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So gut wie gewählt: Gerhard Pfister ist der einzige Kandidat fürs CVP-Präsidium



CVP-Nationalrat Gerhard Pfister anlaesslich der Dreikoenigskonferenz der Zuger CVP in Zug, am Mittwoch, 6. Januar 2016. Pfister kandidiert als CVP-Praesident, wie er an der Dreikoenigstagung der Zuger CVP bekanntgab. Die Entscheidung, wer Nachfolger von Christophe Darbellay wird, faellt am 23. April an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz in Winterthur.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Wird wohl der Darbellay-Nachfolger.
Bild: KEYSTONE

Nun ist es offiziell: Der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister ist der einzige Kandidat für die Nachfolge des abtretenden CVP-Präsidenten Christophe Darbellay. Das gab die CVP am Montag bekannt.

Bis (gestern) Sonntag um Mitternacht konnten sich Interessenten bei der Findungskommission melden. Für das Amt des Präsidenten ging nur eine Kandidatur ein – jene von Pfister, wie die CVP-Findungskommission am Montag mitteilte.

Der Präsident der Findungskommission, der Luzerner Ständerat Konrad Graber, ist nicht enttäuscht darüber. «Es spricht für Pfister, dass keine Gegenkandidatur eingereicht wurde», sagte Graber auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das sei ein gutes Zeichen und eine gute Ausgangslage für Pfister.

Das Anforderungsprofil für das Amt schränke den Kreis möglicher Kandidaten bereits stark ein, gab Graber zudem zu bedenken. Es sei aber ein offener Prozess gewesen. Er habe noch am Sonntag ein letztes Gespräch geführt mit einem Interessenten - mit wem, wollte er nicht verraten.

Prominente Absagen

Gewählt wird der neue Parteipräsident am 23. April an der Delegiertenversammlung in Winterthur. Dass Pfister der einzige Bewerber sein dürfte, hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Andere mögliche Anwärter wie etwa der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof und der Bündner Nationalrat Martin Candinas hatten abgesagt. Beide führten unter anderem zeitliche Gründe ins Feld.

Öffentlich über eine Kandidatur nachgedacht hatte der Berner Gemeinderat Reto Nause. Er entschied schliesslich jedoch, auf eine Kandidatur zu verzichten, weil sein Mandat als Berner Gemeinderat nicht mit dem Präsidium einer grossen Schweizer Partei vereinbar sei.

Buttet als Gegenge

Der 53-jährige Pfister gehört dem Nationalrat seit 2003 an und gehört zum rechten Flügel der Partei. Das passt nicht allen in der CVP. Der Walliser Nationalrat Yannick Buttet gab jüngst seine Kandidatur für das Vizepräsidium der CVP bekannt. Er sieht sich explizit als Gegengewicht zu Pfister.

Dass Pfister dem rechten Flügel der CVP angehört, werde Bestandteil der Gespräche sein, welche die Findungskommission noch mit ihm führen werde, sagte Graber. Bis am 31. März werde die Kommission ihre Empfehlungen aussprechen.

ZUR SDA BERICHTERSTATTUNG UEBER DIE AUSGANGSLAGEN VOR DEN WAHLEN 2015 IM KANTON GENF UND IM KANTON WALLIS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - CVP Nationalrat Yannick Buttet, VS, spricht an einer Medienkonferenz ueber die Umweltpolitik am Montag, 14. Oktober 2013, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Yannick Buttet
Bild: KEYSTONE

Der Walliser Buttet dürfte als Vizepräsidenten auf den Freiburger Dominique de Buman folgen, der nicht mehr zur Wiederwahl antritt. De Buman ist dieses Jahr zweiter Vizepräsident im Nationalrat und wird turnusgemäss 2018 den Nationalrat präsidieren. Das lasse sich schlecht vereinbaren mit dem Amt als CVP-Vizepräsident, begründete CVP-Sprecher Thomas Jauch das Abtreten von de Buman.

Zur Wiederwahl antreten will hingegen die zweite Vizepräsidentin der CVP, die Luzerner Nationalrätin Ida Glanzmann. Weitere Kandidaten für die beiden Vizepräsidenten-Posten gibt es nicht, wie die Findungskommission am Montag bekannt gab.

Kampf um «gewöhnliche» Präsidiumsplätze

Umkämpft sind hingegen die übrigen Plätze im Parteipräsidium, dem neben Präsident, Vizepräsidenten und Fraktionschef sieben Personen angehören. Neu im Präsidium Einsitz nehmen möchten der Berner Reto Nause, der Waadtländer Nationalrat Claude Béglé und der Präsident der Jungen CVP, Tino Schneider. Auch die CVP Frauen erheben Anspruch auf einen Sitz im Präsidium.

Die Bisherigen stellen sich alle zur Wiederwahl: Ständerat Pirmin Bischof (SO), die Nationalräte Martin Candinas (GR) und Stefan Müller-Altermatt (SO), Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BL), die Aargauer Kantonsrätin Marianne Binder-Keller und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen.

Der amtierende Präsident der CVP, Christophe Darbellay, tritt nach zehn Jahren nicht mehr als Parteipräsident zur Wiederwahl an. Wegen einer Amtszeitbeschränkung war er auch nicht mehr für die nationalen Wahlen angetreten. Er sehe seine politische Zukunft im Wallis, hatte Darbellay in Interviews gesagt. (sda)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 15.02.2016 17:02
    Highlight Highlight Beim Abschnitt über Buttet muss es im Titel wohl Gegengewicht heissen. Den Wicht habt ihr ausgelassen. ;)
  • Einstein56 15.02.2016 15:20
    Highlight Highlight Oskar: Genau DAS!
  • Einstein56 15.02.2016 15:18
    Highlight Highlight FrancoL: Dann freu doch dich!
    • FrancoL 15.02.2016 15:35
      Highlight Highlight Wieso soll ich mich freuen dass eine ehemals staatstragende Partei der Mitte sich an die Wand fährt???? auch wenn ich nicht CVP wähle freut es mich nicht.
      Du scheinst ja einen ganz eigenen Freudenkatalog zu haben, aber Hauptsache Du kannst dich freuen.
  • Einstein56 15.02.2016 14:03
    Highlight Highlight Interessant. Vermutlich haben viele Linke Angst vor einer CVP, die wieder erstarken wird. Kein Wunder. Pfister ist wohl einer der Intelligentesten unter der Bundeshauskuppel. Und dabei denken doch die Linken und Grünen, dass sie den Intellekt für sich gepachtet hätten. Aber nein, das war ja mal. Unterdessen schauen die Linken und Grünen, dass es ihnen gut geht. Siehe Heiratsstrafe oder Gotthard.
    • FrancoL 15.02.2016 14:32
      Highlight Highlight @Einstein56; Ich nehme an dass Sie bei Ihrem Namen eine einfache Rechnung machen können:
      Die CVP ist in der Mitte(-Rechts) angesiedelt, mit linkem und rechtem Flügel, der linke Flügel vor allem an der Basis.
      Wenn sie nun nach rechts rückt wird der linke Flügel abspringen und rechts wird man leicht dazu gewinnen zu Lasten der FDP/SVP also keine stärkere CVP nur eine CVP die den linken Flügel verliert und das ist für eine Mitte(-rechts)Partei ähnlich wie bei einem Flugzeug; eine Bruchlandung ist vorprogrammiert!
    • oskar 15.02.2016 14:45
      Highlight Highlight was möchtest du genau sagen?
  • Robert K. 15.02.2016 11:11
    Highlight Highlight Macht er die Lichter aus für die CVP.
    • FrancoL 15.02.2016 13:58
      Highlight Highlight Ja damit man im DUNKLEN das C durch ein S ersetzen kann um in neuem Glanz der Lichter wieder aufzuerstehen.
  • FrancoL 15.02.2016 10:41
    Highlight Highlight Mit Pfister und Gössi rückt ein Teil der Mitte nach rechts. Vermutlich kann man auch den Gedanken einer vereinten Mitte für einige Jahre in die Schublade stecken.
    Man wird in Zukunft noch genauer hinhören müssen um einen Unterschied der Mitte-Rechts-Parteien zu erkennen.
    Ich wage zu behaupten dass die CVP mit dieser Positionierung sich kaum aus ihrem Tief erholen wird und zudem einen Teil ihrer Identität auch noch verlieren wird.
    Damit eröffnet sich aber auch eine gute Möglichkeit für die restliche Mitte das Vakuum zu füllen.
    Nie vergessen der Schweizer schätzt keine Machtansammlungen.

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