidung zu verhindern. Das sorge für Andrang bei Therapeuten und Beratungsstellen. In Basel nahmen die Beratungsfälle wegen Paarproblemen um 30 Prozent zu.

Jugendliche nutzen Sorgentelefon häufiger

Eine wachsende Zahl von Jugendlichen in psychischer Not lässt das Sorgentelefon heiss laufen. Bei der grössten Kinder- und Jugendorganisation der Schweiz gingen im Februar dieses Jahres allein 2000 Anfragen für Beratungen per Telefon, Chat und SMS ein. Das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr, wie es in einem Bericht der «NZZ am Sonntag» heisst. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Jugendlichen, die sich melden, jünger, ihre Probleme jedoch heftiger, zitiert die Zeitung eine Telefonberaterin. Bereits in der ersten Corona-Welle im Frühling 2020 hatten die Beratungen bei Pro Juventute stark zugenommen. Auch die Themen haben sich verändert. Es gab 70 Prozent mehr Gespräche zu häuslicher Gewalt.

GLP will in den Bundesrat – «im Optimalfall schon 2023»

Nationalraetin Tiana Angelina Moser, GLP ZH, vom Komitee Nein zu staatlichen Kleidervorschriften aeussert sich an einer Medienkonferenz zur Abstimmung zum Verhuellungsverbot, am Dienstag, 9. Februar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Angelina Moser, GLP. Bild: keystone

Die Fraktionspräsidentin der Grünliberalen Partei, Angelina Moser, lässt in der Debatte über das Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU kein gutes Haar an der Landesregierung. Das Abkommen sei seit mehr als zwei Jahren fertig verhandelt. Trotzdem komme der Bundesrat nicht zu einem Entscheid und verweigere einen echten demokratischen Prozess, sagte Moser in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Es gebe in diesem Dossier seit Jahren einen Führungsmangel. Derweil streben die Grünliberalen auf anderer Ebene nach mehr Macht. Sie wollen einen eigenen Bundesrat, zitiert die «NZZ am Sonntag» GLP-Parteichef Jürg Grossen: «Im Optimalfall schon nach den Wahlen 2023.»* Welchen Sitz die GLP ins Visier nehmen will, lässt Grossen offen. Rein mathematisch sei heute die FDP im Bundesrat übervertreten.

* Hinweis: In einer ersten Version des Artikels hiess es «bis spätestens 2023». Das war nicht korrekt.

(sda)

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